Kronach
Interview

Landrat Oswald Marr: Im Ruhestand keine Lust zum Faulenzen

In nicht einmal zwei Wochen scheidet Landrat Oswald Marr (SPD) aus seinem Amt aus. Was er im Ruhestand vorhat, erzählte er im Interview.
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Oswald Marr ließ im Gespräch mit unserem Reporter Marco Meißner hinter die Kulissen blicken. Foto: Marian Hamacher
Oswald Marr ließ im Gespräch mit unserem Reporter Marco Meißner hinter die Kulissen blicken. Foto: Marian Hamacher
Wieviel ist aus 18 Jahren als Landrat im Gedächtnis haften geblieben?
Oswald Marr: Ich muss mich bemühen, das eine oder andere wieder anzudenken. Es ist tatsächlich so, wenn eine Sache rum ist, dann hat man sie zunächst nicht mehr im Kopf präsent. Der Ablauf ist ja: Wir leben in solchen Ämtern nach dem Kalender. In meinem Kalender steht, was ich machen muss, und das seit 18 Jahren. Vorab als Bürgermeister war es auch so. Du hast immer irgendetwas vor dir. Du kommst nie zum Zurückschauen. Das geht nur, wenn man sich an gewissen Punkten zwingt. So wie jetzt.

Wie wurde Oswald Marr zum Landrat?
Der Weggang von Werner Schnappauf kam damals für uns alle überraschend. Es gab natürlich Gerüchte, aber keiner wusste genau, was wirklich passieren würde. Dann standen alle Parteien vor der Frage: Wer wird Kandidat? Die SPD hat mich gefragt. Ich habe das natürlich angenommen. Ich war von 1981 bis 1983 schon in der Kreiskämmerei. Dann war ich Büroleiter bei Landrat Heinz Köhler. Ich kannte also die Abläufe und das Haus. Daher war es für mich eine Traumaufgabe.

Wie schwer fiel der Übergang vom Bürgermeister in Küps zum Landrat in Kronach?
Die Bürgermeister-Arbeit funktioniert im Wesentlichen wie die des Landrats. Die Abläufe als kommunaler Wahlbeamter kannte ich, die Anforderung, jeden Abend unterwegs zu sein, auch. Irgendwas ist immer. Du bist ständig unterwegs, weil deine Aufgabe alle Lebensbereiche abdeckt. Der Landratsposten war daher kein Bruch in meinem Leben. Ich hatte mich schon an die Arbeitszeiten eines hauptberuflichen Kommunalpolitikers gewöhnt. Ich wusste, was auf mich zukommt.
Die einzige Frage war: Mir hat auch das Bürgermeisteramt gefallen, wollte ich also in dieser Funktion bleiben. Ich hatte 1990 begonnen und bin 1996 mit 89 Prozent wiedergewählt worden - gegen einen starken CSU-Kandidaten. Wenn man das Gefühl hat, die Leute mögen einen und wollen einen, diese Bindung spürt, dann fällt es nicht leicht, zu wechseln. Trotz allem strebt der Mensch voran. Nach einer gewissen Abwägung nimmt man Aufstiegschancen wahr.

Wo liegt der besondere Reiz am Posten des Landrats?
Das Reizvolle im Unterschied zum Bürgermeister ist, dass ein Landrat eine große Verwaltung hat. Er verwaltet und vollzieht auch staatliche Gesetze, und zwar über alle Lebensbereiche hinweg. Die ganze Lebensbreite wird im Landratsamt abgebildet. Es gibt nichts, was hier nicht bearbeitet wird. Dabei kam mir auch meine Verwaltungsausbildung zugute. Es war für mich spannend, dieses Wissen umzusetzen und einzubringen - und zwar nicht nur als Sachbearbeiter, sondern an entscheidender Stelle.
Und beim Landrat landen eigentlich nur Problemfälle. Was von alleine klappt, kommt nicht zu mir. Erst wenn jemand nicht mehr weiterkommt, landet er beim Landrat und erwartet, dass ihm geholfen wird. Dann muss man - und das ist die Kunst dabei - mit Sachverstand und den verwaltungsrechtlichen Vorgaben einen Weg finden, damit man diesem Menschen hilft. Ich kann nicht das Recht aushebeln, aber ich muss im Rahmen meines Spielraums einen Weg finden, der beiden Seiten gerecht wird. Das ist das Interessante an der Landratstätigkeit.

Wie lief die Zusammenarbeit in den Gremien?
Der Landrat ist gewählter kommunaler Vertreter und Vorsitzender in den Kreisgremien. Wenn ich eine begründete Stellungnahme abgebe, wird ein Gremium normalerweise nie sagen, "das machen wir anders"; vor allem dann nicht, wenn die Mitglieder merken, dass man es ehrlich meint, nicht parteipolitisch gefärbt. Ich glaube, diesen Anspruch kann ich für mich geltend machen, dass ich nie parteipolitisch agiert habe.

Wie schwer fiel der politische Einstieg im Landratsamt?
Es war für mich nicht einfach. Ich hatte in Küps mit meiner Fraktion die absolute Mehrheit. Wir waren ein enges Gefüge und konnten auch mal gegen Widerstände vorgehen. Dann wurde ich Landrat und hatte plötzlich keine Hausmacht mehr. Ich musste mir von Anfang an immer Mehrheiten suchen. Das ging aber immer gut, eben weil ich nie ein reiner Parteigänger war. Ich hatte auch nie ein Parteiamt außer dem des Ortsvorsitzenden. Meine Meinung war immer: Im kommunalen Mandat geht es um die Sachfragen, nicht um die Partei. Wenn ich meinem Wählerauftrag gerecht werden will, muss ich für alle da sein. Ich habe auch bei Einstellungen in meinen ganzen 18 Jahren nie auf ein Parteibuch geguckt. Ich denke, ich bin gut damit gefahren.
Ein Beispiel: Raimund Schramm hatte sich 1990 noch gegen mich um den Bürgermeister-Posten beworben. Dann fing ich hier an, und er war mein Stellvertreter. Das ist eigentlich der blanke Horror für jeden. Er hat nach meiner Wahl aber nicht aufgehört. Heute bin ich mit Raimund Schramm fast freundschaftlich verbunden. Da gab's einen Riesen-Annäherungsprozess über die Jahre. Ich will damit nur sagen, man muss auf die Menschen zugehen und darf nicht immer nur alles aufrechnen. Man muss auch mal was wegstecken und vergessen können.
Dieses gute Verhältnis galt auch für die folgenden Stellvertreter: Joachim Doppel, der als Landrat mein Gegenkandidat war, und Gerhard Wunder. Ich kam mit allen drei Stellvertetern gut zurecht, obwohl sie alle von der CSU waren. Ich konnte mich auf alle verlassen, sie waren alle loyal. Das sind Qualitäten, die sind andernorts nicht so zu finden.

Welcher Mensch hat Sie über die Jahre besonders beeindruckt?
Bundespräsident Joachim Gauck hat mich begeistert. Es waren ja viele da, und ich habe viele getroffen, aber der Gauck, der hat was. Der war nahbar, der ging auf die Leute zu. Das war schon ein besonderes Erlebnis.

Wie hat sich die Region über die Jahre gewandelt?
Die jetzige bayerische Regierung hat die Randregionen in den letzten Jahren endlich mal sondergefördert, das muss man ehrlich sagen. Unsere Probleme gab's schon zu Zeiten des Grenzlandes. Da waren sie noch nicht so schlimm, da hatten wir noch die Grenzland-Sonderabschreibung. Dann sind wir in ein Loch gefallen. Verändert hat sich daran erst jetzt was, als wir nach langem Fordern erreicht haben, dass die Finanzausgleichsdaten ein wenig angepasst wurden, dass die, denen es schlechter geht, ein bisschen mehr bekommen. Und das Zweite ist, dass man Sonderförderungen aufbaut. Der Versuch, gleiche Lebensverhältnisse für alle zu schaffen, hat dazu geführt, dass es uns nun ein wenig besser geht. Es ist noch viel zu tun, aber es ist ein Schritt in die richtige Richtung.

Was war Ihre größte Enttäuschung als Landrat?
Ich habe mich damals richtig geärgert, dass der Freizeitsee in Küps gescheitert ist. Das war eigentlich die größte Enttäuschung in diesen 18 Jahren.

Kann ein Landrat angesichts der zeitlichen Belastung Freundschaften pflegen? Und lassen sich in der Politik gar neue, echte Freunde finden?
Im Amt sind so viele schwierige Entscheidungen zu treffen, da bleibt ganz sicher manches andere auf der Strecke. Wenn du nicht irgendwas hast, dass dich vollkommen vereinnahmt, hast du immer den Dienst im Kopf, irgendwelche Fälle, irgendwelche Probleme. Darunter leidet auch das Persönliche. Umso mehr ist man dankbar und froh, wenn es doch die eine oder andere intensive Freundschaft gibt. Ich war zum Beispiel mit Heinz Köhler eng verbunden. Das ist bis heute so. Dann gibt es ein breites, freundschaftliches Band. Dazu gehören zum Beispiel die Bürgermeister und die Fraktionsmitglieder.

Sie zählen auch Ihren Nachfolger Klaus Löffler zu Ihren Freunden. Ein Problem im Wahlkampf?
Es ist kein Geheimnis, dass ich mit Klaus Löffler eng befreundet bin. Und wenn ich mit jemandem befreundet bin, dann bin ich mit ihm befreundet, egal was er macht. Auch mit Norbert Gräbner bin ich befreundet. Daher gab's für mich nur eine Möglichkeit im Landrats-Wahlkampf - mich komplett rauszuhalten.

Freunde sind das eine, aber wie sieht es für den Landrat mit beruflichen Bekanntschaften aus?
Man lernt unheimlich viele Leute kennen. Das ist unvorstellbar, wen man da aus allen Schichten trifft. Das Wichtige dabei ist, dass dich die Leute danach nicht ablehnen oder gar meiden, sondern dass sie sich freuen, wenn sie dich mal wieder sehen. Dann helfen sie dir auch gerne, wenn du mal eine Frage hast. Da bleibt ein Gefühl, dass sie dankbar sind, dass deine Arbeit passt, so wie du sie machst.

Wie charakterisiert der Landrat Oswald Marr den Menschen Oswald Marr?
Ich denke, ich bin ein ganz normaler, bodenständiger Mensch und habe einen gesunden Menschenverstand. Ich mag keine Schnörkel, keine Sprechblasen. Für Bla-Bla bin ich nicht zu haben. Das regt mich auf, das kostet mich nur Zeit. Ich will wissen, um was es geht, und sage dann, was ich davon halte. Dann weiß jeder, woran er ist. Bei meinen Reden habe ich deswegen auch ganz, ganz selten eine Vorlage gehabt. Ich sage immer das, was ich gerade denke oder fühle, und das kommt bei den Leuten auch gut an. Die merken, das ist ehrlich gemeint.

Wahl oder Wiederwahl, was ist schwieriger?
Zum ersten Mal gewählt zu werden, ist relativ leicht. Die Wiederwahlen sind das Schwierige. Da kommt's drauf an, wie du deine Arbeit gemacht hast, wie du mit den Leuten umgegangen bist. Wenn die Leute sagen, "der hat nix getaugt", bist du sofort weg. Das ist der Prüfstein für deine Arbeit. Und kein Mensch kann sich auf Dauer verstellen. Die Leute merken, ob du das bist oder ob du jemanden spielst.

Hatten Sie jemals überlegt, den Job angesichts der Belastung hinzuschmeißen?
Hinschmeißen ist nicht das richtige Wort. Man weiß ja, worauf man sich einlässt. Wenn einer soweit ist, dass er hinschmeißen möchte, dann ist er für diese Aufgabe wohl nicht geeignet.
Aber man fragt sich manchmal, bist du verrückt, das alles rund um die Uhr zu machen, auch auf Kosten der Familie. Das müsste ja gar nicht sein. Die Landräte werden besoldet und auch behandelt nach dem bayerischen Gesetz für kommunale Wahlbeamte, also wir fallen unter das Beamtenrecht. Ein Beamter arbeitet 40 Stunden in der Woche. Wenn der Landrat das Doppelte arbeitet, dann macht er den Rest als Zugabe. Nun verdienen Landräte nicht schlecht, doch es gibt auch andere, die das verdienen, aber wirklich nur 40 oder 50 Stunden arbeiten. Da fragt man sich schon manchmal, muss ich das so weiter machen oder geht es auch anders. Aber den Gedanken verwirft man, wenn man in den Kalender schaut. Dann ruft die nächste Aufgabe, und man ist wieder da.

Das klingt nicht gerade nach einem Traumberuf.
Die Entscheidung, Landrat zu werden, habe ich nie bereut. Ich bin heute noch von dieser Arbeit begeistert. Landrat ist im kommunalen Bereich einer der schönsten Berufe, die es überhaupt gibt. Man muss gut steuern und mit seinen Leuten im Amt gut auskommen, dann ist das eine ganz schöne Sache.

Der Job begeistert also, ist aber auch stressig. Wie wichtig waren für Sie Urlaubsauszeiten?
Viele Leute leben ja nur für ihren Urlaub. Im Herbst geh' ich da hin, im Sommer geh' ich dort hin ... Meine Frau und ich waren seit 25 Jahren nicht mehr im Urlaub. Sie möchte gar nicht fort, und mein sehnlichster Wunsch war, weil ich sehr oft unterwegs war, einmal ein paar Tage daheim zu sein. Da freust du dich, wenn du mal ungestört dein Zeug machen kannst. Ich hatte auch nie lange Urlaub. Das Längste waren einmal 14 Tage.

Sie waren in den vergangenen 18 Jahren nicht nur Landrat.
Ein Landrat hat neben seinem Posten noch circa 50 andere Funktionen. Die vielen Zweckverbände, Vereine etc. Normal müsste man da einen Kopf haben wie ein Ballon. Diese Aufgaben bringen aber auch ein riesiges Netzwerk mit sich und man kann überall mitreden. Für den Landkreis ist es auch segensreich, wenn der Landrat zum Beispiel bei Projekten wie "Leader" oder "Landaufschwung" oder beim Naturpark Weichen mit stellen kann.

Gab es in solchen Funktionen auch besondere Erlebnisse für Sie?
Ich war unter anderem Vizepräsident des Verbands deutscher Naturparke, das war hochinteressant. Da sind im Moment 102 Naturparke deutschlandweit organisiert. Sitz ist in Bonn. Da kommst du jedes Jahr in einen anderen Naturpark, und jeder zeigt dir seine besten Seiten. Was ich da gesehen habe, könnte man sonst gar nicht erleben, weil man alleine diese bemerkenswerten Orte gar nicht findet. Das waren unvergessliche Eindrücke.

Folgt man Ihren Schilderungen, waren Sie nicht nur zu 100, sondern zu 110 Prozent Landrat. Zu wie vielen Prozent werden Sie künftig Privatmann sein?
Ich werde auch zu 110 Prozent Privatmann sein. Bis Oktober 2018 bleibe ich noch Bezirksrat, was bisher etwas untergegangen ist. Das ermöglicht mir einen Übergang von der jetzigen Vollpower-Amtszeit ins Privatleben. Was ich nicht mehr machen werde, ist, dass ich neue Verpflichtungen eingehe.
Ich habe mir geschworen, ich gehe in kein neues Gremium mehr. Ich werde ja im März 70 Jahre alt. Insoweit will ich von meinem letzten Lebensabschnitt nach dem Ausscheiden aus dem Beruf auch etwas haben. Ich freue mich, dass dann der Druck weg ist, ich etwas gelöster sein kann.

Fällt Ihnen da nicht bald die Decke auf den Kopf?
Ich habe so viel gemacht, ich freue mich jetzt einfach darauf, mal zu Hause zu sein. Da habe ich so viel zu tun, das kann man sich gar nicht vorstellen. Ich habe einen kleinen Bauernhof, auf dem ist ständig etwas zu machen, jeden Tag. Außerdem möchte ich meine Fähigkeiten hier und da noch ein bisschen einbringen. Ich schweiße, ich installiere und ich nähe gerne. Neulich habe ich meine erste Hose gekürzt, nach Anleitung auf Youtube. Das muss man alles ausprobieren. Ich habe ja nie einen Schneiderkurs gemacht. Mir wird nie langweilig. Ich habe 1000 Dinge zu tun.

Im Jahr 2013 erfuhren Sie von ihrer Darmkrebs-Erkrankung. Wie haben Sie die Zeit seither erlebt?
Die Krankheit war sehr präsent. Es gibt Kollegen, die in einer solchen Situation aufgehört haben. Ich habe nie daran gedacht. Wenn man so eine Krankheit hat, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder stellt man die Erkrankung in den Vordergrund und lebt danach, stellt alles andere hinten an. Oder man geht gegen die Krankheit an. Ja, man tut manchmal vielleicht sogar, als ob sie nicht da wäre, als ob sie nicht das Wichtigste wäre. Und ich wollte der Krankheit nicht Recht geben. In meiner Ausbildung als Verwaltungsbeamter habe ich gelernt: "Krankheit ist ein vorübergehender, regelwidriger Körperzustand". So ist die Definition im Verwaltungsrecht. Das heißt, wenn ich krank bin, dann ist das für mich vorübergehend. Das bedeutet, die Krankheit vergeht wieder, ich bin deswegen auch nicht dienstunfähig. Ich habe darum so schnell wie möglich wieder gearbeitet. Ich denke, ich habe auch wieder alle meine Dienstpflichten erledigt.
Jetzt geht es mir wieder gut. Ich war kürzlich erst bei der Nachkontrolle; es war alles ok, da bin ich sehr zufrieden.

Wie wird der Übergang zwischen den beiden Landräten und Freunden Oswald Marr und Klaus Löffler ablaufen?
Es wird mehrere Gespräche geben, wobei ich dem Klaus natürlich gerne alles erkläre, was es zu erklären gibt. Es ist aber nicht so, dass ich nur einen Schreibtisch übergebe und sage: "Das ist jetzt das, das und das." Es gibt vieles, was am Laufen ist. Aber alles, was im Kreistag oder im Kreisausschuss läuft, das weiß er ohnehin, das hat er miterlebt. Wenn später noch Fragen da sind, kann er sie mir jederzeit stellen. Ich bin schließlich nicht aus der Welt.

In welchem Zustand übergeben Sie den Landkreis?
Ich übergebe den Landkreis in einem sehr guten Zustand. Wir haben in allen Parametern gute Zahlen. Wir haben in den letzten Jahren einen enormen Aufschwung genommen. Gerade bei den Schulen und Straßen haben wir viel gemacht. Bis auf die Berufsschule sind alle Schulen schon irgendwo saniert worden. Auch der Kulturraum. Der Landkreis macht inzwischen zudem viel im Bereich der weichen Standortfaktoren, zum Beispiel im Tourismus die "Wanderbare Region". Da stecken zwei Jahre schwierige Arbeit und ein Haufen Geld drin.
Viele sind auf uns neidisch. Auch auf die Arbeitslosenzahlen. Wir haben eine Gesamtverschuldung des Landkreises von circa elf Millionen Euro, das hat es noch nie gegeben. Als ich angefangen habe, hatten wir 38 Millionen. Wir haben unheimlich viel gemacht.
Die Zusammenarbeit im Landkreis ist hervorragend. Die kann eigentlich nirgendwo besser sein. Wenn ich sehe, wie die Wirtschaftsbetriebe mit der Kommunalpolitik zusammenarbeiten. Wenn ich sehe, dass zwei Betriebe im oberen Frankenwald jeweils 200 000 Euro für die FOS gegeben haben - wo gibt's das noch, das jemand aus seiner Schatulle Geld gibt und in ein öffentliches Projekt steckt? Es wird uns auch immer wieder bestätigt, dass wir da hervorragende Voraussetzungen haben.
Wir arbeiten aber mit den umliegenden Landkreisen auf verschiedenen Feldern gut zusammen. Ich komme auch persönlich mit den dortigen Landräten gut zurecht und bin ihnen freundschaftlich verbunden.

Welchen Rat geben Sie Ihrem Nachfolger als Erfolgsrezept mit auf den Weg?
Das Wichtigste ist, man muss Mensch bleiben und seinen gesunden Menschenverstand einsetzen - darum geht's. Ich halte Klaus für einen einfühlsamen, prima Menschen. Und wenn er so mit den Leuten umgeht, dann dürfte das kein Problem geben. Man muss als Landrat ab und zu auch auf sein Bauchgefühl hören und darf nicht alles machen, was andere wollen - auch nicht alles, was die Verwaltung vorschlägt. Die Verwaltung arbeitet nach ihren Gesetzen, nicht nach denen eines kommunalen Wahlbeamten, das ist ein kleiner Unterschied. Man darf aber auch nicht gleich auf jeden Satz aus der Politik anspringen. Auch das muss man erst einmal kritisch betrachten, schauen, was ist richtig, was ist falsch. Ansonsten rate ich nur: Mensch bleiben!
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