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Kronach
Symbol

Kronach bringt Fairtrade zum Blühen

Vertreter der Fairen Stadt und Schülerinnen pflanzten am Mittwoch mit Blumen das Fairtrade-Logo auf dem Landesgartenschau- Gelände.
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Nina, Luisa, Jule und Annika helfen beim Pflanzen des Fairtrade-Logos mit. Foto: Heike Schülein
Nina, Luisa, Jule und Annika helfen beim Pflanzen des Fairtrade-Logos mit. Foto: Heike Schülein
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Das Fairtrade-Siegel, gepflanzt in gelben, blauen und dunkelvioletten Blumen auf schwarzer Erde: Der bunte Hingucker auf der Wiese zwischen dem Kletterturm und dem Labyrinth auf dem LGS-Gelände springt sofort ins Auge.

Seit diesem Mittwoch sagt Kronach sprichwörtlich durch die Blume, dass man seit September 2014 Fairtrade-Stadt ist und für fairen Handel sowie faire Waren steht. Mit dem floralen Blickfang wünschen sich die Verantwortlichen noch mehr Aufmerksamkeit für das Dauer-Ziel, für fairen Handel zu sensibilisieren und das breite Produktspektrum bekannt zu machen.

Mit dem Erhalt des Siegels hatte der Steuerungskreis "Faire Stadt Kronach", die unter anderem aus Mitgliedern des Kronacher Einzelhandels, Gastronomen und Vertretern der Kirchen sowie auch Zweite Bürgermeisterin Angela Hofmann besteht, ein wichtiges Ziel erreicht.

Mehr als nur ein Titel

Den
Initiatoren geht es aber um mehr als "nur" einen Titel. Man will ihm Leben einhauchen und die Fairtrade-Idee weiterentwickeln. Fairtrade meint damit den Handel mit Produkten, die ohne Zwangs- beziehungsweise Kinderarbeit entstehen und für die die Hersteller eine faire Entlohnung erhalten. Auf diese Intensionen macht man nun auch mit der Pflanzaktion auf dem LGS-Gelände aufmerksam.

"Wir haben uns bewusst für diesen Ort entschieden, weil hier viele Leute vorbeikommen - Einheimische wie auch Gäste, die hier spazieren gehen oder Fahrrad fahren", erklärt Zweite Bürgermeisterin Angela Hofmann. Die Idee dafür sei im Steuerungskreis entstanden, der regelmäßig zu Treffen zusammenkomme. Gemeinsam möchte man den Gedanken des Fairen Handels noch stärker in die Bevölkerung hineintragen, öffentlich publik machen und insbesondere ihn auf eine breite Basis stellen. "Daher finde ich es auch ganz toll, dass heute bei dieser Aktion auch Schülerinnen dabei sind", freut sie sich.

"Wir wollen den guten und gerechten Gedanken des Fairen Handels in die Welt bringen", schließt sich ihr Ute Fischer Petersohn an. Im Zuge der Kolonialisierung seien viele Menschen ausgebeutet und ihrer Schätze beraubt worden.

Faire Entlohnung

Es gehe um eine faire Entlohnung zu einem festen Markpreis und eine Wertschätzung für deren Arbeit. Man wolle den Menschen aufzeigen, dass ihre Lebensmittel und ihre Arbeit etwas wert seien. Sollte ein Überschuss vorhanden sein, fließe dieser voll in soziale Projekte oder in die Infrastruktur, um den Bauern dort die Arbeit zu erleichtern. Ein wichtiges Thema sei auch die Weiterbildung - so beispielsweise im Sinne eines biologischen Anbaus ohne Pestizide.

"Die Menschen dort wollen keine Almosen, sondern für ihre Produkte einen fairen Preis", ist sich Elisabeth Hoffmann sicher. Ganz wichtig sei die Abschaffung der Kinderarbeit. Die Stadt sollte hier als Vorbild vorangehen und gerade auch bei kommunalen Anschaffungen auf das Herkunftsland achten.

Dies gelte auch für Vereine, Institutionen, Verbände und alle anderen Einrichtungen. "Belohnt" dafür werde man einerseits mit dem Gefühl, etwas Gutes getan zu haben, wie auch mit dem Erwerb qualitativ hochwertiger Bioware.

Husarenknöpfchen, Männertreu und Petunien

Das Siegel wurde am Mittwochvormittag mit gelben Husarenknöpfchen, blauem Männertreu und dunkelvioletten Petunien gepflanzt. Die Pflanzaktion ist ein Gemeinschaftsprojekt der Steuerungsgruppe der Fairen Stadt Kronach, der Ökologischen Bildungsstätte Oberfranken und der Unicef-Gruppe des Frankenwaldgymnasiums - mit Unterstützung durch die beiden Kirchen sowie den Obst- und Gartenbauverein Kronach.

An die Arbeit machten sich seitens der Lenkungsgruppe die Mitarbeiterin des Karibus-Weltladens, Ute Fischer Petersohn, Elisabeth Hoffmann, zugleich Kronacher Kreisvorsitzende des Bundes Naturschutz, Pastoralreferentin Birgitta Staufer und Jugenddiakonin Annette Hofmann sowie von der Ökologischen Bildungsstätte Oberfranken Christine Neubauer.

Matthias Simon von der Unicef-Gruppe des Frankenwaldgymnasiums hatte zusätzlich noch seine Schülerinnen Annika, Luisa, Jule und Nina als Unterstützung mitgebracht, die eigens ihre Ferien für diese Aktion unterbrachen.

Das Gießen und die Pflege übernehmen Mitglieder vom Obst- und Gartenbauverein Kronach. Die Kosten dafür teilen sich die katholische und die evangelische Kirche in Kronach. Die vom Bauhof angelieferten Pflanzen und die Erde wurden von Kronachs Zweiter Bürgermeisterin Angela Hofmann gesponsert.

Ziele auf einer Infotafel

Neben dem gepflanzten Logo wurde ein Schild aufgestellt, mit dem man auf die Forderungen und Ziele der "Fairtrade-Stadt" Kronach hinweist - nämlich "Faire Partnerschaft", "Bessere Arbeitsbedingungen", "Verbot von ausbeuterischer Kinderarbeit" sowie "Fair zur Natur".

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