Neukenroth
Bayern-Fans

Klaus Augenthaler in Neukenroth umjubelt

Einen umjubelten Empfang bereiteten über 500 Bayernfans ihrem Fußballidol Klaus Augenthaler am Samstag in der Zecherhalle in Neukenroth.
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Ehrenmitglied Joachim Beez (r.) zeigt Klaus Augenthaler das Juwel und die Besonderheit des Fan-Clubs Neukenroth: die Fanclub- Kette mit allen Titeln des FC Bayern geschmückt. Foto: K. H. Hofmann
Ehrenmitglied Joachim Beez (r.) zeigt Klaus Augenthaler das Juwel und die Besonderheit des Fan-Clubs Neukenroth: die Fanclub- Kette mit allen Titeln des FC Bayern geschmückt. Foto: K. H. Hofmann
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Der einstige Fußballprofi und Weltmeister, Klaus Augenthaler, war Stargast beim Oberfrankentreffen der FC-Bayern-München-Fan-Club Vereinigung Oberfranken aus Anlass des 50. Jubiläums des FC Bayernfanclub Neukenroth.
Und die wichtigste Nachricht, die zu frenetischen Beifallsstürmen führte, entbot "Auge" zum Schluss einer Talkrunde: "Ich bin seit heute, 1. Juli, wieder ein FC-Bayern-München-Angestellter und habe einen Vertrag beim FC Bayern München." In der über einstündige Talkrunde, beantwortete er Fragen von Vorsitzenden und Fans geduldig, sachlich und auch locker immer mit einem Schuss Humor. "Ich freue mich wehr, wieder Rot-Weißer zu sein und ich freue mich auf meine Aufgabe in dem Unternehmen FC Bayern München. Es ist ein stattliches Unternehmen mit über 600 Millionen Euro Umsatz und 500 Beschäftigten, davon bin ich nun einer", sagte er schmunzelnd. Seine Aufgabe werde vor allem der Jugend zugewandt sein. Der deutsche Rekordmeister habe mit einem neuen Campus mit einem 70 Millionen Projekt für die Jugendarbeit die Weichen für die Zukunft gestellt. Damit darf "Auge" an der Zukunft mitwirken. Für die neue Talentschmiede werde er auch viel im Ausland unterwegs sein, so Auge und kündigte einen nächsten Boxenstopp in Bali an. Er tue sich schwer, einen Tolisso oder Coman einzuschätzen, für ihn gebe es keine jungen und älteren Spieler, "es gibt nur gute oder schlechte Spieler". Und dabei kommt er auf Ribbery und Robben zu sprechen und wird etwas melancholisch, als er die soziale Komponente des FC Bayern anspricht, der sich eben nicht nur um gutes Training und gute Einsätze in Fußballspielen, sondern auch um die familiären Probleme oder soziale Belange seiner Spieler kümmere, das sei eine Ausnahmestellung, dass sich der FC Bayern trotz der Unternehmensgröße als Bayernfamilie verstehe und sich um Sorgen und Nöte von Einzelnen kümmere, hebt "Auge" hervor und betont dass er immer Rot-Weißer gewesen und froh sei, nun wieder dieser Bayernfamilie noch enger anzugehören.
Natürlich plaudert er offen in der Talkrunde auf Fragen, die von Frank Müller (Vorsitzender Fan Club Vereinigung Oberfranken), Stefan Lutz (2.Vorsitzender FC Vereinigung Oberfranken), Joachim Beez (Ehrenmitglied FC Neukenroth) und Michael Fröba (1. Vorsitzender FC Neukenroth) aus dem Nähkästchen und geht zurück bis in die Anfänge seiner vorbildlichen Profikarriere, als er vom damaligen Co-Trainer Werner Olk von seinem Heimatverein FC Vilshofen zum FC Bayern geholt wurde.
Schon als er zum Probetraining nach München mit dem Zug einfuhr, dachte er, nein in so einer Großstadt willst du nicht leben, "da ging es im Bayerischen Wald wesentlich gediegener zu", sagt er lachend.
Aber es ging steil bergauf mit der "wahren Nummer fünf" (wie es Frank Müller in seiner Begrüßung formulierte), mit der er als Libero in über 400 Bundesligaeinsätzen spielte. Er erzählt, wie er sich als junger Spieler in die Mannschaft mit großen Namen, wie Beckenbauer, Müller, Maier (alle Weltmeister von 1974) hineinwachsen musste und wie ihn der damalige Trainer Detmar Kramer ("Napoleon") einen Tipp gab: "Junge, wenn Du was werden willst, brauchst Du Ellenbogen." Dies hab er sich zu Herzen genommen. Er erzählt locker von Ereignissen und Gesprächen hinter den Kulissen.
Und auf die Frage angesprochen, wie es ihn als Trainer beim 1. FC Nürnberg ergangen sei, wo er ja Jahre vorher sagte, der 1. FC Nürnberg, werde nie mehr in der Bundesliga vor dem FC Bayern München stehen, sagt er humorvoll, dazu stehe ich heute noch und bisher hat das ja gepasst. Auch als Trainer beim 1. FC Nürnberg habe er das nicht ändern können. Ob er als heutiger Profifußballer Angst haben würde vor Terroranschlägen, wie es dem BVB ergangen sei. "Das war schaurig", meinte er. "Aber gegen solche Verrückte kann man sich nicht schützen." "Früher wurde unser Bus auch manchmal mit Steinen beworfen und wenn wir in Madrid, Barcelona oder Manchester antraten gab es auch manchmal bei Europapokalspielen ein mulmiges Gefühl aber so etwas wie heute gab es nicht." Und er schaut in die mit Bayern-Trikots voll besetzte Zecherhalle und führt an: "Heute Abend hab ich sowieso keine Angst. Unter lauter Rot-Weißen, da wird sich kein blauer reinwagen, es gibt ja sowieso nicht mehr viel", sagt er wieder schmunzelnd.
Und allmählich bleibt ihn die Stimme weg, trotz mehrmaligen Zuprostens mit den Fans in der Halle. Nach über einer Stunde meint er, es werde Zeit für die Autogrammstunde, die nach Zeitplan bis dorthin eigentlich schon beendet hätte sein sollen.
Den Ehrenvorstand Karlheinz Stoppel sollte eine letzte Frage gewährt werden, doch dieser war wie es selten vorkommt, sprachlos. Er habe keine Frage mehr, so gut hätte "Auge" alles beantwortet. Vor 25 Jahren durfte er Auge als Ehrengast zum 25.Jubiläum damals schon begrüßen. "Auge" habe ihn heute gleich wieder erkannt, das mache ihn sehr froh, denn er sei im Gegensatz zu "Auge" doch um den Bauch herum, um einiges fülliger geworden.
Aber Auge nahm sich viel Zeit. Er kam bereits wider Erwarten vor 18 Uhr in Neukenroth an und zog sich mit der Fanspitze von Oberfranken und Neukenroth in die Heimatstube der Zecherhalle zurück. Dazu stießen auch die Landräte Klaus Löffler (Kreis Kronach) und Klaus Peter Söllner (Kreis Kulmbach) - beide bekennende FC Bayern Fans. Klaus Löffler kam im Bayern-Trikot, Klaus Peter Söllner als extremer Bayern Fan, wie er selbst sagte, hatte das Trikot in der Tasche, weil er anschließend noch zu einer Geburtstagsparty in Kulmbach musste. Dann durfte er sich auch ins goldene Buch der Gemeinde stockheim eintragen worum Bürgermeister Rainer Detsch gebeten hat. Es entstand ein lustiges Gespräch in dem sich Augenthaler ebenso authentisch gab wie er bekannt ist. Die drei Politiker waren voll des Lobes über das bescheidene und vorbildliche Auftreten von Klaus Augenthaler, dem so viel Lob überhaupt nicht schmeckt.
Dies ließ er den Fans erkennen, als diese nach der Talkrunde mit Standing Ovations "Auge, Auge, Auge" riefen. Setzt euch nieder, rief er, "ich vertrag das nicht!" Er hatte die Lacher auf seiner Seite, aber die Fans folgten ihn fast untertänig. War es doch im Nu wieder etwas ruhiger in der Halle und nun begann der Run auf die Autogramme. Da sich Klaus Augenthaler, wie er informierte, stark für die Leukämiehilfe Ostbayern engagiert, überreichte Ehrenvorsitzender Karlheinz Stoppel vom FC Neukenroth 1000 Euro aus dem Benefizspiel vom Samstagnachmittag in Neukenroth. Die Bayernfans Neukenroth sind für ihr soziales Engagement bekannt. Augenthaler verließ erst gegen 23 Uhr die Zecherhalle, der Autogrammandrang war riesig und für viel war ein Foto mit Klaus Augenthaler ein Erlebnis, was lange nicht vergessen wird.
Überhaupt zeigte sich Augenthaler auch vom Veranstalter und der Professionalität wie das Oberfrankentreffen organisiert wurde begeistert und der Stargast fühlte sich sichtlich wohl im Frankenwald. eh
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