Kronach
Straßenbau

Kreistag Kronach fordert ein Nachbessern beim Verkehrswegeplan

Der Kreistag Kronach fordert einmütig Nachbesserungen im Bundesverkehrswegeplan. Vor allem Küps und Pressig sind Knackpunkte.
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Der Kreistag fordert eine Nachbesserung des Bundesverkehrswegeplans unter anderem für den Ausbau der B 173 zwischen Zettlitz und Küps. Foto: Archiv/Meißner
Der Kreistag fordert eine Nachbesserung des Bundesverkehrswegeplans unter anderem für den Ausbau der B 173 zwischen Zettlitz und Küps. Foto: Archiv/Meißner
Die Ortsumgehung Pressig (B 85) soll in den "vordringlichen Bedarf" des Bundesverkehrswegeplans (BVW) zurückkehren. Gleiches gilt für den Ausbau der B 173 auf der Strecke Zettlitz - Küps mit der Ortsumgehung Oberlangenstadt und der Ortsdurchfahrt Küps in einer von der Marktgemeinde unterstützten Variante. In den "weiteren Bedarf" sollen die Umgehungen von Knellendorf und Stockheim/Gundelsdorf (B 85) kommen. Und der Ausbau der Ortsumgehungen Unterrodach (B 173) sowie Seibelsdorf (B 303) soll an die Vorstellungen des Marktes Marktrodach angepasst werden. Dies sind die einmütig verabschiedeten Forderungen des Kreistags zur BVW-Anhörung.

Heinz Köhler (SPD) eröffnete zunächst die längere Diskussion. Er bezeichnete den aktuellen Entwurf des BVW für die Zeitspanne von 2015 bis 2030 als "einzige Enttäuschung". Die Ortsdurchfahrt Unterrodach sei in einer Form enthalten, die offenbar keiner wolle, dafür fehle die Umgehung Pressig komplett. "Die wird wahrscheinlich nie mehr kommen", unkte Köhler für den Fall, dass sie nicht noch in den neuen Plan nachrutscht. Auch die Anbindung bei Küps fehle komplett. "Wenn es so bleibt, ist sie tot! Das ist eine Katastrophe!", schimpfte er.


Wünsche der Gemeinde beachten

Auch Stefan Wicklein (FW) zeigte sich enttäuscht von der jüngsten Entwicklung, weshalb die Freien Wähler - ebenso wie die CSU - einen Antrag gestellt hatten, Verbesserungsvorschläge zum BVW anzumelden. Dabei sprach er sich gegen einen verbalen Schmusekurs mit der Regierung aus, den er aus dem CSU-Antrag herauslas. Man sollte die Wünsche der Marktgemeinde Küps unterstützen und außerdem alle betroffenen Ortsdurchfahrten im Bereich der B 85 einfordern, so Wicklein. Der jetzige Planentwurf bedeute aus Sicht des Landkreises jedenfalls eine Verschlechterung gegenüber dem alten BVW.

Reinhold Heinlein (CSU) unterstrich, dass für die Umgehung von Pressig schon lange geplant und in das Projekt investiert werde. "Es wurde signalisiert, dass in Kürze gestartet werden könnte", betonte er. "Jetzt haben wir eine herbe Enttäuschung im Hinblick auf die Nord-Süd-Achse im Landkreis."

Hans Rebhan (CSU) ärgerte sich über die "endlose Geschichte" des B 173-Ausbaus. Daher appellierte er an die Räte, sich nicht über Fehler der Vergangenheit zu streiten, sondern Einigkeit zu zeigen. "Sonst haben wir gegen die anderen Regionen keine Chance." Gemeinsam müsse für den Ausbau bei Küps und eine Tunnel-/Trog-Lösung gekämpft werden. Die Herausnahme dieses Abschnitts aus dem BVW widerspreche allen Verlautbarungen, die B 173 als Hauptachse der Region auszubauen.


"Absolut lebensnotwendig für den Kreis"

Peter Ebertsch (CSU) hält den Ausbau bei Küps ebenso wie die Ortsumgehungen entlang der B 85 für "absolut lebensnotwendig für den Kreis Kronach". In Zukunft drehe sich bei der Industrie, im Tourismus, aber auch bei den Bürgern die Diskussion nicht mehr um Distanzen, sondern um Lenkzeiten.

Bernd Liebhardt (CSU) sprach sich für ein "verbales Abrüsten" im Gremium aus, um zu einer von allen tragbaren Lösung zu kommen. Ralf Pohl (SPD) wollte ebenso wie Landrat Oswald Marr (SPD) Forderungen stellen, die das Optimale für den Landkreis bedeuten - ohne abgeschwächte Varianten, wie zunächst im CSU-Antrag. "Wir sollten nicht gleich Abstriche machen, sonst geht es am Ende Richtung Null-Lösung", mahnte Pohl.

Und Peter Hänel (FW) schloss sich seiner Meinung an, sich nicht zu sehr auf "intelligente Lösungen" und Absprachen zu verlassen. "Die Halbwertszeit von Zusagen ist oft recht gering", sei seine Erfahrung.

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