Steinberg
Prävention

Keiner ist zu klein, um Helfer zu sein

"Trau Dich", hieß es in der Kita St. Pancratius Steinberg. Mit dem vom BRK-Jugendrot- kreuz für Kinder im Alter von drei bis sieben Jahren entwickeltem Programm wird die Aufmerksamkeit der Jungen und Mädchen auf Unfallverhütung und Erste Hilfe gelenkt.
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Wie man eine stabile Seitenlage herstellt, wissen die Steinberger Kita-Kinder jetzt.  Foto: privat
Wie man eine stabile Seitenlage herstellt, wissen die Steinberger Kita-Kinder jetzt. Foto: privat
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"Der Opa ist von der Leiter gefallen, der Papa hat sich mit dem Hammer auf den Daumen geklopft, die Lotta hat Blödsinn gemacht und sich dabei den heißen Kaffee von der Mama auf ihren Arm geschüttet": Die Kinder sind mit Eifer dabei und wissen sehr viel von häuslichen Unfällen zu erzählen. Diese Feststellung machen die Erzieherinnen immer wieder, wenn das "Trau dich"-Präventionsprogramm in der Steinberger Kita stattfindet.

Trotz umfangreicher Schutzmaßnahmen ereignen sich tagtäglich eine Reihe - meist vermeidbarer -Unfälle zu Hause, im Straßenverkehr oder auch im Kindergarten.

Um schon die Kinder von Klein an für mögliche Gefahrenquellen zu sensibilisieren und ihnen bei Notfällen die damit verbundenen Ängste und Unsicherheiten zu nehmen, wurde vom BRK-Jugendrotkreuz das "Trau dich"-Programm entwickelt.


Dabei werden den Kindern in spielerischer und altersgerechter Art und Weise umsichtiges Verhalten sowie richtige Erste-Hilfe-Maßnahmen vor Ort vermittelt. Gleichzeitig sollen diese bei ihrer "Ausbildung" nicht nur eine positive Grundeinstellung zum Helfen selbst gewinnen, sondern auch empfindsamer für den eigenen Körper werden.

In der Steinberger Kita findet das Programm alljährlich statt. "Unser Ziel ist es, die Kinder für Gefahren zu sensibilisieren und sie in die Lage zu versetzen, sicheres Verhalten von sich aus zu zeigen. Passiert dennoch ein Unfall, sollen die Kinder wissen, wie man hilft. So sollen sie beispielsweise wissen, wie man ein vom Fahrrad gefallenes Kind tröstet oder Hilfe holt", erklären die beiden Kita-Leiterinnen Karin Kochdumper und Doris Haderlein.

Dabei bitten sie insbesondere auch die Eltern, sie bei dem Projekt durch ihr Interesse zu unterstützen. Die meisten Unfälle passierten zu Hause. "Kinder sind auf die Hilfe der Eltern angewiesen, denn sie haben noch kein ausgeprägtes Gefahrenbewusstsein. Vor allem kleinere Kinder können nicht unterscheiden, was in ihrer Umwelt gefährlich und was harmlos ist. Schritt für Schritt müssen die Kinder lernen, mit gefährlichen Dingen und Situationen sicher umzugehen und Gefahrenquellen zu erkennen", appellieren sie.

Gefahrenquellen erkennen

Die Erzieherinnen der Kita übernahmen zunächst in der Gruppe anhand einer Bildergeschichte das Programm an vier Tagen. Dabei galt es zum Einen typische Gefahrenquellen - herumliegende Spielsachen oder Quetschstellen wie Türkannten und Schubladen - zu erkennen und die Wahrnehmungssinne zu schulen.

Zum Anderen war auch für die nötigen Unfallverhütungsmaßnahmen zu sorgen, indem beispielsweise das Reaktionsvermögen trainiert wurde. Zudem wurde den Kindern vermittelt, dass sie nicht nur für ihre eigene Gesundheit, sondern ebenso für die anderer Verantwortung tragen und selbst durch kleinste Unachtsamkeiten, wie beispielsweise Schubsen ihrer Spielkameraden, Verletzungen entstehen können.

In diesem Zusammenhang wurde auch die Haut genauer "untersucht". Die Kinder lernten, wie man bei kleineren Verletzungen helfen kann - ebenso wie bei Beulen, Verbrennungen sowie Insektenstichen.

Am fünften Tag besuchten die Vorschulkinder das BRK Kronach. Erste-Hilfe-Ausbilderin Kerstin Köhlerschmidt und Rettungssanitäterin Nadja Müller zeigten den "Großen", wie man Pflaster und Verbände anlegt. Auch die stabile Seitenlage eines Verletzten wurde geübt. Der stellvertretende Leiter Rettungsdienst, Andreas Kristek, zeigte ihnen einen Krankenwagen und erklärte die einzelnen Geräte und Instrumente, um den Kindern ein wenig die Angst davor zu nehmen.

Wie es der Zufall wollte, konnten die Jungen und Mädchen miterleben, wie der Rettungshubschrauber einen Patienten zum Verlegen in ein anderes Krankenhaus abholte.
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