Steinwiesen
Auszeichnung

Hans-Jürgen Feulner erhält Orden vom Papst

Dem in Steinwiesen aufgewachsenen Hans-Jürgen Feulner wurde der Dank von Papst Franziskus zuteil. Er machte den Theologie-Professor zum Ritter des "Ordens des heiligen Gregor des Großen".
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Der Apostolische Nuntius Erzbischof Peter Zurbriggen (rechts) und Monsignore Steven Lopes (Mitte) applaudieren für den neuen Träger des Gregorius-Ordens, Hans-Jürgen Feulner. Foto: Daniel Podertschnig
Der Apostolische Nuntius Erzbischof Peter Zurbriggen (rechts) und Monsignore Steven Lopes (Mitte) applaudieren für den neuen Träger des Gregorius-Ordens, Hans-Jürgen Feulner. Foto: Daniel Podertschnig
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Hans-Jürgen Feulner sitzt ganz gelassen auf dem Stuhl in der FT-Redaktion. Gerade so, als wäre er beim Nachbarn zu Besuch. Mit einem fränkischen Zungenschlag erzählt er von seinem Beruf, erinnert sich an seine Jugend in Steinwiesen und lacht über Anekdoten aus der Schulzeit. Dass der 50-Jährige als Professor für Theologie an der Universität in Wien den Lehrstuhl für Liturgiewissenschaft und Sakramententheologie inne hat, lässt ihn ebenso wenig zu Höhenflügen ansetzen wie seine gerade erst erhaltene Auszeichnung von Papst Franziskus.

"Ich hätte das nie erwartet. Aber ich habe mich sehr gefreut", weiß er seine Ernennung zum Ritter des "Ordens des heiligen Gregor des Großen" zu schätzen. Dabei handelt es sich um die vierthöchste Auszeichnung dieser Art, die vom Heiligen Stuhl vergeben wird. Doch für "Normalsterbliche" ist es die Bedeutendste. Die drei höher eingestuften Ehrungen werden laut Feulner nur an Staatsmänner und dergleichen vergeben.

"Ich dürfte mir sogar eine Uniform schneidern lassen", sagt er und schmunzelt. "Aber das mache ich natürlich nicht. Wo sollte man die denn anziehen?" Er holt eine Skizze aus seinen Unterlagen hervor. Darauf ist die grüne Robe mit den Vorgaben für den Schneider zu sehen. Feulner grinst nochmal, als er weiter erklärt, dass es sogar Angaben für die Gestaltung eines Säbels gibt und er auf Grund dieses Titels zu Pferd in den Vatikan reiten dürfte.


Anerkennung der Politik

An der Wiener Universität ist Feulner seines Wissens der einzige, dem diese Auszeichnung bisher zuteil wurde. Das habe auch für einiges Aufsehen in politischen Kreisen gesorgt. Der österreichische Bundespräsident habe ihm seine Gratulation übermittelt und ein deutscher Botschaftsrat sei bei der Verleihung dabei gewesen.

Orden und Urkunde hat er für sein langjähriges Wirken für die katholische Kirche erhalten. Der Autor eines Buches über anglikanischen Weihe-Riten hat sich unter anderem in Amerika intensiv mit anglikanischen Christen befasst, die katholisch wurden. Ihnen soll - auch dank seines Mitwirkens - die Freiheit gelassen werden, eigene Riten beizubehalten. "Ich bin viel umhergereist, war in den Gemeinden und habe die Leute gefragt, wie sie sich ihren Gottesdienst vorstellen", erklärt er. In einer Kommission wurde inzwischen ein Messbuch ausgearbeitet. Das neunköpfige Gremium ist nun zwar offiziell aufgelöst, doch im kleinen Kreis wird Feulner mit zwei Kollegen weiter zur Verfügung stehen.


Noch viel zu tun

"Der erste wichtige Teil ist fertig, es fehlt aber noch einiges", erklärt der Professor, dem sicher nicht langweilig wird. Er hat ja zudem noch viele Felder an der Universität zu beackern, die durch sein ehrenamtliches Engagement etwas ruhen mussten. Immerhin betreut er 15 Doktoranden und bereitet sich auf das 50. Jubiläum seines Lehrstuhls vor.

Dabei vergisst er seine Heimat jedoch nie. Er hat schon vor Jahren am Mundartwörterbuch "Wie soachd denn Ihr dezu" mitgewirkt, das 2016 vielleicht neu aufgelegt wird. Ein-, zweimal im Jahr will er auch - wie gerade eben - unbedingt nach Hause kommen und seine Kontakte pflegen. Dann schwärmt er besonders von Bratwürsten und von Klößen, die nicht wie Tennisbälle schmecken. Und er träumt von Sträubla. Das leckere Gebäck hat er sogar vorbestellt, denn davon will er unbedingt eine Ration mit nach Wien nehmen, wo er ab Mittwoch wieder fränkelnd dem Wiener Schmäh Paroli bieten wird.


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