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Kronach
Trend

Männer, Mädels und Motoren

Im Kreis Kronach sind 5225 Motorräder, Trikes, Quads und Roller zugelassen. Der Frauenanteil unter den Haltern liegt bei fast zwölf Prozent.
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Rund 77 Krafträder pro 1000 Einwohner gibt's im Kreis Kronach. Oder in absoluten Zahlen: 5225 Maschinen. Damit lag nach der Auswertung des Kraftfahrt-Bundesamtes der Gesamtbestand an Motorrädern, Rollern, Trikes, Quads & Co, die alle in diese Rubrik fallen, Anfang 2016 im Landkreis um 160 über dem des Vorjahres und gleichzeitig auf einem neuen Höchstwert.
Die Maschinen sind dabei längst nicht mehr nur Männersache: Mit einem Frauenanteil von 11,9 Prozent liegt der Kreis Kronach in der Bundesliga der Motorrad-Mädels auf Platz 329. Spitzenreiter unter 403 Städten, Kreisen (samt Stadtstaaten) ist das fränkische Ansbach mit 17,4 Prozent.
Trikes und Quads, die in dieser Rubrik mitgezählt werden, spielen beim Gesamtbestand aber eine eher untergeordnete Rolle: Die Zahl der Zweiräder stieg um 160 auf 4909.
Die Zahl der Dreiräder liegt bei 35 (Vorjahr: 30). Bei den Quads sind 281 registriert (Vorjahr: 286).
4942, 5065, 5225 war die Entwicklung bei der Gesamtzahl der Krafträder im Kreis Kronach in den Jahren 2014, 2015 und 2016. Für Frauen lautet die Zahlenreihe: 587, 602, 624 für die vergangenen drei Jahre. Bleiben für die Männer: 4355, 4463, 4601 Kraftfahrzeugbriefe und - scheine. Oder 88,1 Prozent (Vorjahr: 88,1 Prozent). Eine klare Mehrheit, aber auch eine klare Ansage: Die Zeiten als Frauen als Sozia nur "bella figura" auf der Maschine machten und für die Hingucker sorgten, sind vorbei. Bundesweit wächst die Zahl der Frauen mit eigenem Zweirad von Jahr zu Jahr. 2016 wurden jetzt 566 189 Mädels mit Maschinen gezählt. (557 127 oder 9062, sprich 1,6 Prozent weniger waren es noch Anfang 2015 gewesen.)
Die "Mitmenschheit", sprich die 923 pro 1000, die im Kreis Kronach nix aus dieser Fahrzeug-Palette am Start haben, wird den Trend zum Kraftrad zuweilen mit gemischten Gefühlen sehen. Denn Kindsköpfe auf knatternden Krachmachern treiben an sonnigen Sommernachmittagen die Anwohner an motorradfreundlichen Strecken schon mal zum Wahnsinn. Der Knackpunkt: Krachmaschinen sind nach den derzeitigen Vorgaben für die Betriebserlaubnis sogar zulässig und rechtlich schwer zu greifen. Die logische Folge: Überall formiert sich Widerstand und die Forderung, in der Allgemeinen Betriebserlaubnis den Höchstwert des erlaubten Auspuffgeräuschs so festzulegen, dass er nicht mehr nervt, wird nicht nur aus Baden-Württemberg an die EU herangetragen, die da das entscheidende Wort hat. Dazu kommen Forderungen nach Streckensperrungen für Motorräder, die dann auch denen den Spaß verderben, die gerne mit sanft schnurrendem Motor durch die Landschaft fahren.
Der zweite Trend wird diesen sanft schnurrenden Motor noch eine Spur sanfter machen: Elektromotoren. Die gibt's, sie werden momentan vor allem in Roller (Scooter) eingebaut. Aber es sind wenige. Was Wunder, bei BMW kommt so ein Scooter schon mal auf 15 000 Euro. Da gibt's auch eine R 1200 GS dafür - bei Motorrad-Männern geliebt und auf Platz 1 der Neuzulassungen, bei Frauen auf Platz 7. Mädels auf Motorrädern haben es mehr mit Japanern. Auf denen sitzt sich's besser, weil niedriger, aber leistungsmäßig halten die locker mit und sie kosten gerade mal die Hälfte, bieten aber auch Adrenalin und Abenteuer, um im Klischee zu bleiben. zds
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