Laden...
Küps
Verkehr

Lerchenhoftrasse bei Küps: 20 Einwendungen

Bürger konnten jüngst Unterlagen zur Umweltverträglichkeit von Varianten der Lerchenhoftrasse einsehen. Freitag endete die Einwendungsfrist. Bund Naturschutz und einige Anwohner wollen den Ausbau der B 303-Trasse über Theisenort.
Artikel drucken Artikel einbetten
An dieser Kreuzung bei Johannisthal treffen B 173 und B 303 aufeinander.  Foto: Archiv / Hendrik Steffens
An dieser Kreuzung bei Johannisthal treffen B 173 und B 303 aufeinander. Foto: Archiv / Hendrik Steffens
Dieses Verkehrsthema bewegt weiter die Gemüter. Bis zum 6. November konnten Bürger in Kronach und Küps Unterlagen zur Umweltverträglichkeit für die Lerchenhoftrasse einsehen. Die Prüfung der Umweltverträglichkeit war im Rahmen der Planfeststellung notwendig. Bis vergangenen Freitag durften Einwendungen zu den aktuellen Plänen der Baumaßnahme erhoben werden. 20 Einwendungen kamen bis Fristende zusammen. Die müssen nun ausgewertet werden.

Laut Holger Dörfler, bei der Regierung Oberfranken zuständig für Straßen- und Wegerecht, stammten 19 Einwendungen von Privatpersonen und eine vom Bund Naturschutz Bayern. Bislang lägen der Bezirksregierung nicht alle Einwendungen im Wortlaut vor. "Sobald wir sie haben, werden wir jede einzeln auf ihre Berechtigung und ihren Inhalt prüfen. Eventuell neu aufkommende Fragen richten wir dann an den Bauvorhabensträger", so Dörfler.
Träger ist der Bund, mit der Auftragsverwaltung ist der Freistaat und effektiv das Staatliche Bauamt betraut.

Wie Norbert Schmidt vom Staatlichen Bauamt Bamberg mitteilte, werden die Einwendungen von dem Amt beantwortet und diese Antworten zurück an die Bezirksregierung geschickt. Dort müsse dann entschieden werden, "ob noch Erörterungsbedarf besteht, oder ob ein Beschluss zum Planfeststellungsverfahren getroffen werden kann", so Schmidt. Wenn dieser Beschluss getroffen sei, könne er beklagt werden. Bis Baubeginn kann es also noch dauern.

Die Regierung von Oberfranken leitet das Planfeststellungsverfahren, das im Februar 2012 aufgenommen wurde. Bei dem Projekt Lerchenhoftrasse handelt es sich um ein Gesamtprojekt zur Verlegung der B303 und für den Ausbau zur vierspurigen B173 bei Küps.


Umwelteinwirkung ausgleichen

Geprüft wurden die Auswirkungen unterschiedlicher Varianten der Führung der B 303: Über den Lerchenhof, über Tüschnitz oder über einen Ausbau der bestehenden Trasse durch Theisenort. Bestandteile der mehr als 100-seitigen UVP waren unter anderem Lärmbelästigung für Anwohner sowie Auswirkungen für Tiere, Pflanzen, Boden und Wasser.

Die Prüfung hat laut Dörfler ergeben, dass die Lerchenhof trasse nicht die umweltverträglichste der möglichen Alternativen zur Verlegung der B303 wäre. Bürger hätten bei ihren Einwendungen darauf hingewiesen und sich für den Verlauf der B 303 wie bisher über Theisenort statt über den Lerchenhof ausgesprochen. Jedoch habe die UVP laut Dörfler auch ergeben, dass fast alle Einwirkungen auf die Umwelt ausgeglichen werden könnten. "Es verbleiben jedenfalls keine wesentlichen Umwelteinwirkungen. Der Vorhabensträger sieht umfassende Ausgleichs- und Gestaltungsmaßnahmen vor."

Elisabeth Hoffmann, Vorsitzende der Kreisgruppe Kronach des Bundes Naturschutz, ist eine derer, die sich vehement für die bessere Umweltverträglichkeit der Theisenort-Trasse aussprechen. Gleichzeitig wünsche sie sich eine zwei-plus-eins-spurige Lösung für die B 173 statt des vierspurigen Ausbaus. "Wir glauben nicht, dass ein vierspuriger Ausbau der B 173 nach der Änderung der Verkehrsströme in Folge des Baues der A 73 Sinn ergibt", so Hoffmann.

Laut Holger Dörfler würden die Vorteile bei der Umweltverträglichkeit des Trassenausbaus durch Theisenort die Nachteile für Verkehrsbelange nicht aufwiegen. Weil die Theisenort-Trasse sehr nah an der Bebauung verliefe, könne sie aus Platzgründen nicht durchgängig dreispurig gebaut werden. "Zudem müsste viel für den Lärmschutz getan werden. Dadurch würde Theisenort in zwei Teile zerschnitten." Ein dritter Nachteil wäre laut Dörfler, dass nach der Legung der B 303 über eine Theisenort-Trasse viele bestehende Wegeverbindungen in dem Küpser Ortsteil unterbrochen würden.


UVP als "Zwischenerfolg"

Anwalt Bernd Söhnlein aus Neumarkt in der Oberpfalz vertritt einige der Küpser, die gegen die von der Straßenbauverwaltung favorisierte Variante der Lerchenhoftrasse und des vierspurigen Ausbaus der B 173 bei Johannisthal vorgehen. Er bezeichnet es als einen "kleinen Zwischenerfolg", dass nun die Umweltverträglichkeitsprüfung vorgenommen wurde. Zunächst habe die Straßenbauverwaltung diese nicht für nötig gehalten. Erst als das moniert wurde, habe das Bundesverkehrsministerium die Verwaltung angewiesen, die UVP nachholen zu lassen. Obwohl sie zum Teil auf alten Daten von 2003 und 2004 beruhe, so Söhnlein, belege die Untersuchung eindeutig, dass die von staatlicher Seite favorisierte Lerchenhof trasse nicht die umweltverträglichste Variante sei. Leider fehle eine Prüfung zum Anschluss der Bestandstrasse an die B 173 über einen Kreisverkehr. Ebenso fehle eine Bewertung der Auswirkungen der Verkehrsmaßnahmen auf das Naherholungsgebiet Johannisthal. Favorit der Anwohner, die Söhnlein vertritt, wäre ein Festhalten an der Führung der B 303 durch Theisenort.
Anwohnerinitiativen und der Bund Naturschutz verfolgen in Sachen Lerchenhoftrasse gleiche Ziele. Für die kommenden Tage hat Kathrin Hoffmann eine schriftliche Stellungnahme zur Sache angekündigt. Die Umweltverträglichkeitsprüfung ist im Internet einsehbar: www.stbaba.bayern.de/JohannisthalTektur.php

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren