Kronach
Initiative

Medienscouts: Prävention ist der beste Opferschutz

30 Schüler aus dem Landkreis Kronach haben sich zu so genannten Medienscouts ausbilden lassen. Sie haben damit ihre eigene Medienkompetenz erweitert und entsprechendes Wissen, Handlungsmöglichkeiten sowie Reflexionsvermögen für einen verantwortungsvollen und selbstbestimmten Medienumgang ausgebaut.
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Zahlreiche Schüler haben sich zu Medienscouts ausbilden lassen. Foto: privat
Zahlreiche Schüler haben sich zu Medienscouts ausbilden lassen. Foto: privat
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"Euer Einsatz ist mit Geld überhaupt nicht zu bezahlen." Als Alfons Hrubesch, Leiter der Außenstelle Kronach/Lichtenfels/Kulmbach des Weißen Ring, diese Worte in einer Pressekonferenz äußert, richtet er sich dabei an über 70 Schüler aus 15 Schulen der drei Landkreise, die sich ein Wochenende lang zu "Medienscouts" ausbilden ließen. Sie werden damit zukünftig die verantwortungsvolle Rolle übernehmen, an ihrer Schule im Bereich der Medienerziehung eine tragende Säule in der Präventionsarbeit und zugleich kompetente Ansprechpartner für ihre Mitschüler zu sein.

Unter dieser stattlichen Anzahl befanden sich auch über 30 Schüler aus dem Landkreis Kronach.
Sie stellen somit den größten Teil, die in der Franken-Akademie im Schloss Schney zwei Tage lang aus kompetenter Hand reichlich Informationen rund um das Thema "Neue Medien" erhielten und sich zugleich Gedanken darüber machten, wie sie diese Inhalte konkret an ihrer Schule umsetzen können. "Wir haben in den vergangenen Tagen unglaublich viel Nützliches erfahren und wurden zugleich gut auf unsere neue Rolle vorbereitet", erklärte beispielsweise Andreas Michl. Der Schüler besucht die 9. Klasse der Gottfried-Neukam-Mittelschule. Im Vorfeld wurde er von seinen Lehrern auf die Ausbildung zum "Medienscout" hin angesprochen. Andreas musste dabei nicht lange überlegen und war gerne bereit, seine freie Zeit für diesen wertvollen Dienst zu opfern.

2013 ins Rollen gebracht

Ins Rollen gebracht hatte diese Idee der Weiße Ring. Bereits 2013 hatte sich die Außenstelle unter der Leitung von Alfons Hrubesch. Im Februar 2014 hatten Schule, Politik und Justiz dem Weißen Ring grünes Licht für die Ausbildung der Medienscouts gegeben. In Anlehnung an den Film "Escape the fate" stand bei dem Workshop-Wochenende mit dem Thema "Cyber-Mobbing" gleich ein ganz heißes Eisen auf dem Programm. Immerhin wird den Schülern vor allem hier neben theoretischem Wissen ganz viel Praxisbezug abverlangt. Am Samstag standen noch die eher von Theorie geprägten Vorträge von ausgemachten Experten im Mittelpunkt.

Im Anschluss daran tauschten sich die Schüler in Kleingruppen immer wieder darüber aus, wie man diese Inhalte in Form einer Unterrichtseinheit zu Prävention sinnvoll und für die eigene Zielgruppe nachhaltig bündeln kann.

Am zweiten Tag folgte dann vor allem die Vorbereitung auf die schwierige Rolle der "Medienscouts" als Ansprechpartner für die Mitschüler. "Medienscouts sollen ihre eigene Medienkompetenz erweitern und entsprechendes Wissen, Handlungsmöglichkeiten sowie Reflexionsvermögen für einen verantwortungsvollen und selbstbestimmten Medienumgang ausbauen." So skizzierte Peter Bürgin die Aufgabe der Medienscouts und ermutige somit die Workshop-Teilnehmer, als "Bindeglied die Lücken im System der schulischen Medienerziehung zu schließen".

Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner (CSU) zeigte sich beeindruckt von dem Mut der Medienscouts, den Schwachen beizustehen und für ein gutes Schulklima zu sorgen. "Prävention ist der beste Opferschutz", so Zeulner.

Auch der stellvertretende Lichtenfelser Landrat Hans Peter Marx lobte den Einsatz der Medienscouts und das Engagement des Weißen Rings.
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