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Kronach
Gericht

Internet-Jobangebot erweist sich für Kronacher als Falle

Ein Kronacher dachte, im Internet einen Job gefunden zu haben. Dabei war er in kriminelle Machenschaften geraten.
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Symbolfoto: David Ebener/dpa
Symbolfoto: David Ebener/dpa
Im guten Glauben, über das Internet eine Tätigkeit als Warenprüfer gefunden zu haben, hatte ein 56-jähriger Mann aus dem nördlichen Landkreis Kronach immer wieder Pakete bei sich zu Hause entgegengenommen. In den 23 Lieferungen befanden sich jeweils teure Elektrogeräte wie Tablets, Smartphones, Fotokameras oder Computer.

Er öffnete die Pakete und prüfte sie auf Vollständigkeit und Unversehrtheit, genau so, wie es ihm sein vermeintlicher Arbeitgeber vorgeschrieben hatte. Dann schickte er die Ware weiter nach Estland und Lettland.


Kriminelle Machenschaften


Dass er dabei Teil von kriminellen Machenschaften wurde, ahnte der Mann nicht. Am gestrigen Donnerstag musste er sich nun wegen leichtfertiger Geldwäsche in 23 Fällen vor dem Kronacher Amtsgericht verantworten.
Der Angeklagte selbst erschien nicht zu der Verhandlung, sondern ließ sich von seinem Verteidiger Uwe Gebhardt vertreten. Das Verfahren wurde gegen eine Geldauflage von 900 Euro vorläufig eingestellt.

Ende vergangenen Jahres hatte der Beschuldigte ein Stellengesuch ins Internet gesetzt. Wenig später soll sich nach eigenen Angaben eine Firma bei ihm gemeldet und ihm wenig später einen Arbeitsvertrag zugeschickt haben. 4000 Euro monatlich plus Extra-Prämien von bis zu 1000 Euro sollen dem 56-Jährigen versprochen worden sein.


Waren im Gesamtwert von 10.000 Euro


"Er dachte, es handele sich um eine seriöse Firma. Er telefonierte auch mehrmals mit dem Geschäftsführer", erläuterte Rechtsanwalt Uwe Gebhardt. Aufgabe seines Mandanten sei es gewesen, die Pakete anzunehmen, zu kontrollieren und weiterzuschicken.

Bestellt wurden die Elektronikartikel im Gesamtwert von über 10.000 Euro laut Anklage bei vielen verschiedenen Onlineshops. "Man hätte sich fragen können, warum die Ware nicht gleich nach Estland oder Lettland geschickt wurde", so Richter Hendrik Wich.

Als dem Angeklagten nach dem ersten Monat kein Lohn überwiesen wurde, beschwerte er sich, woraufhin die Firma das Arbeitsverhältnis beendete.


Kreditkarten ausgespäht


"Hinter den Bestellungen steckten Kriminelle, die Kreditkartendaten ausgespäht und für Bestellungen verwendet haben", erklärte eine Kriminalhauptkommissarin bei ihrer Zeugenaussage. "Aus ganz Deutschland gingen Anzeigen von Kreditkartenbesitzern bei uns ein." Da bei den Bestellungen immer die Adresse des Angeklagten angegeben wurde, führte die Spur in den Landkreis Kronach. "Als wir ihn zur Rede stellten, zeigte er sich äußerst kooperativ und übergab uns sofort sämtliche Unterlagen." Deswegen hielt die Kriminalbeamtin den Angeklagten für "durchaus glaubwürdig".

Das Gericht einigte sich darauf, das Verfahren gegen den 56-Jährigen vorläufig einzustellen. Eine Auflage von 900 Euro muss er jedoch bezahlen.

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