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Hagebau-Verlagerung in Kronach ist eine Win-Win-Situation

Der Hagebaumarkt zieht nach Fröschbrunn um. Auf dem bisherigen Firmengelände entsteht die Beamtenfachhochschule. Der Kronacher Bürgermeister und der Juniorchef der Firma Karst informierten. Am 18. Dezember kommt Finanzminister Söder nach Kronach und stellt die Details für das Schulprojekt vor.
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Auf dem Gelände des Hagebaumarkts entstehe die Beamtenfachhochschule.  Foto: Alexander Löffler
Auf dem Gelände des Hagebaumarkts entstehe die Beamtenfachhochschule. Foto: Alexander Löffler
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"Das ist ein Segen für Kronach. Damit bringen wir die Stadt nach vorne", schwärmte Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein (FW) am Dienstag im Rathaus über die Win-Win-Situation, dass die Firma Karst den Hagebaumarkt von der Siechenangerstraße nach Fröschbrunn verlagert und auf dem bisherigen Firmengelände der Neubau der Beamtenfachhochschule entstehen kann.

Und auch Juniorchef sowie Geschäftsführer Eric Bienlein-Karst schwelgte in Superlativen: "Das wird einer der modernsten Hagebaumärkte in Deutschland und die größte Einzelhandelsfläche der Region!" Bienlein-Karst und Beiergrößlein gingen auf die Hintergründe und die vielen Gespräche, die in den vergangenen Wochen liefen, ein. Die Zusammenarbeit bezeichneten beide Seiten als vertrauensvoll. Das Gelände in Fröschbrunn gehört der Firma Karst schon seit 20 Jahren. Schon lange wollte man dorthin umsiedeln.

Der Bürgermeister schwenkte zurück auf die Kabinettssitzung in Kronach, wo Ministerpräsident Seehofer versprach, dass Kronach eine Zweigstelle der Beamtenfachhochschule Herrsching erhalten werde. Seitdem sei man fieberhaft auf der Suche nach einem passenden Areal gewesen. Zentrumsnah habe das sein sollen. Da sei die Anfrage der Firma Karst, die eine Verlagerung des Baumarkts an den Stadtrand angestrebt habe, gerade zur richtigen Zeit gekommen.


Mehrhäusigkeit brachte Probleme

Eric Bienlein-Karst schilderte die logistische Herausforderung für sein Unternehmen in der jüngsten Vergangenheit. Das Firmengelände, von der Ampel an der Industriestraße gesehen in T-Form ausgerichtet, werde durch den Fußweg zwischen Hammersteig und Siechenangerstraße sowie durch die ehemalige Bahnlinie in mehrere Teile zerschnitten. Die Mehrhäusigkeit sei eines der größten Probleme für die Firma gewesen. Und auch der flächenmäßige Zuschnitt des Verkaufsbereichs sei bisher nicht ideal. Besser wäre ein "rechteckiger Kasten", den man auf dem großen, firmeneigenen Grundstück in Fröschbrunn verwirklichen könne.

Aber es werde ein hochmoderner Kasten, versprach der Geschäftsführer. Die Heizung erfolge durch Erdwärme, die Eigenstromversorgung durch Photovoltaik, die Beleuchtung im gesamten Markt durch LED. Dass eine energetisch optimale Bauweise obligatorisch sei, unterstrich der Karst-Juniorchef.

Der zuständige Hagebau-Architekt, der zurzeit mehr als ein Dutzend Hagebau-Neubauten betreut, wird für Kronach Sonderschichten einlegen müssen, denn alles muss auf Drängen aus dem Finanzministerium sehr schnell gehen. Diese Woche noch werde man sich verschiedene Hagebau-Märkte in Deutschland ansehen, steckte Eric Bienlein-Karst den Zeitplan ab. Nächste Woche starten die Planungen. Diese werden im Januar vorgelegt. Bereits im Frühjahr 2016 soll Eröffnung des neuen Baumarkts in Fröschbrunn sein. Dabei soll alles nahtlos vonstatten gehen. "Wir sperren den alten Baumarkt am Abend zu und bereits am nächsten Morgen den neuen Baumarkt auf", kündigte er an.


Das Herz blutet

Der Geschäftsführer sprach auch an, dass man eine relativ neue Bausubtanz verlasse. "Uns blutet das Herz, dass das, was wir in den vergangenen sieben Jahren aufgebaut haben, nun möglicherweise dem Erdboden gleichgemacht wird", sagte er. Aber nach dem verheerenden Brand habe man am gleichen Ort und in der gleichen Güte aufbauen müssen, um von der Versicherung entsprechend entschädigt zu werden. Ansonsten wäre nur der Zeitwert ersetzt worden. Und das wäre viel zu wenig gewesen. "Jetzt haben wir die Chance, etwas Attraktives auf die Beine zu stellen, das auch noch die nächste Generation nutzen kann", beschrieb er die Zukunftsausrichtung. In Fröschbrunn werde die Mitarbeiterzahl von derzeit 35 Vollbeschäftigten sicherlich steigen, kündigte Bienlein-Karst an. Bereits bisher setze man auf Erfahrung und habe viele langjährig Beschäftigte. Auszubildende würden gerne übernommen.


Ein großer Gefallen

"Die Firma Karst hat uns einen großen Gefallen getan", freute sich der Bürgermeister über die Standorttreue des bodenständigen Familienunternehmens. Die Verlagerung werde man durch Straßenausbau in Fröschbrunn unterstützen.

Die Beamtenfachschule für 200 Leute in der Siechenangerstraße werde campusartig aufgebaut. Schule, Wohnheim und Halle für Prüfungen entstünden.

Über Details und voraussichtliche Kosten wird Minister Markus Söder bei einem Besuch am 18. Dezember in Kronach Auskunft geben. Das kündigte seine Pressesprecherin am Dienstag auf Anfrage an.

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