Im Mittelpunkt des Jubiläums-Festabends stand die Auszeichnung der Ortsgruppe mit der Eichendorff-Plakette des Bundespräsidenten. Obmann Jürgen Neumann erhielt die Plakette von Regierungspräsident Wilhelm Wenning. Zudem wurden verdiente Obleute und Mitarbeiter geehrt.
Mit der Eichendorff-Plakette wurde der Ortsgruppe die höchste staatliche Auszeichnung für Gebirgs- und Wandervereine in der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Bei einer Wanderung in Berlin am 21. August 1982 hatte der damalige Bundespräsident Karl Carstens die Stiftung einer Plakette für 100-jährige Wandervereine angeregt. Am 2. Februar 1984 übergab der Bundespräsident in einer Feierstunde in Aschaffenburg erstmals die "Eichendorff-Plakette" an den "Verband Deutscher Gebirgs- und Wandervereine" und die damals über 100 Jahre bestehenden Mitgliedsvereine.
Die Plakette zeigt auf der Vorderseite das Bildnis von Joseph Freiherr von Eichendorff und auf der Rückseite den Bundesadler mit der Umschrift "Für Verdienste um Wandern, Heimat und Umwelt. Mit der Plakette wurde nun auch der FWV Kronach bedacht, der damit zu den bislang bundesweit nur knapp 20 Preisträgern im diesem Jahr gehört. Entsprechend erfreut war Obmann Neumann. "Ich habe diese große Ehrung heute nur stellvertretend entgegengenommen. Sie gebührt nicht mir, sondern den vielen Verantwortlichen, die die Ortsgruppe aus kleinsten Verhältnissen zu dem 180 Mitglieder starken Verein aufgebaut haben, der er heute ist", sagte Neumann. Der Frankenwaldverein Kronach könne mit berechtigtem Stolz sein erstes Jahrhundert Revue passieren lassen und sich an seiner Gegenwart erfreuen. Ein Blick in die Vereinsgeschichte belege eindrucksvoll, wie es die Ortsgruppe immer wieder verstanden habe, die wechselnden Herausforderungen zu meistern und den Mitgliedern attraktive und informative Aktivitäten zu ermöglichen. "Daran hat sich bis heute nichts geändert. Die Mitgliedschaft in der Ortsgruppe eröffnet noch immer viele Möglichkeiten der sinnvollen Freizeitgestaltung", freute er sich.
Bei Gründung der Ortsgruppe am 28. Juni 1911 habe niemand gewusst, dass nur drei Jahre später der Erste Weltkrieg und knapp 30 Jahre später der Zweite Weltkrieg auch für viele Mitglieder des Vereins Not, Elend und Tot mit sich bringen würde. "Viele haben im Verein kräftig mit angepackt, um etwas auf die Beine zu stellen. Ihnen, die uns in ihrem Ehrenamt vorausgegangen sind und den Verein durch Höhen und Tiefen geführt haben, gilt mein tiefer Respekt", sagte Neumann dankbar.
Regierungspräsident Wilhelm Wenning würdigte in seiner Laudatio die 180 Mitglieder zählende Ortsgruppe als einen Jubilar, dessen Lebenswerk keinesfalls abgeschlossen sei, sondern der nur so vor Tatkraft und Vitalität strotze. "Die Ortsgruppe hat im vergangen Jahrhundert stürmische Zeiten - zwei Weltkriege, Inflation und Hungersnot - überdauert", lobte er. Geblieben sei die Sehnsucht der Mitglieder nach der Bewahrung der Heimat und der Pflege von Heimat und Natur. Sicher war er sich, dass der Jubelverein mit Fantasie und Kreativität, Mut und Entschlossenheit auch das zweite Jahrhundert seines Bestehens angehen werde. Schließlich seien die Aufgaben und Ziele des Frankenwaldvereins, das Vermitteln der Freude an der Schöpfung, heute noch genauso wichtig wie vor 100 Jahren.
Der Schirmherr des Jubiläums, Landrat Oswald Marr, würdigte den Zusammenhalt und den Gemeinschaftsgeist der Ortsgruppe, deren Mitglieder sich seit 100 Jahren um die Heimat bemühten und kümmerten. "Insbesondere das Konzipieren, Beschreiben, Ausweisen und Beschildern sowie der Unterhalt der Wanderwege ist eine Riesenleistung, die ohne den FWV Kronach nicht möglich wäre. Wir können dies nicht entgelten, sondern nur Danke sagen", betonte er.
Voll des Lobes über den Traditionsverein, seine Funktionsträger und treuen Mitarbeiter sowie Mitglieder waren auch Kronachs Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein (Freie Wähler), MdB Hans Michelbach (CSU) sowie Repräsentanten der Patenvereine Friesen und Zeyern.
Robert Porzelt, der durch den Abend führte, erinnerte in seinem historischen Rückblick an die Gründung der Ortsgruppe. Diese erfolgte am 28. Juni 1911 im Gasthaus "Zum scharfen Eck" auf Initiative des damaligen Realschuldirektors Attensperger, der gleich zu ihrem Obmann gewählt wurde.
Die Umrahmung des Festabends oblag den Kronacher Musikanten, dem Bäuerinnenchor Kronach sowie der Jugend-Tanzgruppe der Zechgemeinschaft Neukenroth. Der Bäuerinnenchor erfreute insbesondere mit der "Welturaufführung" ihrer Hommage an ihre schöne Heimat "Mein Kronach".