Die Ausbildung zur Hauswirtschafterin hat in Kronach Tradition: Rudolf Schirmer, Leiter des Beruflichen Schulzentrums, zählt in mehr als 33 Jahren rund 1000 Absolventen. "In dieser Zeit", so Schirmer, "erfolgte ein gesellschaftlicher Wandel, der sich natürlich auch auf die Arbeitswelt und besonders auf die Berufsausbildung auswirkte." Deshalb bricht die Berufsfachschule für Hauswirtschaft nun mit ihrer Tradition: Sie will junge Menschen für neue Arbeitsfelder qualifizieren.

Ab dem Schuljahr 2012/ 2013 startet der Bildungsgang zum Assistenten für Ernährung und Versorgung. Der bisherige Unterricht wird um die Schwerpunkte Gastronomie und Tourismus, sowie Grundversorgung und Betreuung alter Menschen ergänzt. "Bei den Inhalten können wir auf den regionalen Bedarf eingehen", erklärt die stellvertretende Schulleiterin Renate Steger. Wenn Betriebe zum Beispiel in der Küche oder im Service Bedarf haben, wird der Unterricht darauf angepasst. Für die beiden Schwerpunkte ist außerdem jeweils ein zweiwöchiges Praktikum vorgesehen.

Interessant kann die neue Ausbildung auch für Jugendliche mit mittlerem Schulabschluss sein: Sie können eine Klasse überspringen, sodass sie bereits nach zwei Jahren die Prüfung zum Assistenten für Ernährung und Versorgung ablegen. "Ich finde das neue Berufsbild attraktiv und zukunftsträchtig", sagt Karin Pfadenhauer, Geschäftsführerin des Diakonischen Werks. Und allzu gravierend ist der Bruch mit der Tradition auch nicht: "Die Schüler lernen nach wie vor kochen, waschen und bügeln", versichert Steger.