Wilhelmsthal
Einweihung

Grünes Klassenzimmer in Wilhelmsthal: Raus zum Lernen und Pizzbacken

Die Grundschule Wilhelmsthal freut sich über ein grünes Klassenzimmer und einen Lehmbackofen, jeweils "Marke Eigenbau". Am Samstag wurde beides eingeweiht.
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Rektor Ulrich Weiß schob unter "wachsamen Augen" von Lions Club-Präsident Stefan Pfadenhauer und dem zweiten Bürgermeister von Wilhelmsthal, Gerhard Eidelloth, die ersten Pizzen ein. Foto: Heike Schülein
Rektor Ulrich Weiß schob unter "wachsamen Augen" von Lions Club-Präsident Stefan Pfadenhauer und dem zweiten Bürgermeister von Wilhelmsthal, Gerhard Eidelloth, die ersten Pizzen ein. Foto: Heike Schülein
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Es ist eine zauberhafte kleine Oase, die sich im Garten der Grundschule Wilhelmsthal auftut: Die idyllische Anlage, in der es auch eine Beerensträucherhecke sowie Freiluft-Sitzgelegenheiten vor den jeweiligen Klassenzimmern gibt, erfuhr eine weitere Bereicherung: ein überdachtes Klassenzimmer im Grünen mit Tischen und Bänken sowie einem Lehmbackofen.

Geschaffen wurde das kleine Paradies von vielen tüchtigen Schülern und Eltern mit finanzieller und materieller Unterstützung des Lions Clubs Kronach und weiterer großzügigen Sponsoren. "Es ist ein Jahr her, dass der Schulleiter Ulrich Weiß beim Lions Club Kronach einen Vortrag über die Umweltschule Wilhelmsthal hielt. Dabei erzählte er auch, welche Träume und Ideen er noch hat, für deren Verwirklichung jedoch das Geld fehlt", erinnerte sich Lions-Club-Präsident Stefan Pfadenhauer. Gemeinsam habe man sich dann zusammengesetzt und überlegt, welches Projekt am Wichtigsten erscheine.

Dass man nun das grüne Klassenzimmer sowie den Lehmbackofen erfolgreich umsetzen konnte, sei der Unterstützung vieler zu verdanken - wie beispielsweise den Firmen Adlerhaus aus Nordhalben, dem Bauservice Pfadenhauer aus Hesselbach, Wachter Bedachungen sowie Barnickel Bedachungen - beide aus Wilhelmsthal. Die Bayerischen Staatsforsten, der Forstbetrieb Rothenkirchen mit seinem Leiter Peter Hagemann spendeten das Douglasienholz.

Doch ohne die Schulfamilie wäre die Realisation nicht möglich gewesen. Genau dies sei Intention und Ziel des Clubs, nämlich durch bürgerschaftliches Engagement und vereintes Wirken möglichst vieler Beteiligter Projekte zu realisieren. "Wir wollen nicht nur Geld geben, sondern Hilfe zur Selbsthilfe leisten", betonten Pfadenhauer und sein Lionsfreund Karol Hurec. Da dem Club vor allem die Jugendarbeit am Herzen liege, habe man dieses Projekt besonders gerne unterstützt. Insbesondere würdigte Pfadenhauer auch das Engagement des Schulleiters, der bei jedem Arbeitseinsatz vor Ort mitgeholfen hatte. Der Gesamtwert des grünen Klassenzimmers mit Lehmbackofen liegt bei rund 15 500 Euro.

Seinen Dankesworten schloss sich der Schulleiter an, der allen Sponsoren für ihre Spenden finanzieller wie auch materieller Art dankte. Größten Respekt zollte er allen Eltern, Großeltern und auch den Schulkindern, die in einem Jahr Bauzeit um die 20 Arbeitseinsätze gemeinsam gestemmt hätten. "Es haben viele mit angepackt", würdigte er.

Zusätzlich zu den Terrassen mit Sitzgelegenheiten vor den jeweiligen Klassenzimmern, habe man nun ein großes grünes Klassenzimmer. Dieses bietet Platz für eine ganze Schulklasse, sodass Unterricht in freier Natur stattfinden könne. Die Überdachung bietet Schutz - auch im Sommer, wenn die Sonne vom Himmel brennt. Der Backofen wurde auf Grünlinge - noch ungebrannten Steine aus Ton und Sand - aufgebaut. Als Fugenmaterial wurde ein Lehm-, Sand- und Strohgemisch angefertigt, das die Kinder mit ihren Händen an den Backofen strichen. Weiß dankte dem Lions Club mit Pfadenhauer an der Spitze, der das Projekt nach besten Kräften unterstützte und auch die jeweiligen Fachfirmen für das Projekt gewinnen konnte. "Ohne ihre finanzielle Unterstützung hätten wir das nie schaffen können."Herausragendes Engagement seitens der Eltern habe insbesondere Alexander Hoderlein gezeigt, der das ganze Jahr über planerisch und tatkräftig bei jedem Einsatz dabei gewesen sei und auch weitere Eltern zur Mithilfe animiert habe. Wilhelmsthals 2. Bürgermeister Gerhard Eidelloth zeigte sich stolz darüber, was in der Gemeinde durch bürgerschaftliches Engagement entstehe.

Anschließend erhielt der Backofen seine Feuertaufe, als der Rektor zur Verpflegung der Gäste kleine Pizzen einschoss. Dafür wurde der Ofen rund drei Stunden vorgeheizt. Und siehe da: Die hausgemachte Konstruktion funktionierte perfekt.
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