Au
Jugendarbeit

Lukas weckt die Wehr

Der 18-jährige Lukas Müller ist der Hornist der Brandschützer aus Au. Er nutzt jede Gelegenheit, sich weiterzubilden, um später einmal eine Führungsposition übernehmen zu können. Der Einstieg ist für ihn das Amt des stellvertretenden Jugendwarts.
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Lukas Müller bläst das historische Feuerwehrhorn. Foto: Heike Schülein
Lukas Müller bläst das historische Feuerwehrhorn. Foto: Heike Schülein
Nach Vollendung seines 18. Lebensjahrs wechselte Lukas Müller von der Jugendfeuerwehr zur aktiven Mannschaft. Bei der Jahresversammlung wurde er zum Feuerwehrmann ernannt. Er hat viel vor.

Der 18-Jährige absolviert zurzeit den Truppführerlehrgang. Doch damit nicht genug, hat er sich bereits für heuer zum Maschinisten-, Motorsägenführer- und Gruppenführerlehrgang angemeldet. "Ich mache die Lehrgänge mit, weil ich später einmal Führungspositionen übernehmen möchte", sagt der Auer bestimmt.

Drei Lehrgänge in drei Monaten

In diesem Frühjahr kommen nun drei Lehrgänge in drei Monaten auf ihn zu. Im Oktober geht es dann für ihn eine Woche nach Würzburg. Sein Vater ist Thomas Müller, der Erste Kommandant der Wehr. Lukas ist quasi mit der Feuerwehr aufgewachsen.

Im Alter von zwölf Jahren wurde er Mitglied.
"Für mich war es schon immer klar, dass ich zur Feuerwehr gehe", erklärt Lukas Müller, dessen zwölfjähriger Bruder Markus ebenfalls im vergangenen Jahr der Feuerwehr beitrat.

"Ich mag die Kameradschaft und natürlich, anderen Menschen helfen zu können", sagt der 18-Jährige, der im letzten Jahr die Bayrische Jugendleistungsprüfung und die Anforderungen für die Deutsche Jugendleistungsspange bewältigte.

Ab sofort unterstützt er auf eigenen Wunsch Jugendwart Holger Koch als dessen Stellvertreter. Er weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig, aber auch wie aufwändig die Jugendarbeit ist.

Lukas Müller hat aber noch eine weitere verantwortungsvolle Funktion inne, die er von seinem Vater übernahm; ist er doch seit zwei Jahren Hornist der Wehr. "Ich fahre vor jeder Prüfung - meistens Sonntag so um 8.30 Uhr - mit meinem Roller durch die Straßen Aus, wo die Kameraden wohnen, und blase dabei ins alte Horn", erzählt er.

Alter Brauch

Dieser "Weckruf" sei ein sehr alter Brauch, der leider in nicht mehr vielen Ortschaften aufrecht erhalten werde. In Au gebe es diese Tradition schon sehr lange, mindestens 50 Jahre. Es sei aber durchaus möglich, dass man dies bereits seit der Gründung der Wehr so handhabt. Die Wehr besitzt zwei historische Hörner, die man wieder herrichten ließ.

Es gab auch spezielle Hornisten-Schulterklappen rechts und links an der Uniform. Auch diese wollte man wieder auf Vordermann bringen, was aber nicht gelang. So sollen nun neue angeschafft werden. "Das ist eine sehr ehrenwerte Aufgabe", ist sich Lukas Müller bewusst, der die Staatliche Berufsfachschule in Lichtenfels für technische Assistenten für Informatik besucht.

Ebenso ist ihm klar, dass dieses Jahr anstrengend und arbeitsintensiv wird. Schließlich steht vom 16. bis 18. Mai das 125. Jubiläum der Auer Wehr an. Lukas schmunzelt: "Langweilig wird's mir wohl heuer nicht werden."
Viel Positives gab es bei der Jahreshauptversammlung der Auer Wehr zu hören.

Sehr gut funktioniert die Jugendarbeit. Jugendwart Holger Koch freute sich über den Trainingsfleiß und die Leistungen von Kevin Barnickel, Dirk Fischer, Andreas Lindner und Lukas Müller. Sie nahmen mit großem Erfolg an der Bayrischen Jugendleistungsprüfung sowie an der Deutschen Jugendleistungsspange teil.

Erster Vorsitzender Harry Karl und sein Stellvertreter Jörg Benkenstein berichteten von vielen Aktivitäten, die der Feuerwehrverein alleine beziehungsweise mit dem Obst- und Gartenbauverein Au und dem TTC Au abgehalten hatte. Die Einnahmen wurden für Neuanschaffungen, Reparaturen sowie für das bestehende Inventar in der Alten Schule verwendet.

Nach fast fünfjähriger Bauzeit wurde am 13. Juli die Einweihung des neuen Feuerwehrgerätehauses mit vielen Gästen gefeiert. Über 5400 Stunden waren für Feuerwehrgerätehaus, Stuhllager, Anlegen des Innenhofes und der Einfahrt investiert worden.

Erster Kommandant Thomas Müller ließ die sieben Einsätze - von Verkehrsunfällen über einen umgefallenen Baum und einen Wasserrohrbruch bis zum Band eines landwirtschaftlichen Anwesens in Nagel - Revue passieren.

Insgesamt war man mit 39 Mann mehr als 58 Stunden in Einsatz. Es fand auch wieder eine Gemeinschaftsübung der Großgemeinde Küps beim Reiterhof an der Tannleite statt.

"Gute Mischung"

Voll des Lobes über die engagierte Wehr zeigten sich die Ehrengäste. Bürgermeister Herbert Schneider freute sich, dass in der Auer Wehr "die Mischung aus Youngsters und Altgedienten stimmt".
Ein Grußwort sprach Kreisbrandinspektor Matthias Schuhbäck.
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