Kronach
Kreisausschuss

Mehr Raumbedarf für Übungsanlage der Feuerwehr Kronach

Der Kreisausschuss Kronach befasste sich mit dem Vorentwurf für die Atemschutzübungsanlage. Die Ausmaße des geplanten Gebäudes sind gewachsen. Der Planer unterstrich, dass es hierbei nicht um Luftschlösser, sondern um Funktionalität geht.
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Hier wird die Atemschutzübungsanlage der Feuerwehr zusammen mit der Kronacher Feuerwache entstehen. Foto: Marco Meißner
Hier wird die Atemschutzübungsanlage der Feuerwehr zusammen mit der Kronacher Feuerwache entstehen. Foto: Marco Meißner
Sind rund 1100 Quadratmeter für eine Atemschutzübungsanlage zu opulent bemessen? Diese Frage stellten sich die Mitglieder des Kreisausschusses in ihrer Sitzung am Montag. Am Ende kamen sie zu dem Schluss, dass der Mehrbedarf gegenüber den Machbarkeitsstudien (861 bis 978 Quadratmeter) begründet ist. Doch bis zu dieser Erkenntnis gab es reichlich Gesprächsbedarf.


Synergien ausgereizt

Hans Gruber vom Architektenbüro KPlan erörterte den aktuellen Vorentwurf. Er sprach von einem hochtechnisierten Gebäude für den Landkreis, das in einer Wand-an-Wand-Lösung mit der Wache der Kronacher Feuerwehr errichtet werden soll. Durch diese Konzeption seien Räumlichkeiten hinzugekommen. "Außerdem konkretisiert sich eine Planung erst im Lauf der Zeit", erklärte er den Flächenzuwachs.

Landrat Oswald Marr (SPD) regte an, nochmals zu überlegen, ob alles Geplante auch wirklich gebraucht wird. Petra Zenkel-Schirmer (FL) warf ein, dass über Mehrkosten zwischen 200 000 und 400 000 Euro gesprochen werde. "Wir wollen das Gebäude bauen", ließ Richard Rauh (SPD) keinen Zweifel am Projekt aufkommen. "Aber man muss Abweichungen um gut 20 Prozent der Fläche plausibel nachvollziehen können." Das sah Peter Hänel (FW) ähnlich. Er hinterfragte, ob nicht mehr Synergieeffekte der beiden Gebäudeteile zu erreichen wären.

Bernd Liebhardt (CSU) stellte fest, dass sich die Synergien nicht nur auf gemeinsam genutzte Räume in der Feuerwache und der Übungsanlage bezögen, sondern dass diese auch bei der Energieversorgung zu erkennen seien. Deshalb solle man in der Diskussion nicht wieder einen Schritt rückwärts machen. Er pflichtete aber bei, das mehr Transparenz - auch für die Ratsmitglieder - im Planungsprozess wünschenswert sei.


Gibt es Sparpotenziale?

Marr fragte, ob eine Umstrukturierung der Räume beziehungsweise ein Verzicht auf einen Besprechungsraum neben dem Schulungsraum die Gebäudefläche und somit die Kosten reduzieren könnte.

Beiden Überlegungen erteilte Kreisbrandrat Joachim Ranzenberger eine Absage. Er stellte die Flächenberechnung an sich in Frage. Seiner Berechnung nach sei der Bedarf nur um rund 70 Quadratmeter gestiegen, nicht um 200. Er bemerkte, dass die Verantwortlichen bei der Feuerwehr von sich aus schon über 100 Quadratmeter an nicht unbedingt benötigten Räumlichkeiten gestrichen hätten. Eine Verlagerung von Räumen sei nun ebenso wenig zweckdienlich wie der Verlust eines aus seiner Sicht unbedingt erforderlichen Besprechungsraums. Und die ausgeweiteten "Archivflächen" seien weitestgehend Lagerräume für Material, das im Moment notdürftig über den ganzen Landkreis verstreut in Feuerwehrhäusern oder privat untergebracht sei. Mangels Lagerfläche seien sogar Anschaffungen zurückgestellt worden.


Gebäude "absolut funktional"

Planer Hans Gruber tat sich ebenfalls schwer, Sparpotenziale zu benennen. Die Notwendigkeit von Lagerräumen sei nur vom Nutzer und vom Bauherrn einzuschätzen. Was das restliche Gebäude angehe, sei es "absolut funktional" gestaltet.

Bernd Liebhardt fügte an, dass man aufpassen müsse, jetzt nicht etwas zu streichen, dass in ein paar Jahren vielleicht wieder nachträglich angefügt werden muss. Schließlich hatte Ranzenberger darauf hingewiesen, dass das Gebäude mit einer Perspektive errichtet werde, den Brandschutz über mehrere Jahrzehnte mit sicherzustellen.

Hans Gruber fügte hinzu, dass die Kosten die Drei-Millionen-Grenze übersteigen werden. Er tippte auf etwa 3,2 bis 3,5 Millionen Euro.

Einhellige Zustimmung

Timo Ehrhardt (SPD) bat darum, nach all diesen Erklärungen auch ein Maß an Vertrauen in die Aussagen der Fachleute aufzubringen. Oswald Marr pflichtete bei, dass die Debatte gezeigt habe, dass eine Zustimmung der richtige Schritt sei. Richard Rauh (SPD) hielt das Raumangebot zwar noch für "sehr gut ausgelegt", sah in einer Befürwortung des Entwurfs allerdings ein Signal der Wertschätzung für die Arbeit der Feuerwehren. Ohne Gegenstimme passierte der Entwurf letztlich den Ausschuss; er wird sich somit bald im Kreistag wiederfinden.

Ranzenberger stellte abschließend fest: "Was wir jetzt hier vor uns haben, das brauchen wir." Luftschlösser würden dabei nicht gebaut. "Wir haben uns schon Gedanken gemacht, was sein muss und was nicht."
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