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Küps
Ehrentag

Hans Rebhan feiert Geburtstag: Ein Dauerläufer wird 60

Kommunalpolitiker und IHK-Vizepräsident Hans Rebhan feiert am Donnerstag Geburtstag. Er selbst sieht sich als Bindeglied zwischen Wirtschaft und Politik. Künftig will er etwas kürzertreten, nicht aber in einer wichtigen Angelegenheit.
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Hans Rebhan ist Unternehmer, Kommunalpolitiker und Wirtschaftsvertreter. Am Donnerstag wird er 60. Foto: privat
Hans Rebhan ist Unternehmer, Kommunalpolitiker und Wirtschaftsvertreter. Am Donnerstag wird er 60. Foto: privat
Wer weiß, was passiert wäre, hätte die CDU/CSU bei der Bundestagswahl 1972 nicht so schlecht abgeschnitten. Die Jugend war links orientiert - Hans Rebhan nicht: "Ich war noch nie ein Mainstreamer", sagt er. Mitleid mit der CSU wird es dennoch nicht gewesen sein, wohl aber war der Wahlausgang für ihn Grund genug, in Kronach die CSU-Geschäftsstelle zu betreten und Mitglied zu werden. Es war der Start einer beispielhaften Laufbahn.

Heftige Debatten

Ausschlaggebend für den CSU-Eintritt waren zudem die heftigen Debatten im Küpser Gemeinderat zwischen der den damals neu gewählten Bürgermeister Schramm unterstützenden Minderheit und der SPD-Mehrheit, die immer wieder mit starken Argumenten überzeugt werden musste. Hans Rebhan hat dies als freier Mitarbeiter der Tageszeitungen regelmäßig verfolgt und war beeindruckt: "Da hab ich mir gedacht, da muss ich dabei sein."
Wer weiß, wohin der Weg Hans Rebhan ohne diese Erlebnisse geführt hätte, ob das Innovationszentrum Region Kronach (IZK) dann überhaupt jemals ins Leben gerufen worden wäre.

"Ich bin ein Mensch, der sich leicht motivieren lässt", sagt Rebhan mit einem Schmunzeln. Und so kam es nicht von ungefähr, dass er 1974 die Junge Union Küps gründete. "Ab diesem Zeitpunkt habe ich junge Menschen dazugeholt, Veranstaltungen organisiert und die Gründung der CSU in Küps mit betrieben. "Ich war Plakatkleber, Austräger - ein ,Wörcher‘. Ich habe alles gemacht."

Dabei hatte er immer ein Ziel vor Augen: bei der Kommunalwahl 1978 in den Gemeinderat der neuen Großgemeinde gewählt zu werden. Und das sollte dem damals 22-Jährigen mit dem zweithöchsten Stimmenanteil eindrucksvoll gelingen.

Es folgten unter anderem die Wahl in den Kreistag (1984), zum Vorsitzenden der Mittelstandsunion und parallel dazu eine zusätzlich beginnende, ehrenamtliche Karriere in der IHK, wo er zwischenzeitlich Vorsitzender des für den Kreis Kronach zuständigen Gremiums war. Heute ist er gar Vizepräsident der IHK Bayreuth, für die er mehr denn je die wirtschaftlichen Interessen des Landkreises vertritt. Und eben dieser Schritt hat Rebhan neue Türen geöffnet, um gemeinsam mit Mitstreitern wie zum Beispiel IHK-Präsident Heribert Trunk seine Ideen zu realisieren: allen voran die Idee eines Innovationszentrums, das der heimischen Wirtschaft Möglichkeiten bieten soll, sich zukunftsfähiger aufzustellen.

Und wenn Rebhan so erzählt, merkt man ihm an, dass dieses Projekt eine Herzensangelegenheit ist. Ausgangspunkt waren die Vorbereitungen auf den Wirtschaftstag 2009. Rebhan saß mit Gleichgesinnten zusammen, um zu überlegen, wie der Landkreis an der Arbeit der Hochschulen, allen voran im benachbarten Coburg, partizipieren kann. Dabei stand immer ein Gedanke im Vordergrund: "Wie können wir junge Menschen im Landkreis halten?"

Studiengang als Meilenstein

Eben dafür braucht es vielfältige Angebote, die mit Hilfe des IZK erarbeitet werden. Ein Meilenstein dabei ist sicherlich der Studiengang "Zukunfts-Design", der ab dem Frühjahr 2016 in Kronach angeboten wird. Für dieses Vorhaben konnte Rebhan unter anderem Experten wie den Coburger Hochschulpräsidenten Michael Pötzl oder auch Professor Gunther Herr gewinnen. "Ich war stolz darauf, diese Menschen zusammengebracht zu haben." Er selbst sieht sich dabei zwar als Antreiber, unterm Strich aber sei die Mannschaft der Star.

Die vorbereitende Arbeit fürs IZK war umfassend. Als das zentrale Thema Innovation gefunden war, musste die heimische Wirtschaft begeistert werden, was nicht immer ganz einfach gewesen sei. Gemeinsam mit seinen Mitstreitern Thomas Kneitz und auch Rainer Kober ist dies aber letztlich gelungen, so dass das IZK als Verein heute 40 Mitglieder aufweist.

Der in Tüschnitz aufgewachsene Rebhan sieht sich selbst als Bindeglied zwischen Wirtschaft und Politik. Und gerade seine Tätigkeit bei der IHK habe ihm die Möglichkeit gegeben, ein Stück weit mehr gestalterisch tätig sein zu können.

Dies sollte sich bewahrheiten, als Rebhan 2013 bei den Bayreuther Wagner-Festspielen einem Gespräch zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Ministerpräsident Horst Seehofer entnehmen konnte, dass wegen der Loewe-Krise kurzfristig eine Sitzung des bayerischen Kabinetts in Kronach stattfinden soll. "Da dachte ich, jetzt stehen wir am Elfmeterpunkt vor einem leeren Tor. Jetzt müssen wir verwandeln."

Strukturprogramm

In einer Runde aus Vertretern von Wirtschaft und Politik saß man schließlich zusammen und überlegte, "was brauchen wir". Herausgekommen ist ein Strukturprogramm, das eine Behördenverlagerung ebenso vorsah wie beispielsweise die Schaffung eines Innovationscampus', eine Unterstützung für das IZK oder eine Demografiewerkstatt, die bereits ihren Betrieb aufgenommen hat. Und eben dieses Programm wurde schließlich als Basis für die Kabinettssitzung herangezogen. "Man hatte das Gefühl, etwas gekonnt zu haben", zeigt sich Rebhan voller Stolz.

Es gab aber nicht nur Erfolge. So wäre Rebhan fast Bundestagsabgeordneter geworden, wäre Anfang dieses Jahrtausends die Frankenwald-CSU nicht gespalten gewesen. Nach einer verlorenen Kampfabstimmung zog sich Rebhan daraufhin etwas zurück. Kreisvorsitzender Jürgen Baumgärtner, gegen den er die Abstimmung verloren hatte, gelingt es schließlich, die CSU wieder zu einen, was Rebhan als großen Erfolg bezeichnet. "Die Frankenwald-CSU ist für den Landkreis ein wichtiger Faktor. Darin habe ich dann auch meine Verantwortung gesehen. Mit Baumgärtner bewegen wir was. Es macht wieder Spaß." Die damalige Auseinandersetzung scheint längst keine Rolle mehr zu spielen.

Spaß bereitet ihm nach wie vor auch seine berufliche Tätigkeit. Als selbstständiger Finanzberater hat es der Sparkassen-Betriebswirt bei der Bonnfinanz bis zum Gebietsdirektor geschafft. Auch das erfüllt ihn mit Stolz, wenngleich er fast schon entschuldigend erwähnt, dass er weder Abitur noch studiert hat.

14 Marathonläufe

Sein Lebenslauf ist beeindruckend: Nicht nur weil er 14 Marathonläufe absolviert hat, könnte man Rebhan als Dauerläufer bezeichnen. Und während er so zurückblickt, merkt man ihm eine gewisse Zufriedenheit an, als würde er in sich selbst ruhen. Und so geht sein Blick während seiner Ausführungen immer wieder mal aus den Fenster hinaus über den Berg, wo nur wenige Hundert Meter Luftlinie entfernt von seinem Haus der Golfplatz Nagel liegt. Am Golfspiel hat er seinen Gefallen gefunden. Und während er in Zukunft seine berufliche Tätigkeit schrittweise zurückfahren will, will er sich fürs Golfen mehr Zeit nehmen - ebenso wie für seine Frau, Kinder und Enkel. Dass seine beiden erwachsenen Kinder quasi um die Ecke wohnen, erachtet er als Privileg. Sie haben vor Ort geeignete Voraussetzungen gefunden. Und genau dafür will sich Rebhan auch in Zukunft einsetzen, will helfen, Strukturen zu schaffen, um den Landkreis ein Stück weit attraktiver zu gestalten. Das IZK bildet dafür eine gute Basis.




Geschenke Niemals in der Geschichte konnte man in Deutschland 60 Jahre in Frieden, Freiheit und Sicherheit leben. Dafür ist Rebhan dankbar und will einen Teil seiner Geburtstagsgeschenke Kindern in Krisengebieten zukommen lassen. Weiterhin stiftet er für die Burkersdorfer Kirchturmuhr.

Beginn Zwischen 14.30 und 17 Uhr besteht am Donnerstag die Gelegenheit, Hans Rebhan auf der Bastion Marie der Festung Rosenberg persönlich zu gratulieren.

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