Unterrodach
Appell

Kampf um die Flößerei im Frankenwald

Um die Fortführung der Flößerei im Frankenwald sieht es nicht besonders gut aus. Dies wurde bei der Hauptversammlung der Unterrodacher Flößer festgestellt. Vereinsvorsitzender Friedrich Fricke appellierte daher an die Politik, die heimischen Flößer zu unterstützen.
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Den Floßfahrten in heimischen Gewässern droht das Aus. Das Bayerische Wasserrecht sowie Wasserrechtsrahmenrichtlinien der EU machen den Frankenwaldflößern zukünftig schwer zu schaffen. Foto: Gerd Fleischmann
Den Floßfahrten in heimischen Gewässern droht das Aus. Das Bayerische Wasserrecht sowie Wasserrechtsrahmenrichtlinien der EU machen den Frankenwaldflößern zukünftig schwer zu schaffen. Foto: Gerd Fleischmann
Obwohl an die 800 Jahre an Rodach, Kronach und Haßlach geflößt wurde - weit über eine Million Holzverbände sind in Richtung Main und Rhein geschwommen -, sind durch die Europäische Union sowie durch die bayerische Staatsregierung in den vergangenen Monaten überraschenderweise enorme bürokratische Hürden aufgebaut worden und zwar mit kaum bezahlbaren wasserrechtlichen Genehmigungsbescheiden.

Aus diesem Anlass bat - in Absprache mit den Flößervereinen aus Wallenfels, Neuses und Kronach - Vorsitzender Friedrich Fricke den Kronacher Landrat Oswald Marr (SPD) dringend um Hilfestellung. Immerhin seien in den letzten Jahren erhebliche Mittel für eine touristische Vermarktung ausgegeben worden.
Leider sei eine angedachte Floßfahrt von Wallenfels bis Neuses für dieses Jahr so gut wie gescheitert, und zwar vor allem auf Grund einer äußerst nachteiligen Gesetzeslage.


Genehmigungsverfahren stehen vor der Tür

Friedrich Fricke stellte fest: "Wenn man bedenkt, dass in guten Zeiten jährlich bis zu 16 000 Floße den Frankenwald verlassen haben, ist es schwer vorstellbar, nachfolgenden Generationen klar zu machen, dass eine Floßfahrt auf der Rodach nicht mehr möglich ist."

Mit Mühe und Not seien aktuell die Floßfahrten in Wallenfels für die nächsten fünf Jahr mit erheblichen Kosten genehmigt worden. Demnächst stünden die Genehmigungsverfahren für Unterrodach, Neuses und Friesen an. Bereits im Vorfeld sei den Vereinen mitgeteilt worden, dass mit erheblichen Kosten und Schwierigkeiten zu rechnen sei. Um der Flößerei im Frankenwald überhaupt eine Perspektive zu geben, müssten unverzüglich entsprechende Maßnahmen in die Wege geleitet werden, so Fricke. Eingebunden werden müsse die Politik, beginnend auf Landesebene sowie fortführend über den Bezirk und auch über das Landratsamt Kronach, forderte der Unterrodacher Vereinsvorsitzende unter dem großen Beifall der Mitglieder und Gäste.

Ebenfalls solle das neue Heimatministerium in Nürnberg um Hilfestellung gebeten werden, ergänzte er. Schließlich seien Floßfahrten im Frankenwald ein Stück Heimat, argumentierte der Vorsitzende.
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