Kronach
Politik

Landratswahl in Kronach: rot - schwarz - rot ... und dann?

Seit 1972 gab es im Landkreis Kronach nur drei Landräte. Hat sich der Amtsinhaber zurückgezogen, hat seine Partei auch das Amt verloren. Wir blicken zurück.
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Oswald Marr wird im Dezember den Landratsstuhl für seinen Nachfolger frei machen. Foto: FT-Archiv
Oswald Marr wird im Dezember den Landratsstuhl für seinen Nachfolger frei machen. Foto: FT-Archiv
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Der Countdown läuft. Noch acht Tage, dann wissen wir, wer künftig an der Spitze des Landkreises stehen wird: Klaus Löffler (CSU) oder Norbert Gräbner (SPD). Darüber entscheiden von den 67 916 Einwohnern des Landkreises Kronach insgesamt 57 602. Sie sind die Wahlberechtigten.

Blickt man in die Vergangenheit des Kreises seit der ersten Wahl von Heinz Köhler (SPD) zum Landrat im Jahr 1972, dann haben nur drei Personen in diesen 44 Jahren der Region als Landräte ihren Stempel aufgedrückt.


Schnappauf im zweiten Anlauf

17 Jahre lang hielt Köhler das Ruder in der Hand. Drei Rivalen aus dem "schwarzen" Lager konnte er dabei recht deutlich aus dem Rennen werfen (59,5 Prozent gegen Hundt, 70,3 Prozent gegen Mayr, 59,8 Prozent gegen Schnappauf). 1989 wechselte Köhler ins Europäische Parlament und machte damit den Weg frei für die bis heute spannendste
Landratswahl: Werner Schnappauf gegen Gerhard Seuling (SPD). Schnappauf brachte am Ende einen Sieg mit 51,9 Prozent ins Ziel. Sechseinhalb Jahre später distanzierte er dann mit 63,7 Prozent gleich zwei Rivalen, und diesmal deutlich (Haderlein 31,5; Memmel 4,8 Prozent).

Seit 1998 steht Oswald Marr (SPD) an der Spitze des Landkreises. Er setzte sich in drei Wahlen jeweils gegen einen CSU-Kandidaten durch (Doppel 42,7; Pfadenhauer 42,8; Korn 33,7 Prozent). So hat sich Marr mit etwa 18 Jahren knapp die längste Dienstzeit als Landrat in der Spanne seit 1972 gesichert. Doch zurück zur bevorstehenden Wahl.


Auf das Ausscheiden folgte der Wechsel

Rot - schwarz - rot - ... und dann? Wird mit dem Ausscheiden eines amtierenden Landrats aus dem Amt 2016 wieder ein politischer Kurswechsel hin zum CSU-Mann Klaus Löffler eingeläutet? Oder schafft es der SPD-Kandidat Norbert Gräbner, diesen Bann zu durchbrechen. Der 25. September wird diese Frage klären.

Interessant zu sehen wird dann auch sein, wie viele der 57 602 Wahlberechtigten ihre Stimme abgeben werden. Zuletzt war die Wahlbeteiligung nämlich überschaubar. 2010 sind von damals 58 372 Wahlberechtigten 57,37 Prozent (33 489) an die Urnen gegangen. Sechs Jahre zuvor waren es gar nur 55,02 Prozent (33 061) der seinerzeit 60 091 Wahlberechtigten. Das mag aber auch daran liegen, dass der arrivierte Amtsinhaber seinen Posten damals gegen auf dem politischen Parkett relativ frische Herausforderer verteidigt hat. Zum Vergleich: Bei der Kreistagswahl 2014 lag die Wahlbeteiligung bei 64,60 Prozent.


Zwei feste Größen in der Politik

Die besondere Konstellation heuer könnte jedoch für Spannung und somit auch für mehr abgegebene Stimmen sorgen: Beide Kandidaten sind bekannt und haben sich ihre Sporen als Bürgermeister bereits über Jahre hinweg verdient. Und der Bonus des Amtsinhabers fällt weg. Der hat manche Bürger die Wahl vielleicht schon im Vorfeld als Selbstläufer abhaken lassen.

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