Kronach
Ausstellung

Künstlerin zeigt in Kronach Bilder abstrakter Wirklichkeit

Erscheinungen der banalen Alltäglichkeit bekommen in den Fotos von Angela George-Morelli eine neue, manchmal magische Dimension.
Artikel drucken Artikel einbetten
Der Vorsitzende des KKV, Karol J. Hurec, zeigte sich über die tolle Ausstellung von Angela George-Morelli sehr erfreut. Foto: Michael Wunder
Der Vorsitzende des KKV, Karol J. Hurec, zeigte sich über die tolle Ausstellung von Angela George-Morelli sehr erfreut. Foto: Michael Wunder
+4 Bilder
Durch unser Schauen beleben wir Dinge, Natur, Kunstwerke, Räumlichkeiten und bringen sogar Steine dazu, uns ihr "Gesicht" zur zeigen. Die in Kronach aufgewachsene Künstlerin Angela George-Morelli zeigt in der Ausstellung "Schauen" beim Kronacher Kunstverein (KKV) derzeit digitale Fotografien, Collagen und Montagen.
Bei der Ausstellungseröffnung am Wochenende stellte der Kronacher Kunstpädagoge Thomas Ludwig einige Gedankengänge zur Ausstellung vor. Wie er sagte, hätten sich große Künstler die Fotografie schon lange zur Hilfe gemacht. Dabei sei der Unterschied zwischen den heutigen digitalen Aufnahmen und der analogen Technik gar nicht so unterschiedlich, wie meist vermutet wird.


Festes Material

Die Fotografie sei ein Abbild der Wirklichkeit, der Fotoapparat diene lediglich als Werkzeug. Ein guter Fotograf könne auch mit einer einfachen Kamera gute Bilder machen. Wichtig sei es, das man zur richtigen Zeit am richtigen Ort sei und auch den Auslöser im passenden Moment drücke. Die Künstlerin Angela George-Morelli liebe festes Material, da stecke Kraft und Power dahinter, meinte Ludwig. Wie jeder Künstler so schaue auch die ausstellende Künstlerin über den eigenen Tellerrand hinaus und lasse sich dabei nicht in die Karten schauen.
George-Morelli zeigte sich erfreut über das große Interesse an der Ausstellung. Sie stelle den Besuchern die Einstiegsphase ihrer künstlerischen Tätigkeit vor. Nach dem Ende ihrer Berufstätigkeit und der Übersiedlung nach Rom sei es ihr darum gegangen, ein neues Reich zu erobern. Als sie einst mit leeren Blicken den Himmel abgesucht habe, sei ihr Blick an der aufgehängten Wäsche der Nachbarin hängen geblieben, allerdings zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnend, welche Visionen sich hier ergeben könnten. Gerade dort habe sich das Tor zu einem neuen Reich der Freiheit geöffnet. Wind und Sonnte hätten fortwährend neue, beglückende Metamorphen, unentdeckte Welten, faszinierende Landschaften, Feuervögel, Wüsten, explodierende Vulkane, Segel - einen neuen Kosmos erschaffen.

Der Vorsitzende des KKV, Karol J. Hurec meinte, dass in der Galerie schon einige Kronacher Künstler ausgestellt hätten, die anschließend vom Landkreis weggegangen seien. Bei Angela George-Morelli sei dies umgekehrt. Nach ihrer beruflichen und künstlerischen Tätigkeit in verschiedenen Orten der gesamten Welt habe ihr Weg zurück nach Kronach geführt, wo sie vor vielen Jahren zur Schule gegangen sei. Weiter sagte er: "In den Arbeiten von Angela Goerge-Morelli sehen wir eine Verschmelzung von Kunst und Leben." Hier werde das Schauen selbst thematisiert - Erscheinungen der banalen Alltagswelt bekämen eine neue, manchmal magische Dimension.

Gezeigt wird, wie Menschen schauen, wie sie zum Beispiel Kunst betrachten und welche Beziehung sich zwischen Betrachter und Kunstwerk ergibt. Hurec: "Wir sehen, wie sich die Natur verändert, wenn sie von der Fotografin angeschaut wird."
Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren