Gehülz
Schulfest

Kinder und Lehrer trotzen der Wehmut

Die Tage, in denen in der Schule Gehülz-Ziegelerden Leben herrscht, sind gezählt: Mit einer rauschenden Feier verabschiedeten sich die letzten 38 Kinder von "ihrer Schule". Viele andere nutzten die Gelegenheit zu einer letzten Stippvisite.
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Die Kinder hatten sich für das letzte Schulfest viel Mühe gegeben: Alicia Krause und Fiona Hauck gaben auf den Geigen Kostproben ihres Könnens. Fotos: Sonja Adam
Die Kinder hatten sich für das letzte Schulfest viel Mühe gegeben: Alicia Krause und Fiona Hauck gaben auf den Geigen Kostproben ihres Könnens. Fotos: Sonja Adam
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Die 3. Klasse ist schon Anfang des Jahres in der Lucas-Cranach-Schule angekommen und hat sich dort eingelebt. "Es war der Wunsch der Eltern, dass die Kinder bereits zu Beginn des Schuljahres wechseln", zieht die Schulleiterin der Lucas-Cranach-Schule, Anita Neder, eine Bilanz.

Umfragen hätten ergeben, dass sich die Schüler schnell in der großen und modernen Schule eingewöhnt haben. "Einige haben drei Tage gebraucht, bis die Lucas-Cranach-Schule ,ihre‘ Schule war, einige haben fünf Tage gebraucht, aber kein Schüler hat länger gebraucht", stellt Neder fest.

Staunend und mit einem gewissen Bedauern blickt Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein (FW) auf die Ausstellungswand, auf der Bilder von einst zu sehen sind. Auch die Protestaktionen, die sich gegen die Schließung der Gehülzer Schule wandten, sind noch einmal offengelegt.
"Das war der Kompromiss, den wir finden mussten, um die Lucas-Cranach-Schule generalzusanieren. Über alle Fraktionsgrenzen hinweg haben wir beschließen müssen, die Schulstandorte Neuses und Gehülz zuzumachen", sagt Beiergrößlein. Auch im tut es leid um die Schule. Doch sie entspreche nicht mehr den heutigen Anforderungen, und zudem fehlten einfach die Schüler. "Was sollen wir machen, wenn die Kinder fehlen? Ich habe selbst einen Sohn, und ich denke, Kombiklassen sind auch nicht immer zielführend", so Beiergrößlein.

Zu einem Geisterhaus wird die Gehülzer Schule nicht werden. "Die Turnhalle wird weiterhin von den Vereinen genutzt werden. Und auch für die Nutzung des Schulhauses bin ich zuversichtlich", sagt Beiergrößlein. Schon jetzt gebe es hoffnungsvolle Ansätze. "Es gab schon Gespräche, aber ich kann noch nichts Spruchreifes sagen", so der Kronacher Bürgermeister, der um einige Wochen Geduld bittet.

Die Gehülzer Schule wurde 1864 erbaut, platzte dann aber schnell aus allen Nähten. Immer wieder wurden neue Trakte angebaut. Für die evangelischen Schüler, für die katholischen Schüler. Dann kam Ziegelerden nach der Gebietsreform dazu. Doch inzwischen werden die Kinder weniger und die Anforderungen an das Gebäude immer höher.

Der kommissarische Schulleiter, Hans-Gerhard Neuberg, verabschiedete sich gemeinsam mit Lehrerin Daniela Navjoks mit einer Torte, auf der die schönsten Eindrücke als Foto-Marzipandruck verewigt waren. Und statt einer Rede hatte Neuberg ein Lied zum Abschied geschrieben, das er als Schnadahüpferl darbot. Viel Mühe haben sich aber auch die Kinder gemacht. Denn sie hatten musikalische Vorführungen einstudiert, Theaterstücke, Sketche. Und die Tanzgarde des TVE Gehülz gab einen Gardetanz zum Besten. Denn auch wenn es das letzte große Fest in der Gehülzer Schule war, sollte doch nicht allzu viel Wehmut aufkommen. Die Viertklässler hätten sich ja ohnehin verabschieden müssen, und für die Kombiklasse geht das Leben in der Lucas-Cranach-Schule weiter. Dort werden die Kinder die altbekannten Drittklässler, dann als Viertklässler wiedertreffen.

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