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Wilhelmsthal
Wasserversorgung

Hochwasserbehälter in Wilhelmsthal: "Billig ist nicht wirtschaftlich"

Der Neubau des Hochbehälters in Wilhelmsthal hat mit einem Fest begonnen. Der rund 770 000 Euro teure Neubau soll im nächsten Frühjahr fertig sein.
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Geschäftsführer Rolf Böttner (WBB Bau & Beton GmbH Umpferstedt), FWO-Vorsitzender Dr. Heinz Köhler, Bürgermeisterin Susanne Grebner, die Pfarrer Andreas Heindl und Sven Raube, MdL Jürgen Baumgärtner, SRP-Geschäftsführer Werner Kuhnlein sowie stellvertretender Behördenleiter Frank Hafner (Wasserwirtschaftsamt Kronach) freuen sich über den Spatenstich. Foto: Heike Schülein
Geschäftsführer Rolf Böttner (WBB Bau & Beton GmbH Umpferstedt), FWO-Vorsitzender Dr. Heinz Köhler, Bürgermeisterin Susanne Grebner, die Pfarrer Andreas Heindl und Sven Raube, MdL Jürgen Baumgärtner, SRP-Geschäftsführer Werner Kuhnlein sowie stellvertretender Behördenleiter Frank Hafner (Wasserwirtschaftsamt Kronach) freuen sich über den Spatenstich. Foto: Heike Schülein
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Voller Freude stach Jürgen Baumgärtner in den Boden und wirbelte mit dem Spaten die Erde durch die Luft. Der Vorsitzende des Zweckverbands Wasserversorgung Frankenwaldgruppe (FWG) gab damit den symbolischen Startschuss für den Bau des Hochbehälters an der Ortsverbindungsstraße zwischen Hesselbach und Wilhelmsthal. Der rund 770 000 Euro teure Neubau mit einem Speichervolumen von 500 Kubikmetern ersetzt den bestehenden alten Hochbehälter.


Staub wirbelt auch die "Sanierung des maroden Zweckverbands" auf

Die Fertigstellung ist für April 2018 geplant. Mächtig Staub aufgewirbelt hat auch das Vorhaben "Sanierung des maroden Zweckverbands", das trotz kritischer Stimmen beharrlich Schrift für Schritt voranschreitet.
Baumgärtner bezeichnete die Baumaßnahme als weiteren Meilenstein der Daseinsvorsorge für die Bevölkerung. "Wie man sieht, ist das eine große Baumaßnahme, und sie kostet richtig viel Geld." Die FWG sei mit keiner anderen Wasserversorgung vergleichbar, insbesondere hinsichtlich Topographie und Ausdehnung. In ganz Bayern gebe es keinen anderen Zweckverband mit einer solch großen Ausdehnung und derartigen Herausforderungen. "Dies ist wichtig zu wissen, werden doch von verschiedenen Seiten manchmal unterschiedliche Früchte miteinander verglichen", ärgerte er sich.
Die FWG werde man, trotz aller Widerstände, sanieren - für "ein bestmögliches Niveau bei der Wasserversorgung". Sein Dank galt insbesondere dem Kooperationspartner Wasserversorgung Oberfranken (FWO) mit ihrem Vorsitzenden Heinz Köhler sowie der fränkischen Ingenieurgemeinschaft - den Ingenieurbüros SRP Kronach, Gauff Nürnberg und Pla-fog Kulmbach.
Laut SRP-Geschäftsführer Werner Kuhnlein hätten einige an den ermittelten Gesamtkosten gezweifelt. "Wir können billig oder wirtschaftlich bauen. Billig ist nicht wirtschaftlich", verdeutlichte er. Wirtschaftliches Bauen bedeute, ein Bauwerk für eine lange Lebensdauer zu bauen, leicht bedienbar und zu warten, mit möglichst wenig Unterhalt.


500 Kubikmeter Wasser soll der behälter fassen

Das Wasser für den Hochbehälter kommt vom FWO-Hochbehälter Tschirn, der von der Trinkwasseraufbereitungsanlage Rieblich versorgt werde, ebenfalls von der FWO. Über freies Gefälle fließe das Wasser bis zum Hochbehälter Wilhelmsthal. Dieser fasse 500 Kubikmeter Wasser, aufgeteilt in zwei Wasserkammern, davon soll aber nicht viel zu sehen sein. 3,50 Meter hoch sind die sichtbaren Teile des Behälters.
FWO-Vorsitzender Heinz Köhler erinnerte daran, dass vor zwei Jahren die FWO den Hochbehälter Effelter zum Hochbehälter Tschirn gebaut habe - mit Kosten von 1,6 Millionen Euro. Im vergangen Jahr wurde von der FWG in eigener Regie die neue FWG-Fernleitung von Tschirn/Effelter in die südliche Richtung in Angriff genommen. Heute schreite nunmehr mit der dritten Maßnahme die Sanierung der FWG voran. "Das alles war nur möglich, weil die FWG gewaltig Druck gemacht hat und weil FWG und FWO eine Kooperation eingegangen sind", betonte er. Dies habe zu einer Ersparnis von 15 Millionen Euro geführt.


"Viel verschlafen worden"

Stellvertretender Landrat Gerhard Wunder räumte ein, dass im Verbands-Gremium in den letzen Jahren "viel verschlafen" worden sei. Die eingegangene Partnerschaft mit der FWO sei der richtige Weg. Über die Finanzierung könne man diskutieren. "Die Wasserversorgung ist eine Generationenaufgabe und man muss hierfür langfristig denken", appellierte Frank Hafner, stellvertretender Behördenleiter des Wasserwirtschaftsamtes Kronach. Durch eine Bündelung der Kräfte könne man die Wasserversorgung fit für die Zukunft machen. Dies bilde auch die Grundlage für eine Sonderförderung vom Freistaat in Höhe von bis zu sieben Millionen Euro. Der Hochbehälter Wilhelmsthal sei ein Baustein, weitere würden folgen. Wilhelmsthals Bürgermeisterin Susanne Grebner (SPD) - zugleich stellvertretende FWG-Vorsitzende - sprach von einer großen Freude.

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