Hesselbach
Nachwuchsarbeit

Hesselbach hat eine Kinder-Feuerwehr

Zielgruppe sind Kinder ab dem Vorschulalter bis zum zwölften Lebensjahr.
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Die angehenden Floriansjünger erhalten ihre Mitgliederausweise. Fotos: Heike Schülein
Die angehenden Floriansjünger erhalten ihre Mitgliederausweise. Fotos: Heike Schülein
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Früh übt sich - das dachten sich nicht nur die Jungen und Mädchen, die an diesem heißen Nachmittag schon mal erste "Löschversuche" mit der Kübelspritze unternahmen, sondern auch die Verantwortlichen der Hesselbacher Wehr.

Diese initiierten im vergangenen Jahr einen Schnupper-Nachmittag für die Gründung einer Kinder-Feuerwehr, für die viele angehende junge Floriansjünger Interesse zeigten. Am Sonntag wurde nun mit mehr als zehn Jungen und Mädchen die offizielle Gründung unter Dach und Fach gebracht. Zielgruppe sind Kinder ab dem Vorschulalter bis zum zwölften Lebensjahr, ab dem sie dann hoffentlich zur Jugendfeuerwehr dazustoßen. Der Beitritt ist kostenlos.

Alexander Hoderlein, Vorsitzender der Hesselbacher Wehr, erläutert, dass man Kinder schon in jungen Jahren spielerisch an die Brandschutzerziehung heranführen wollte.
Kinder sollten lernen, wie man sich in einer Gefahrensituation verhält, wie sie Erwachsene zur Hilfe holen und - ab einem bestimmten Alter - selbst die Notrufnummer 112 wählen können. Auch das erste feuerwehrtechnische Wissen solle vermittelt werden, kindgerecht beim Basteln, Malen oder Spielen.

Satzung musste geändert werden

Bei der Jahresversammlung am Dreikönigstag hatte die Versammlung grünes Licht für die Gründung einer Kinder-Feuerwehr gegeben. Entsprechende Satzungsänderungen wurden einstimmig beschlossen. Auch versicherungstechnische Regularien wurden abgeklärt. Hoderlein bedankte sich bei den Sponsoren. Zudem wurden 250 Euro bei einer Schrottsammlung erzielt. Von einem Teil des Geldes wurde eine Ausbildungsbox angeschafft, in der unter anderem Lese-, Bastel- und Spielmöglichkeiten enthalten sind. Auch viele gemeinsame Unternehmungen und Ausflüge soll es mit den jungen Feuerwehr-Fans geben.

Wilhelmsthals Bürgermeisterin Susanne Grebner freute sich über die Gründung der ersten Kinder-Feuerwehr in der Gemeinde. "Nichts ist so stetig wie der Wandel", zeigte sich Kreisbrandinspektor Hans-Ulrich Müller sicher.

Von nunmehr sechs bis acht Jahren habe man den Entschluss für die Gründung von Kinder-Feuerwehren gefasst. Andere Organisationen seien diesbezüglich schneller gewesen. "Wir haben zu wenig Feuerwehr-Nachwuchs. Deshalb brauchen wir die Jungen und Mädchen schon vom Kindesalter an. Der Einstieg in die Jugend-Feuerwehr sollte sobald wie möglich erfolgen", appellierte er.

Kreisbrandmeister Markus Wachter, Verantwortlicher und Ansprechpartner für die Kinder-Feuerwehren im Landkreis, schloss sich dem an. "Wenn wir vor 30 Jahren nicht mit der Jugend-Feuerwehr angefangen hätten, würde es bei uns düster aussehen", verdeutlichte er. Auch Dorfgemeinschafts-Vorsitzender Alexander Kittel begrüßte die Gründung einer Kinder-Feuerwehr - als Jugend-Feuerwehr von morgen. Er überreichte als Spende ein Startkapital von 150 Euro.

Jugendbeauftragter Gerhard Graf vom THW unterstützte die Gründung der Kinder-Feuerwehr mit einem Eis-Gutschein. Nach den Grußworten erhielten die neuen Mitglieder ihre Feuerwehr-Ausweise und durften die Kübelspritze ausprobieren.

Erste Gruppenstunde am 1. August

Die erste Gruppenstunde findet am 1. August um 15 Uhr statt. Dabei soll den Kindern das Gebäude und die Ausstattung der Wehr gezeigt und vorgestellt werden.

Vorsitzender Hoderlein und Bianca Schönmüller und Harry Neder werden die Betreuung der Hesselbacher Nachwuchs-Floriansjünger übernehmen. Bis das jüngste Mitglied an seiner ersten Gruppenstunde teilnimmt, wird aber sicherlich noch eine ganze Weile vergehen. Schließlich ist Jannik gerade einmal drei Wochen alt.

Wie der Vorsitzende betonte, wolle man bei den Kindern auch über den "Tellerrand" hinaus grundsätzlich Interesse am Ehrenamt wecken - so auch für andere Hilfsorganisationen wie beispielsweise das BRK oder THW. Alle ehrenamtlichen Dienste am Nächsten gehörten, seiner Meinung nach, zusammen.

Schauübungen

Die THW-Jugend aus Kronach zeigte in einer Übung die Bergung einer Person mittels einer "Leiterhebel". Diese dient zum Retten und Bergen von bewegungsunfähigen Personen und Tieren aus Höhen mittels Steckleiter. Die FFW Wilhelmsthal zeigte unter Leitung von Kreisbrandmeister Frank Fischer eine technische Hilfeleistung bei einem gestellten Verkehrsunfall mit Seitenlage. Sie befreiten dabei eine in einem Unfallauto eingeklemmte Person.

Während des Festes stand den Nachwuchs-Feuerwehrlern der Brandschutzanhänger mit vielen Spielmöglichkeiten zur Verfügung. Zudem konnte man Fahrzeuge der Feuerwehren Lahm, Hesselbach, Wilhelmsthal und des THW besichtigen.

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