Stockheim
Theater

Marionettentheater: Kunstmärchen trifft auf Realität

Die Muggnpfiffer unterhalten mit dem Marionettenspiel "Die Regentrude" nicht nur die Kleinsten. Das Märchen von Theodor Storm handelt von einem fiktiven Klimawandel und enthält dadurch für die Kinder viele lehrreiche Aspekte.
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Endlich gibt es wieder Regen und genügend Wasser für das Wachstum in der Natur und zum Trinken für Mensch und Tier. Rechts deutet dies der Wasserfall an. Regentrude sorgte für den ersehnten Regen. Die Spieler des Marionettentheaters "Muggnpfiffer" unterhielten am Wochenende in Neukenroth Groß und Klein.  Foto: Karl-Heinz Hofmann
Endlich gibt es wieder Regen und genügend Wasser für das Wachstum in der Natur und zum Trinken für Mensch und Tier. Rechts deutet dies der Wasserfall an. Regentrude sorgte für den ersehnten Regen. Die Spieler des Marionettentheaters "Muggnpfiffer" unterhielten am Wochenende in Neukenroth Groß und Klein. Foto: Karl-Heinz Hofmann
Das Marionettentheater "Muggnpfiffer" hat am Wochenende im Pfarrheim mit dem Stück "Die Regentrude" viele Zuseher begeistert. Das Spiel mit den Gliederpuppen war für die Kinder nicht nur lustig, sondern enthielt auch viele lehrreiche Aspekte. Das bekannte Kunstmärchen des deutschen Dichters Theodor Storm zog dabei nicht nur die Kinder in seinen Bann.

Ein Dorf befindet sich in Not. Ein verheerender Klimawandel ist im Gang. Seit vielen Monaten gibt es keinen Regen. Die Bauern klagen über schlechte Ernte, dem Vieh fehlt das Futter. Eine Lösung für die Probleme scheint nicht in Sicht. Eine alte Dame erinnert sich an eine ähnliche Situation vor vielen Jahren, als nur die sogenannte Regentrude helfen konnte. Diese soll nicht nur für den lang ersehnten Regen sorgen, sondern auch als Glücksbringer dienen. Die märchenhafte Geschichte lüftet das Geheimnis, wie man die Regentrude aus ihrem Schlaf erweckt.


Unterhaltung für alle Sinne

Die schönen Lieder und Melodien ließen das Stück zu einem harmonischen Theaterereignis für alle Sinne werden. Einen großen Teil dazu beigetragen haben die faszinierenden Stimmen von Alexandra Förtsch und Ute Fischer Petersohn (Duo Flair), die neben dem Gesang auch noch einige Texte sprachen. Fingerfertigkeit bewiesen die Marionettenspieler bei der Steuerung der bunten Puppen. Wie lebende Fabelwesen ließen sie die Marionetten über die dekorativen Kulissen auf der Bühne tanzen. Beteiligt waren die Initiatoren und Spieler Elke Schülner, Anni Falat, Ruth Lehnhardt, Christina Zehnter, Diane Kreul und Anne Schlick.

Das Ensemble nahm die Zuschauer in Stockheim an zwei Aufführungen auf eine fantasievolle Traumreise mit. Der Weg zur Regentrude ist im Märchen kein einfaches Unterfangen. Nur mit einem Zauberspruch kann sie aus ihrem langjährigen Schlaf erweckt werden.


Lange Suche nach Regen

Das junge Mädchen Maren findet diesen Spruch heraus und macht sich auf die Suche nach der potenziellen Retterin für das Dorf. Die Zeit drängt, denn mittlerweile sind bereits alle Felder und Bäche ausgetrocknet. Am Ende ihrer langen Reise entdeckt Maren die schlafende Regentrude und bringt sie mit dem Zauberspruch zum Erwachen. Die Erlösung ist damit endlich gefunden, das Dorfleben kann wieder seinen gewohnten Gang gehen. Wie aus einem Wasserfall füllt die Regentrude die Bäche wieder auf. Auch alle Wiesen sind auf einem Schlag wieder saftig grün. So schön Sonnenschein auch ist, zeigt die Geschichte die Wichtigkeit des Regens für das alltägliche Leben. Obwohl das Kunstmärchen seinen Ursprung bereits im Jahr 1863 hat, ist das Thema Klimawandel heute präsenter denn je.

Belohnt wurden die Marionettenspieler für die aufwendige Vorbereitungen des Lehrstücks mit vielen leuchtenden Kinderaugen und einem lang anhaltenden Beifall im Pfarrheim. Das Marionettentheater Muggnpfiffer setzt dabei komplett auf Handarbeit. Die Protagonisten kreierten alle Figuren, Kostüme und Kulissen selbst. Dazu wurden auch die Texte selbst geschrieben und die dazugehörigen Lieder eigens komponiert.



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