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Steinberg
Jugendfeuerwehr

Junge Feuerwehrleute schlugen sich bei Gluthitze wacker

Der Kreisleistungsmarsch mit Jugendolympiade des Landkreises Kronach fand in Steinberg statt. Zwei Guppen aus Tschirn und je eine aus Glosberg und Eibenberg haben sich für für den Bezirksleistungsmarsch qualifiziert.
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Die Gruppe Steinberg II kuppelt eine Saugleitung.  Foto: Heike Schülein
Die Gruppe Steinberg II kuppelt eine Saugleitung. Foto: Heike Schülein
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Anlegen eines Brustbunds - so lautet an diesem Samstagmittag der Einsatzbefehl für die vier jungen Floriansjünger aus Steinberg, Sarah und Kristin Grieshammer, Bastian Schneider und Florian Sesselmann am Parkplatz hinter dem Rewe-Markt.

Sie öffnen ihren Leinenbeutel, entnehmen das Ende der Feuerwehrleine mit dem Spleißauge etwa einen Meter aus dem Beutel. Dann fassen sie das Seil von beiden Händen und lassen es zu Boden fallen. Sie legen sich das Seil um den Nacken, so dass es auf beiden Seiten wieder auf der Vorderseite des Körpers liegt.


Die beiden Seilenden werden unter den Armen hindurchgeführt und auf dem Rücken so gekreuzt, dass das Rechte wieder rechts ist und das Linke wieder links. Mit dem Ende, das mit dem Leinenbeutel verbunden ist, wird in Brusthöhe ein Auge gebildet.
Anschließend wird der Palstek gebunden und mit einem Spierenstich gesichert.

Die Zeit ist um: Die beiden Wettkampf-Schiris, Kreisbrandinspektor Matthias Schuhbäck und Nadine Hempfling, sind zufrieden. Bei den Mädchen stimmt alles, bei einem der Jungs hat sich ein kleiner Fehler eingeschlichen.
Die Gruppe Steinberg II ist keineswegs die einzige, die an diesem heißen Tag im Ort ihre Runden zieht. In nahezu jeder Straße sieht man Jugendliche in ihrer Montur. Elf Stationen verlangen dem Feuerwehrnachwuchs sein ganzes Können ab.

Der Wettbewerb verlangt feuerwehrtechnisches Wissen auf Schnelligkeit sowie Fehlerbewertung. Zeit zum Verschnaufen bleibt kaum - auch nicht für die vier Steinberger, die sich zur nächsten Aufgabe "Kuppeln" am Anwesen Stadelmann begeben, wofür sie aber zunächst einmal eine erhebliche Wegstrecke zurücklegen müssen.

Sarah ist 16 Jahre alt und ist seit vier Jahren in der Steinberger Wehr. Ihre drei Jahre jüngere Schwester Kristin ist und seit März 2013 dabei - ebenso wie die beiden 17-jährigen Florian und Bastian. Sarah und Kristin sind "familiär vorbelastet". Ihre Eltern, Sandra und Christian Grieshammer, leisten beide aktiven Dienst in der Wehr.

Von der Mutter "angesteckt"
"Unsere Mutter ist 2003 der Wehr beigetreten. Unser Papa, der jetzt Kommandant ist, dann zwei Jahre später", verrät Sarah und ergänzt: "Unsere Mutter hat uns alle ein wenig damit angesteckt." So seien sie und Kristin quasi mit der Feuerwehr groß geworden. Florians Vater war früher ebenfalls aktiv und einige Jahre Vorsitzender.

Florian und Bastian wurden von Christian Grieshammer angesprochen, ob sie der Wehr beitreten möchten. "Das war beim Eibenberger Fasching", erinnert sich Bastian noch genau. Beide haben dann kurz überlegt und sind beigetreten.

Nun gefällt es ihnen sehr gut in der Wehr. "Man lernt viel, es macht Spaß und man weiß, dass man Menschen helfen kann", nennt Sarah die Hauptgründe, warum sie dabei ist. Besonders mag sie die Kameradschaft und das Gemeinschaftsgefühl und natürlich, dass man Menschen helfen kann, was auch die drei anderen bestätigen.

Momentan zählt die Steinberger Jugendfeuerwehr 18 Mitglieder - 15 Jungen und drei Mädchen. Neuzugänge sind sehr erwünscht. Es gebe wohl noch immer gewisse Vorurteile, dass Mädchen vielleicht nicht so für die Feuerwehr geeignet seien, denken Sarah und Kristin. "Das stimmt aber nicht, das sieht man ja an uns", meinen sie selbstbewusst.

Gleichzeitig räumen sie ein, dass gewisse Dinge für Mädchen schon anstrengender seien. "Wenn man will, schafft man aber alles", sind sie sich einig. Alle sind zum ersten Mal bei einem Kreisleistungsmarsch dabei. Insgesamt ist die Steinberger Jugendfeuerwehr mit drei Gruppen á vier Mitglieder am Start.

Der Marsch macht allen Spaß, ist aber aufgrund der heißen Temperaturen auch sehr anstrengend. Obwohl Steinberg II, das Beste der drei Steinberger Teams, es nicht ganz unter die "Top Ten" geschafft hat, sind die jungen Leute mit ihrer Leistung sehr zufrieden.

Gäste aus dem Kreis Coburg
Insgesamt waren mehr als 500 Jugendliche, Betreuer und Helfer beim Marsch aktiv. Erstmals nahmen 60 Jugendliche aus dem Landkreis Coburg am Zeltlager und an der parallel dazu laufenden Jugendfeuerwehrolympiade teil. Diese fand auf der Wiese hinter der Kronachtalhalle statt.

Bei verschiedenen Spielen galt es dabei, insbesondere Geschicklichkeit und Teamgeist unter Beweis zu stellen Am Leistungsmarsch beteiligten sich 33 Gruppen, am "Spiel ohne Grenzen" 55 Gruppen, aus insgesamt 45 Feuerwehren.

Am Ende eines schweißtreibenden Tages verkündete Kreisjugendwart Dirk Raupach die Ergebnisse und wer den Landkreis Kronach auf Bezirksebene beim Leistungsmarsch der Jugendfeuerwehren Oberfrankens vertritt.

Die Sieger
Den Sieg erkämpfte sich Tschirn I und verwies damit Glosberg II, Eibenberg und Tschirn II auf die weiteren Plätze. Damit konnte Tschirn I auch den Wanderpokal der Jugendfeuerwehren des Landkreis Kronach für ein Jahr in Empfang nehmen. Pokale gab es für die Plätze 1 bis 7.

Bei der Siegerehrung würdigten die Redner die hervorragenden Leistungen der Jugendlichen und ihren Einsatz das ganze Jahr über. Dirk Raupach lobte deren trotz der Hitze an den Tag gelegte Disziplin. "Riesen-Respekt, dass ihr durchgehalten habt", meinte er.

Stellvertretender Landrat Bernd Steger freute sich über die reiche Frucht, die die Jugendarbeit der Feuerwehren im Landkreis trage. "Man muss bereits die Jugend motivieren", war er sich sicher.

Wilhelmsthals Bürgermeisterin Susanne Grebner freute sich über die vielen jungen Gesichter, die Dienst für den Nächsten leisten.. Ihre Freizeit für andere zu opfern, sei keinesfalls selbstverständlich. "Das war eine Klasse-Leistung", zeigte sich Kreisbrandrat Joachim Ranzenberger begeistert.

Die Redner bedankten sich bei der Feuerwehr Steinberg für die die sehr gute Organisation und die Ausrichtung sowohl des Kreisjugendfeuerwehrtags als auch des dreitägigen Zeltlagers.

Kreisleistungsmarsch 1. Tschirn I, 2. Glosberg II, 3. Eibenberg, 4. Tschirn II, 5. Neuses I, 6. Glosberg I, 7. Stockheim, 8. Wilhelmsthal, 9. Burggrub, 10. Kaltenbrunn

Jugendfeuerwehrolympiade 1. Neufang I, 2. Eibenberg I, 3. Burggrub, 4. Glosberg I, 5. Glosberg II, 6. Neuses I, 7. Lahm/Hesselbach, 8. Haig, 9. Weißenbrunn II, 10. Tschirn II
 
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