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Neuses
Holzspende

Großeinsatz der Neuseser Flößer

Der Forstbetrieb Rothenkirchen ließ den Flößern für die nächste Saison eine tonnenschwere Spende zukommen. Dann mussten die über 40 Fichtenstämme geschält werden.
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An der Neuseser Zollschere mussten die Fichtenstämme für den Floßbau mit der Hand geschält werden. Mit dabei waren Vorsitzender Edgar Dunst, Fred Blinzler, Fritz Schedel, Herbert Schedel, Karlheinz Ullmann, Egon Zwack und Michael Schmidt. Mit im Bild auch Forstbetriebsleiter Peter Hagemann. Foto: Gerd Fleischmann
An der Neuseser Zollschere mussten die Fichtenstämme für den Floßbau mit der Hand geschält werden. Mit dabei waren Vorsitzender Edgar Dunst, Fred Blinzler, Fritz Schedel, Herbert Schedel, Karlheinz Ullmann, Egon Zwack und Michael Schmidt. Mit im Bild auch Forstbetriebsleiter Peter Hagemann. Foto: Gerd Fleischmann
Es ist für die Neuseser Flößer unter der Leitung des Vorsitzenden Edgar Dunst alljährlich ein hartes Stück Arbeit, wenn das Mainfloß an der Zollschere zusammengebaut wird. Immerhin erlebten im Jahr 2014 über 2000 Gäste auf der Rodach zwischen Neuses und Landesgartenschaugelände Flößerromantik pur. Noch härter ist jedoch der Einsatz, neues Holz für das 20 Tonnen schwere Gefährt zu besorgen.
Nun war es wieder soweit. Im Waldstück zwischen Friedersdorf und Buchbach wurden 21 Stämme mit je 20 Meter Länge für das Mainfloß, elf Stämme mit 15 Meter Länge für die Frankenwaldkuppel sowie 15 Stämme mit vier Meter für Bretter und Kanthölzer - vorgesehen für Flößerhütte und Bretterboden - geschlagen.

Das Schlagen der Bäume sowie das Rücken der Stämme übertrug Forstamtsleiter Peter Hagemann seinem Revierleiter Alexander Kelle und dessen Waldarbeiterteam. Nach dem Abtransport in Richtung Neuses war dann das zeitraubende Schälen der Stämme angesagt. Alles in allem investierten die Aktiven einige hundert Stunden in diese kräftezehrenden Arbeiten - und dies bei schlechten Witterungsbedingungen. Michael Schmidt unterstützte die Flößer bei den Schälarbeiten durch den Einsatz seines Traktors und erleichterte ihnen dabei das Umsetzen der tonnenschweren Stämme.
Vor allem durften sich die Neuseser Flößer über eine Holzspende vom Forstbetrieb Rothenkirchen freuen. Positiv sei vor allem, so Vorsitzender Dunst, dass sich der Forstbetrieb Rothenkirchen der Bayerischen Staatsforsten seit Jahren im Rahmen seiner "Kulturgüterkartierung Frankenwald" zusammen mit den Heimatpflegern des Landkreises Kronach auf die Suche nach historischen Spuren im Staatswald begeben hat.
Auf den Erhalt der oft jahrhundertealten Zeugnisse der Flößerei sei dabei besonders geachtet worden. So sei in den Hängen der Bachtäler noch das tief eingegrabene Holzbringungssystem sichtbar, mit dem früher die Stämme hangabwärts transportiert wurden. Diese sogenannten "Lassen" werden heute nicht mit Maschinen befahren und bleiben so auch in Zukunft erkennbar, informierte Edgar Dunst.
Forstbetriebsleiter Peter Hagemann (Rothenkirchen) unterstützt nach besten Kräften die Aktivitäten der heimischen Flößer: "Floßgräben und Floßbäche, von früheren Generationen begradigt und mit großer Handwerkskunst verbaut, werden unangetastet in Biotopschutzprojekte des forstbetrieblichen Waldnaturschutzes integriert und so dauerhaft geschützt. Drei große Floßteiche sind im Staatswald des Forstbetriebes Rothenkirchen bei Langenau, Rothenkirchen und Effelter erhalten geblieben. Deren Funktionsweise als früheste Energiespeicher der Wirtschaftsgeschichte soll auch nachfolgenden Generationen noch sichtbar gemacht werden." Deshalb werden, so Hagemann, die historischen Anlagen immer wieder instandgesetzt.
Wirklich lebendig bleibe dieses Erbe, so Forstbetriebsleiter Hagemann, aber nur durch die Flößervereine, deren praktische und öffentlichkeitswirksame Tätigkeit weit über reine Brauchtumspflege hinausgehe. "Die Flößer waren schon immer eng mit den Förstern verbunden, früher als Wirtschaftsgemeinschaft, heute im gemeinsamen Bemühen, die Frankenwaldgeschichte erkennbar und erlebbar zu machen. Die Bayerischen Staatsforsten setzen diese alte Tradition fort und darum ist der Forstbetrieb Rothenkirchen froh, den Flößerverein Neuses mit einer Holzspende ein Stück weit unterstützen zu können. Denn auch im Wald gilt: Nur wer seine Geschichte kennt, kann sich den Herausforderungen der Zukunft stellen", ist sich Peter Hagemann sicher. Im Auftrag der Neuseser Flößer dankte Edgar Dunst dem Forstbetriebsleiter für sein großes Entgegenkommen. Nach fachgerechter Lagerung der Baumriesen werde dann Ende April ein neues Mainfloß mit Floßhütte zusammengebaut, informierte der Vorsitzende.
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