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Küps
Marktgemeinderat

Küpser Schulsanierung kostet Millionen von Euro

Der Mitteltrakt und die alte Turnhalle müssen abgerissen und durch Neubauten ersetzt werden. Das ist billiger als eine Instandsetzung nach neuesten Richtlinien. Nur der Westflügel kann nach umfangreichen Umbauten erhalten werden.
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Der Mittelbau wird abgerissen und durch einen zweckmäßigeren und kleineren Trakt ersetzt.  Fotos: Friedwald Schedel
Der Mittelbau wird abgerissen und durch einen zweckmäßigeren und kleineren Trakt ersetzt. Fotos: Friedwald Schedel
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Die Schule in Küps muss dringend saniert werden. Das kostet mehrere Millionen Euro. Der Marktgemeinderat Küps beschloss in seiner Sitzung am Dienstagabend - in dieser Reihenfolge - den Abriss und Neubau des Mitteltrakts, die Generalsanierung des Westgebäudes sowie den Abriss und Ersatzbau der alten Turnhalle. Wegen des Brandschutzes sind Sofortmaßnahmen erforderlich. Der Marktgemeinderat erkannte den dringenden, sofortigen Handlungsbedarf an.

Die Schulleitung hatte an Bürgermeister Herbert Schneider (parteilos) geschrieben. Es liege dringender Handlungsbedarf vor. Ein weiteres Hinausschieben könne nicht mehr verantwortet werden. Die Beschulung während der Baumaßnahmen könnte zwar beengt, aber ohne Container oder Auslagerung erfolgen.
Man befürworte das Konzept, das der Architekt ausgearbeitet hatte.


Bis zu drei Jahre Bauzeit

Architekt Kersten Schöttner stellte die qualitative Bestandsbewertung der Gebäude auf 28 Seiten vor und ging auf die Fördermöglichkeiten ein. Diese bezifferte er mit 60 bis 70 Prozent. Die Bauzeit liege zwischen eineinhalb und drei Jahren. Für den Mitteltrakt empfahl er einen Abbruch und einen Neubau (gut zwei Millionen Euro) in reduzierter Größe. Das sei 235 000 Euro günstiger als die Sanierung - und das noch bei ungünstigen Raumzuschnitten. Zusätzlich könnten beim Neubau Funktionen und Grundrisse optimiert sowie der laufende Unterhalt gesenkt werden.

Den zehn Jahre jüngeren Westtrakt bewertete Schöttner positiver. Dieser Flügel könne für die vorgesehene Nutzung wiederverwendet werden. Die Sanierungskosten betrügen 84 Prozent der Neubaukosten. Letztere summierten sich aber auf über eineinhalb Millionen Euro. Bei einem Abbruch müsste man Fördermittel des Jahres 2007 zurückzahlen, da die Mittelbindung 25 Jahre betrage.


Liste von Sofortmaßnahmen

Die alte Turnhalle (24 mal zwölf Meter) sei auf Grund ihres Alters nicht sanierungswürdig. Schöttner empfahl einen Ersatzbau als Kleinsport- (18 mal zwölf Meter) oder Sporthalle (27 mal 15 Meter). Die Kleinsporthalle würde etwa 900 000 Euro kosten, die Sporthalle 1,6 Millionen Euro. Die Kostendifferenz für die Gemeinde liege wegen der Förderung bei 300 000 bis 400 000 Euro.

Der Architekt hatte auch eine Liste mit Sofortmaßnahmen erstellt, die wegen der brandschutztechnischen Mängel baldigst umgesetzt werden sollten. Die Mängel hatten sich auf Grund von baurechtlichen Änderungen nach der Errichtung der Gebäude ergeben. Nach dem Umsetzen der Maßnahmen könne der Schulbetrieb in diesen Gebäudeteilen noch maximal fünf Jahre erfolgen, informierte der Architekt. Für den kleinen Festsaal wäre während der Bauzeit ein Außentreppenturm nötig, der zu teuer wäre. Also werde der Saal in der betreffenden Zeit nicht benutzt.


Es gibt zu viele Eingänge

Die Bauarbeiten müssten nach und nach erfolgen, um den Schulbetrieb zu gewährleisten. Auch im Hauptbau seien Umbauten notwendig. Kersten Schöttner schlug vor, zuerst den Mitteltrakt anzugehen, dann die Sanierung des Westflügels. Zum Schluss sei die alte Turnhalle dran. Dann werde man etwa eineinhalb Jahre keine zweite Halle haben. Das Sicherheitskonzept sei zu überdenken, denn es gebe zu viele Eingänge in die Schulgebäude und keinen definierten Pausenhof, warnte der Architekt. Hinsichtlich der Außenanlagen könne man noch keine Aussagen machen.



Kurzmeldungen aus dem Marktgemeinderat

Zugtaufe Der Markt hat dank des regen Votings der Bürger eine von zehn Zugpatenschaften von DB-Regio Nordostbayern gewonnen. Die Zugtaufe wird am 20. August im Bahnhof von Bad Staffelstein stattfinden.

Staatspreis Der Ortsteil Tüschnitz hat für den Hochwasserschutz und Schlossplatz einen mit 2000 Euro dotierten Sonderpreis des Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten erhalten.

Hundesteuer Die Hundesteuer wird ab kommendem Jahr von 25 auf 30 Euro für jeden Hund erhöht. Das bringt Mehreinnahmen von etwa 2500 Euro pro Jahr. Bei der Umstellung auf Euro hatte man die Steuer letztmals erhöht. Für so genannte Kampfhunde wird keine erhöhte Steuer erhoben, denn alle fünf dieser Hunde im Markt haben den Wesenstest bestanden oder legen ihn im Alter von 18 Monaten ab. Auch für den Zweithund würden sich Mehreinnahmen im Vergleich zum Verwaltungsaufwand nicht rechnen. Der Mittelwert bei einer Umfrage unter den Gemeinden habe bei 29 Euro gelegen. Die Verwaltung wollte eigentlich um zehn Euro (40 Prozent) erhöhen. Marktgemeinderäte schlugen vor, Kotbeutel an bestimmten Stellen vorzuhalten.

Haushalt Der Bürgermeister teilte mit, dass die Gewerbesteuer um 50 000 Euro über dem Ansatz von 1,8 Millionen Euro liege. Eine Kreditaufnahme von 1,7 Millionen Euro sei vorgesehen. Bislang seien keine Kredite aufgenommen worden.

Dorferneuerung Die Dorferneuerung Theisenort in den Straßen Blumenstraße, Kellergasse und Untere Dorfstraße kostet über 1,1 Millionen Euro. Der Kostenbeitrag des Marktes Küps beträgt 466 000 Euro. Diese Kostenvereinbarung billigte der Marktgemeinderat. Ralf Pohl (SPD) forderte eindringlich, dass auf jeden Fall Leerrohre für schnelles Internet mit verlegt werden sollen. Dem pflichtete auch Bernd Rebhan (CSU) bei.

Friedhof Sibylle Schwemmlein aus Oberlangenstadt wünschte sich im dortigen Friedhof ein Urnengräberfeld oder eine Urnenwand und trug ihr Anliegen bei der Bürgerfragestunde vor.


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