Marktrodach
Pachtvertrag läuft aus

Kreuzbergklause: Geht nun eine Tradition zu Ende?

Schon länger wurde gemunkelt, dass etwas mit der Kreuzbergklause geschehen soll. Doch was genau, war bis jetzt nicht klar. Thomas Teuchgräber klärt auf.
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Der Pachtvertrag der Kreuzbergklause läuft Ende Mai aus. Dann muss man sehen, wer das Gebäude kauft und was er damit macht. Foto: Lisa Kieslinger
Der Pachtvertrag der Kreuzbergklause läuft Ende Mai aus. Dann muss man sehen, wer das Gebäude kauft und was er damit macht. Foto: Lisa Kieslinger
Die Kreuzbergklause scheint eine dieser Never-Ending-Storys zu sein. In den letzten sieben Jahren haben viele verschiedene Pächter versucht, den Gasthof am Kreuzberg erfolgreich zu bewirtschaften - teils mit ungewöhnlichen, kreativen Ideen. Der jetzige Pächter bot die Kreuzbergklause als Feier-Location an. Gäste konnten diese bei ihm mieten. Um den Rest, wie Essen und Trinken, mussten sie sich selbst kümmern. "Schon von Anfang an hatte der Pächter einen befristeten Vertrag. Er wollte es erst einmal ausprobieren", erklärt der Kronacher Stadtpfarrer Thomas Teuchgräber. Er ist Vorstand der Kreuzbergkapellenstiftung - ihr gehört die Kreuzbergklause. Ende Mai läuft der Pachtvertrag aus. Der aktuelle Pächter will nicht weitermachen. Das Konzept sei nicht so aufgegangen, wie erhofft, meint Teuchgräber.

In einer Sitzung hat sich die Stiftung Gedanken gemacht, wie es auf dem Kreuzberg weitergehen soll. "Wir haben lange überlegt und uns die Entscheidung nicht einfach gemacht", meint Teuchgräber. Aber es bringe nichts, die Entscheidung auf die lange Bank zu schieben: Das Haus auf dem Kreuzberg soll verkauft werden. "Personell und auch zeitlich hat uns die ständige Suche nach einem neuen Pächter immer über Gebühr gefordert. Das können wir auf Dauer nicht leisten." Also kam es zu der Entscheidung, dass das Gebäude verkauft werden soll.

Das Grundstück wie auch die Kapelle bleiben jedoch im Besitz der Stiftung - das muss kirchliches Grundvermögen bleiben. "Der Käufer kann im Jahr einen gewissen Grundsatz zahlen und dafür das Grundstück nutzen", erklärt der Stadtpfarrer. Das werde dann im Rahmen des Erbbaurechts vergeben (siehe unten).


Es muss kein Gasthaus werden

Was der neue Eigentümer mit der Kreuzbergklause macht, stehe ihm vollkommen frei. "Es muss nicht als Gasthaus genutzt werden", meint der Kirchenpfleger Wolfgang Simon. Im Obergeschoss könne der neue Eigentümer wohnen. "Und im Untergeschoss können wir uns so etwas vorstellen wie eine Praxis, eine Werkstatt oder eine Anwaltskanzlei", meint Teuchgräber. Es sei nur wichtig, dass die neue Nutzung des Hauses mit der Kapelle kompatibel ist.

Die Gottesdienste am Mittwochvormittag, Maiandachten und Hochzeiten am Samstag: "Der Käufer muss wissen, dass nebenan eine Kirche ist, die zu bestimmten Zeiten frequentiert wird", so der Stadtpfarrer. Doch die beiden sind optimistisch: Auch in der Vergangenheit habe es nie irgendwelche Dispute gegeben.

Das mit der Kreuzbergklause eine Tradition zu Ende gehe, sei "jammerschade". "Wir haben jeder Idee eine Chance gegeben. Aber es konnte sich kein Pächter halten", meint Teuchgräber. Es sei heutzutage einfach schwer, von einer Gastwirtschaft leben zu können. "Um die Kosten decken zu können, müsste die Kreuzbergklause einen Zulauf von einigen Dutzend am Tag haben", so der Stadtpfarrer. In den letzten sieben Jahren habe sich gezeigt, dass das nicht funktioniert.

Einer anderen Nutzung will die Stiftung nun nicht mehr im Weg stehen. "Es ist einfach wichtig, dass das Gebäude genutzt wird, egal wie", meint der Kirchenpfleger. In den letzten zwei Jahren hat die Kreuzbergkapellenstiftung einen mittleren fünfstelligen Betrag in die Gastwirtschaft investiert. Doch gebracht habe das nichts. "Wir haben es lange genug versucht", meint Wolfgang Simon.


In alle Richtungen gedacht

Die Entscheidung, dass die Klause verkauft werden soll, habe sich die Stiftung nicht leicht gemacht. Es wurde in alle Richtungen gedacht. Auch die Flüchtlingsunterbringung war ein Gedanke. "Dafür müssten wir aber Investitionen machen, die wir von der Stiftung nicht haben", so Teuchgräber. Zudem sei das Gebäude völlig ab vom Schuss. "So stellen wir uns Integration nicht vor", sagt der Stadtpfarrer, der in kirchlichen Wohnungen in Kronach und Zeyern 14 Flüchtlinge untergebracht hat.

Ende Mai läuft der Pachtvertrag für die Kreuzbergklause endgültig aus. Ein Vertragsbeginn sei bereits ab dem 1. Juni möglich. Doch bis dahin muss erst einmal geklärt werden, wieviel ein Käufer für die Kreuzbergklause hinlegen muss. "Ein Gutachter wird das Haus demnächst einschätzen und darauf verlassen wir uns dann auch." Bewerbungen können jedoch schon jetzt an das katholische Pfarramt Kronach gerichtet werden.

Das Erbbaurecht

Erklärung Das Erbbaurecht ist das Recht, in der Regel - nicht jedoch notwendigerweise - gegen Zahlung eines regelmäßigen Betrages auf oder unter der Oberfläche eines Grundstücks ein Bauwerk zu errichten oder zu unterhalten. Aus Sicht des Eigentümers des Grundstücks ist das Erbbaurecht ein beschränktes dingliches Recht, das auf seinem Grundstück lastet. Erbbaurechtverträge laufen in der Regel zwischen 75 und 99 Jahren. Quelle: Wikipedia
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