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Weißenbrunn
Gemeinderat

Großer Wirbel um neues Baugebiet

Die Weißenbrunner Räte erweitern fast einstimmig das Baugebiet Mühläcker um einen Bauabschnitt Mühläcker III.
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Hier links von bestehenden Häusern im Spatzengrund, wird in idyllischer Landschaft nahe des Waldgebietes ein neues "Baugebiet Mühläcker III" in Weißenbrunn entstehen. Foto: K.- H. Hofmann
Hier links von bestehenden Häusern im Spatzengrund, wird in idyllischer Landschaft nahe des Waldgebietes ein neues "Baugebiet Mühläcker III" in Weißenbrunn entstehen. Foto: K.- H. Hofmann
Größere Diskussion gab es am Dienstag im Weißenbrunner Gemeinderat über die Ausweisung eines neuen Wohnbaugebietes. Schließlich einigte man sich bei einer Gegenstimme von Klaus Hannweber darauf, das Baugebiet Mühläcker um einen Bauabschnitt Mühläcker III zu erweitern. Bürgermeister Egon Herrmann wurde beauftragt, die nötigen Vorarbeiten für die Fassung eines Aufstellungsbeschlusses für einen Bebauungsplan bis spätestens im Juli vorzubereiten.
Seitens der CSU-Fraktion lag seit längerem ein Antrag auf Erschließung eines Baugebietes Am Ruhstein vor. Der Bürgermeister informierte, warum man dies kurzfristig nicht umsetzen könne, versicherte aber, dass man dranbleiben werde. Klaus Ruppert (CSU) meinte, die Entwicklung sei verschlafen worden. Jetzt, wo Bauboom bestehe, habe die Gemeinde nichts vorzuweisen: "Wir haben mindestens drei bis vier Jahre verloren. Es ist schade, dass der CSU-Vorschlag nicht realisiert werden soll, weil es in der Verwaltung an Herzblut fehlte, diesen Vorschlag umzusetzen." Dennoch werde sich aber die CSU dem Vorschlag der Verwaltung nicht verweigern und werde der Ausweisung des Baugebietes Mühläcker III zustimmen.
Das Gemeindeoberhaupt verwahrte sich gegen den Vorwurf, die Entwicklung verschlafen zu haben. Die Verwaltung sei sehr wohl tätig gewesen und habe alle Fördermöglichkeiten und auch die Umsetzung wie Finanzierbarkeit des Baugebietes Am Ruhstein überprüft und sei zu der Entscheidung gekommen, dass hier noch viel mit Behörden zu prüfen sei. Man werde das nicht außer Acht lassen, ebenso wie die Vorschläge für Hummendorf.
Klaus Hannweber (FW) schlug daraufhin ein Baugebiet in Hummendorf vor. Hier habe man ein Gewerbegebiet seit Jahren ausgewiesen das nicht genutzt werde. "Es wäre eine Kleinigkeit, dies in ein Wohngebiet umzuwandeln und man hätte relativ schnell einige Bauplätze anzubieten und wir könnten viel Geld sparen", so Hannweber.
Es hagelte im Verlauf der Diskussion von weiteren Vorschlägen für Baugebiete, ein weiterer für den Hummendorfer Dorfplatz oder in Eichenbühl und Reuth. Alexander Bauer (CSU) bekräftigte den Vorschlag von Klaus Hannweber für Hummendorf, mit dem sich auch Michael Bohl (CSU) anfreunden konnte. Es müsse nicht mehr verhandelt werden und sei schnell und kostengünstig realisierbar. Christian Höfner wunderte sich über die CSU, dass sie der Verwaltung vorwerfe, sie habe geschlafen. "Die Entscheidungen fallen im Gemeinderat, das ist kein guter Stil", monierte Höfner und fügte hinzu, der Bürgermeister habe ein Herz für die CSU gehabt und den Vorschlag prüfen lassen. Klaus Ruppert (CSU) fand dies allerhand, die FW müssten selbst Vorschläge einbringen. Nachdem weitere Worte hin- und herflogen und sich auch Klaus Hannweber und Ralf Oßmann ein verbales Wortgefecht lieferten, bat der Bürgermeister wieder um Sachlichkeit.
Für die Durchführung des Straßenbaus Wildenberg-Hain ("Zweiter Bauabschnitt) wurde der Auftrag an die Firma Gebrüder Stolz, Hammelburg zum Preis von 1,08 Millionen Euro vergeben. 90 Prozent der förderfähigen Kosten werden bezuschusst. Dies ist der Kostenanteil für Weißenbrunn für die Straßenlänge von 1,183 Kilometer, während Küps für 927 Meter rund 850 000 Euro zu tragen habe. Küps wird aber nach Absprache die federführende Gemeinde für den gesamten Straßenbauabschnitt II sein. Der Straßenbau soll am 19. Juni beginnen und bis Mitte Dezember abgeschlossen sein. Heinz Schubert sah große Schwierigkeiten beim Umleitungsverkehr: "Es kann Tote geben", warnte er. Bürgermeister Herrmann meinte, es sei noch nichts endgültig festgelegt. Die Firma Hiro Lift erhielt den Zuschlag für den Einbau eines Plattformschrägaufzugs an der Treppe im Rathaus (22 016 Euro). eh


Wohnraum-Studie soll für Klarheit sorgen


Der Gemeinderat beauftragte Bürgermeister Egon Herrmann, nach Abschluss einer Praxisstudie "Bezahlbare Qualität im Wohnungsbau auf Grundlage einer dargestellten Variante A bei der Regierung von Oberfranken einen Zuwendungsantrag für eine Folgenutzung Schaffung von Wohnraum auf dem Grundstück "Grüner Straße 25" nach dem Kommunalen Wohnraumförderprogramm zu stellen. Ebenso wurde beschlossen, einen Förderantrag beim Amt für Ländliche Entwicklung Oberfranken auf Abbruch des bestehenden Gebäudes "Grüner Straße 25", zu stellen. Der Bürgermeister informierte das Gremium von der Aufnahme des Projekts "Abbruch des Gebäudes Grüner Straße 25" in die Förderoffensive Nordostbayern. Anstelle dieses Gebäudes soll ein neues Gebäude mit vier Wohneinheiten entstehen. Architekt Stefan Schlicht stellte zuvor die Praxisstudie bezahlbare Qualität im Wohnungsbau für das Anwesen Grüner Straße 25 vor. Das Gebäude steht seit 2011 leer und ist dem Verfall preis gegeben. In vielen Städten und Gemeinden läuft es ähnlich und es fehlt an bezahlbarem Wohnraum für die einheimische Bevölkerung wie für neu Zugezogene mit geringem Einkommen oder auch für anerkannte Flüchtlinge. Unter dem Hintergrund der sich abzeichnenden massiven Nachfrage nach bezahlbaren Wohnungen hat die Oberste Baubehörde Möglichkeiten für schnell zu erstellende, sehr kompakte Wohnungen für Menschen mit dringendem Wohnungsbedarf gegeben. Um die Lücke zwischen solchen, meist für den Übergang gedachten Wohnungen niedrigen Standards und der klassischen Sozialmietwohnung zu schließen, wird die "Praxisstudie Bezahlbare Wohnqualität im Wohnungsbau" durchgeführt.


Problem steile Hanglage

Auf Empfehlung der Regierung von Oberfranken hat sich die Gemeinde Weißenbrunn mit dem Anwesen "Grüner Straße 25" für die Teilnahme an der Studie beworben. Für die Teilnahme an der Praxisstudie für bezahlbare Qualität im Wohnungsbau war die Beauftragung einer Machbarkeitsstudie für das Projekt erforderlich. Damit wurde das Architekturbüro Schlicht/Lamprecht/Schröder, Schweinfurt, beauftragt. Das Architekturbüro stellte zwei Varianten vor, wobei nur Variante A sich wirtschaftlich umsetzen lasse. Diese wird auf Gesamtkosten von etwa 650 000 Euro geschätzt. Stefan Schlicht wies dabei auf Schwierigkeiten aufgrund der steilen Hanglage hin. Für die Vergabe der Planungsleistungen sind drei Angebote von Planungsbüros einzuholen. eh


Gemeinderatssplitter


Wehr Die beiden neuen Kommandanten der FF Hummendorf, 1. Kommandant Robin Dittmann und 2. Kommandant Holger Schneider wurden vom Gremium bestätigt.

Brauermuseum Dem Brauer- und Büttnermuseum sind 50 Prozent der tatsächlich entstandenen Kosten in Höhe von 1917,14 Euro für das Jahr 2016 in Rechnung zu stellen.
Streusalz Schon jetzt baut die Gemeinde für den Winter vor. Das Gremium beschloss, 200 Tonnen Streusalz zum Preis von 19 206 Euro zu bestellen.

Bauantrag Einem Bauantrag auf Anbau an das bestehende Fischerei-Betriebsgebäude und Grundstückseinzäunung in Gössersdorf wurde das gemeindliche Einvernehmen erteilt. eh
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