Wallenfels
Theater

Irrungen und Wirrungen im "Wilden Gockel"

Die Premiere von "Ne Macke hat doch jeder" war ein voller Erfolg. Ähnlichkeiten mit den aktuellen Geschehnissen im Frankenwald sind jedoch rein zufällig.
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"Papi was machen denn die Kühe?" - Sohn Albatius (Michael Weiß, Mitte) hat keine Ahnung von Tuten und Blasen. Rechts Papa Gotthard (Markus Haderdauer, rechts Mutti Auguste (Sabrina Heibl) Foto: Susanne Deuerling
"Papi was machen denn die Kühe?" - Sohn Albatius (Michael Weiß, Mitte) hat keine Ahnung von Tuten und Blasen. Rechts Papa Gotthard (Markus Haderdauer, rechts Mutti Auguste (Sabrina Heibl) Foto: Susanne Deuerling
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Wenn eine Theatergruppe Parallelen zur Realität herstellen will, kann das eventuell ganz schön in die Hose gehen. Nicht so bei den Theaterfreunden aus Wallenfels, die mit der Premiere von "Ne Macke hat doch jeder" hoch oben auf der Kümmelswiese mit kleinen Anspielungen auf das Hier und Jetzt voll ins Schwarze getroffen und wahre Lachsalven ausgelöst haben.
Dass es ausgerechnet um eine Treibjagd, den Wald und die Försterei geht und dies momentan so ein aktuelles Thema ist, konnte bei Beginn der Proben im Herbst letzten Jahres aber wirklich niemand wissen. Wie heißt es immer im Fernsehen so schön? "Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind rein zufällig."


500 Zuschauer bei der Premiere

Vollbesetzt waren die Bänke auf der Kümmelswiese und die Premiere sahen über 500 Zuschauer. Der breite Wallenfelser Dialekt von Gaby Stöcker als Köchin Berta, die sich mit ihrem Franz verkracht hat und meint: "Dä Uefn is jetzed aus mit us", oder der fesche Förster Hannes, der nicht nur Tiere, sondern auch "Minschen" versteht und für den "Voschrift is Voschrift" gilt. Und da ist noch Agathe Gockel, die krampfhaft versucht, Hochdeutsch zu reden, aber mit "Ach Goddelein" gelingt ihr das nicht immer.
Egal, verstehen kann man das Geschehen auch ohne Dolmetscher, denn so allerlei Verwirrungen gibt es im "Wilden Gockel", als die Familie von Knöttelmeier anreist, um Urlaub zu machen. Allerdings hat Hobbyjäger Gotthard von Knöttelmeier so seine Hintergedanken. Einmal will er den Hirsch Rudi schießen, einen Sechzehnender, der allerdings das Aushängeschild des neuen Nationalparks werden soll und deshalb ins Gehege gesperrt wurde. Und zum anderen hat er seine junge Geliebte Gloria am Hals, die ihm nachgereist ist. Wenn man dann noch den trotteligen Sohn Albatius dabei hat, der sogar Viagra mit Caipirinha verwechselt und mit seinen fast 30 Jahren glaubt, die Kühe machen eine Polonaise, dann ist man als Vater gestraft genug.
Gattin Auguste schwört bei der Schönheit auf "Oil für Omas" und wird dafür von Berta mit "Sie sen obe old woan" gelobt. Währenddessen hat Agathe Gockel hat ganz andere Sorgen, sie ist zu dick, denn "essen alle Salate, ist sie Schnitzel mit Panade und Schokolade". Auch Tochter Heidi hat so ihre Probleme mit den Knöttelmeiers. Soll sie doch Albatius heiraten, der für sie ein "geistig dünn besiedelter Hornochse ist, der noch an das Sandmännchen glaubt" und der alte Knöttelmeier ist scharf wie ein Rettich, wenn er einen Rock sieht, aber er säuft auch wie ein Sickerkasten. Lange Rede kurzer Sinn, für den weggesperrten Hirsch Rudi muss Ersatz her, den Berta auch in Form von Franz Hirsch und Ferdinand Gockel organisiert.


Weitere Vorstellung am Samstag

Wie sei hier nicht verraten und welche Auswirkungen das vor allem auf die Sitzfläche von Ferdi hat, das schaut man sich am besten selbst an. Auch die anderen Verwicklungen und Missverständnisse, getauschte Zimmer und trotzdem noch einige Happy Ends sollen hier nicht ausgeplaudert werden, denn es gibt ja noch eine Vorstellung. Nur so viel, es kommt jeder auf seine Kosten und Lachen ist die beste Medizin gegen jedes Zipperlein.
Die Vorsitzende der Theatergruppe, Birgit Brehl, die selbst großartig die Agathe Gockel spielte, dankte zum Schluss allen Schauspielern für ihr Engagement. Einen großen Anteil daran hatte Gisela Düthorn, die bereits seit 21 Jahren bei den Theaterstücken Regie führt und von der ersten bis zur letzten Stunde immer für alle da ist.
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