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Pressig
Motorradunfall

"Ich wollte doch noch so vieles sagen"

Der Welitscher Stefan Döring verunglückte mit dem Motorrad schwer. Das sichere Fahrgefühl war aber sofort wieder da, so der 36-Jährige.
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Mit viel Glück überstand Stefan Döring den Unfall mit einem seiner zwei Motorräder - hier ein Symboldbild. Foto: Kokala view/fotolia.com
Mit viel Glück überstand Stefan Döring den Unfall mit einem seiner zwei Motorräder - hier ein Symboldbild. Foto: Kokala view/fotolia.com
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Jetzt ist sie da, die Zeit, in der die Motorradfahrer Gas geben. Und manche Verkehrsteilnehmer sehen diesen Monaten mit Bangen entgegen. Denn täglich geschehen in Deutschland Hunderte von Motorradunfällen. Stefan Döring verunglückte mit seinem Motorrad vor sechs Jahren. Trotz dieses Ereignisses ist der Welitscher nach wie vor ein begeisterter "Biker".

Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit und das unbeschwerte Fahren war zu Ende, erinnert er damals an seinen Ausflug nach Rügen. Es war Ende Juli, als er auf der Autobahn in der Nähe von Neuruppin/Brandburg zum Überholen ansetzte. Dabei übersah er einen Pkw, der sich in diesem Moment im "toten Winkel" befand.


Plötzlich ist er da, der Schock

Die Sekunden, in denen er vom Motorrad aus über die linke Fahrspur auf den Mittelstreifen flog, hat der 36-Jährige noch in Erinnerung. "Eigentlich wollte ich doch noch so vieles in meinem Leben sagen!" Dann liegt er auf dem Asphalt. Plötzlich ist er da, der Schock. Der Puls rast, das Herz pocht und der Atem ist laut. Eben noch fuhr er sorglos mit seinem Motorrad auf der Autobahn und nun lag er da. Da waren Schmerzen, die Arme konnte er nicht mehr bewegen. Stefan Döring wollte sich aufrichten, aber es ging nicht. Dann kam der Notarzt und man brachte ihn ins Krankenhaus nach Neuruppin.

Man liest, wenn ein Biker aus der Kurve fliegt und stürzt, dann bleibt häufig Angst und ein mulmiges Gefühl zurück. Kann da ein sicheres Fahrgefühl wiederkommen? "Ja", antwortet Stefan Döring. Bei ihm war es sofort wieder da. "Wahrscheinlich hängt das mit meinem Beruf zusammen", mutmaßt er.


Stefan Döring arbeitet als Rettungsassistent bei der BRK-Rettungswache in Pressig. Derzeit absolviert er eine Weiterbildung zum Notfallsanitäter. In seiner beruflichen Laufbahn habe er schon einiges gesehen, erklärt er. Eingeklemmte Personen bei Verkehrsunfällen, Schwerverletzte, Notfallpatienten, Menschen, die dem Tod nahe waren, die auf dem Weg in die Klinik gestorben sind.

"Es passiert so vieles", versucht der junge Mann zu erklären. Aber der Motorradzunft wird besondere Aufmerksamkeit zuteil. Wenn Fußgänger verunglücken, Autos in Unfälle verwickelt sind, das wird in der Gesellschaft nicht in dem Maß wie ein Motorradunfall registriert. "Ein Motorradunfall sorgt einfach für größere Schlagzeilen!"
Schon von frühester Kindheit haben Stefan Döring die Zweiräder fasziniert. Zuerst war da das Fahrrad, später ein Mofa, dann kam eine Simson S51 (Moped) und später das erste Motorrad. Mittlerweile besitzt der Rettungsassistent zwei Motorräder, eine BMW 1100 GS für den Winter und ein 130 PS starkes Harley Road King für den Sommer. Rund 30 000 Kilometer legt der Motorradliebhaber auf seinen Motorrädern pro Jahr zurück. Er hat Länder wie Österreich, Schweden, Italien, Korsika und Norwegen mit dem Motorrad erkundet.


Mit Motorradfreunden unterwegs

Während Stefan Döring von seinen Touren erzählt, gerät er ins Schwärmen. Es ist ein herrliches Fahrgefühl: "Die frische Luft weht einem um die Nase, der Duft der Bäume oder nach der Mahd ist berauschend. Vorhanden ist auch ein Gefühl der Freiheit ..." Motorradfahren ist aber auch mit einer Menge Eigenverantwortung verbunden. Gefordert ist ein vorausschauendes und konzentriertes Fahren. Das Kurvenfahren muss anders als im Auto berechnet werden. "Aber es macht Spaß!" Und was ihn noch fasziniere, so Döring, sei der Zusammenhalt, die gemeinsamen Touren und die Gemeinschaft zwischen den Motorradfreunden. Beispielsweise haben zwei Kollegen, nämlich Mario Ströhlein und Bernd Schurz, damals nach seinem Unfall sein Motorrad nach Hause gebraucht. Seine Arbeitskollegen brachten ihn nach einigen Tagen Klinikaufenthalt in Neuruppin ins Kulmbacher Krankenhaus. Dort wurde er an den Schultern operiert.

Das Motorrad ist nach wie vor sein ständiger Begleiter. Mit ihm fährt Stefan Döring zur Arbeit, zur Fortbildung, zu seiner Freundin nach München und er unternimmt zusammen mit seinen Motorradfreunden längere Touren. Wohin die Reise heuer geht, das weiß er noch nicht. Aber eines weiß er: "Motorradfahren ist mehr als ein Hobby, es ist Leidenschaft!". Und was die Motorradsaison betrifft, so wünscht er allen Motorradfreunden ein unfallfreies Fahren.

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