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Oberrodach
Erweiterung

Friedrich Joerg GmbH legt den Grundstein

Die Friedrich Joerg GmbH investiert in den Bau einer Produktions-, Werk- und Lagerhalle mit Büro- und Sozialräumen in Oberrodach, im Gries 12. Der Weg bis zur Standort-Entscheidung war lang und steinig.
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Tobias Püls, Geschäftsführer Thomas Püls (vorne), Abteilungsdirektor Thomas Engel, Alois Dechant, Landrat Oswald Marr und Zweiter Bürgermeister Oliver Skall bei der Grundsteinlegung Foto: Heike Schülein
Tobias Püls, Geschäftsführer Thomas Püls (vorne), Abteilungsdirektor Thomas Engel, Alois Dechant, Landrat Oswald Marr und Zweiter Bürgermeister Oliver Skall bei der Grundsteinlegung Foto: Heike Schülein
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Das Unternehmen wurde 1920 von Friedrich Joerg in Unterrodach gegründet. In den vergangenen 95 Jahren hat die elektrotechnische Fabrik, die seit 1960 in der Louis-Dietrich-Straße in Unterrodach ansässig ist, ihr Spektrum stetig erweitert. Sie reifte zum innovativen und leistungsfähigen Systemlieferanten für führende Unternehmen aus der Elektro- und Leuchtenindustrie sowie der Antriebstechnik. Die Zahl der Mitarbeiter beläuft sich derzeit auf 45 Personen.

Ursprünglich wollte die Firma an ihrem bisherigen Standort ihren Betrieb erweitern und eine neue Produktionshalle bauen. Da es sich um ein Mischgebiet handelt, gab es Widerstand der Anwohner. Mit dem neuen Standort im Gewerbegebiet wurde für alle Seiten eine gute Lösung gefunden.


Betriebsinhaber Thomas Püls freute sich, zum Festakt insbesondere die Führungsmannschaft seines Unternehmens sowie Vertreter der mit der Planung und Ausführung beauftragten Firmen beziehungsweise Büros begrüßen zu können - ebenso wie weitere Ehrengäste.

"Ich finde es fantastisch, dass Thomas Engel von der Regierung von Oberfranken auch zu der Grundsteinlegung einer kleineren, ,normalen' Firma kommt", freute sich der Geschäftsführer, der seit 1980 die Geschicke des Unternehmens leitet. In diesem Zusammenhang bedankte er sich für die hohe Förderung, die ihm die Entscheidung erleichtert habe.


"Wir platzen aus allen Nähten"

"Die Betriebserweiterung war notwendig, wir platzen aus allen Nähten", erklärte der Diplom-Ingenieur. Dies bedeute nicht, dass man sich vor Aufträgen nicht mehr retten könne; obwohl sich gleichwohl auch der Umsatz vergrößert habe. Die Erweiterung betreffe überwiegend Lagerflächen und diene der Optimierung des Materialflusses. Das neue Gebäude umfasse alle bisherigen Bereiche, nur wesentlich größer.

Mit einer Betriebserweiterung habe man sich schon lange beschäftigt. Beim Umzug 1960 in die Louis-Dietrich-Straße habe es dort nur grüne Wiesen gegeben. Mittlerweile ständen dort viele neue Häuser. Die Anwohnerschaft habe sich verändert und sei nicht "begeistert" vom Unternehmen.

Eine Betriebserweiterung am bisherigen Standort wäre einfacher gewesen. Man habe auch andere Alternativen in Erwägung gezogen, auch einen Landkreiswechsel. "Wir wollten aber nicht den Landkreis verlassen, insbesondere aufgrund der Mobilität unserer Mitarbeiter", betonte er. Die Entscheidung sei ein sorgsam durchdachter, langsamer Prozess gewesen. Nunmehr habe alles gepasst: der Standort, die Finanzierung, die Förderung.

Etwas problematisch am neuen Standort seien die Hochspannungsleitungen. Aber hier werde die Firma Dechant als Generalunternehmer mit ihrem Seniorchef Alois Dechant und Bauleiter Harald Bock eine Lösung finden.


50 Spezialmaschinen müssen umgelagert werden

Besonders am Herzen liege ihm die Nutzung des alten Geländes. Obwohl es keinen unerheblichen Buchwert habe, sei er für alles offen - Vermietung oder Verkauf, zu guten Konditionen. "Das Schlechteste wäre, es würde leer stehen", zeigte er sich sicher. Ein Abriss sei für ihn der worst case. Problematischer als den Bau, erachtete er den Umzug. Die Herausforderung sei groß, da alleine 50 Spezialmaschinen umgelagert werden müssen.

"Ich könnte mir nichts Schöneres vorstellen, als an der Grundsteinlegung einer solch gewaltigen Investition teilzunehmen", betonte Thomas Engel, Abteilungsdirektor von der Regierung von Oberfranken. Die mittelständischen Betriebe - also solche wie die Friedrich Joerg GmbH - seien das Rückgrat der Wirtschaft; stellten sie in Oberfranken die allermeisten Arbeitsplätze. Für ein Unternehmen in dieser Größenordnung sei eine derartige Maßnahme im Fünf-Millionen-Bereich eine riesige Investition. "Das Beste ist, dass der Standort erhalten bleibt", freute er sich.


Hochfördergebiet

Im Landkreis Kronach habe sich in den letzten Jahren wirtschaftlich viel bewegt. Es ergingen Förderbescheide über knapp eine halbe Milliarde Euro. Kronach sei in der letzten - im Sommer zu Ende gegangenen - Förderperiode Hochfördergebiet gewesen. Dies sei in der neuen Förderperiode nicht mehr der Fall. Dies betreffe aber nur die großen Unternehmen; kleinere und mittlere Unternehmen können weiterhin auf hohe Förderungen hoffen. Voller Freude überreichte er Püls den Förderbescheid über 16 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten.

Laut Landrat Oswald Marr habe man gemeinsam überlegt, wie man der Not Herr werden könne. Mischgebiete mit unterschiedlichen Interessenslagen seien immer schwierig. "Die Betriebsverlagerung ist ein Befreiungsschlag", zeigte er sich sicher. Er schloss sich Engel an, dass der Landkreis in den letzten zehn bis zwölf Jahren enorm zugelegt habe, wobei sich Nord wie Süd gleichermaßen gut entwickelt habe. Die Arbeitgeber seien enorm wichtig für die Regionalentwicklung.

So sah es auch Marktrodachs Zweiter Bürgermeister Oliver Skall. Der Verbleib der Firma am Standort Marktrodach sei keineswegs nur wegen der Gewerbesteuer wichtig, sondern insbesondere auch aufgrund der Arbeitsplätze. Senior-Chef Alois Dechant hoffte, dass der Bau Ende dieses Jahres beziehungsweise im Frühjahr 2016 fertig werde. Realistisch sei eine Einweihung Mitte nächsten Jahres.


40 000 Kubikmeter umbauter Raum

Der Gebäudekomplex werde 115 Meter lang und - inklusive der Büros - 44 Meter breit. Es handelt sich um 40 000 Kubikmeter umbauten Raum, vergleichbar mit rund 60 Einfamilienhäusern. "Wir haben seit 2007 eine vernünftige Lösung im Auge. Jetzt hat es geklappt", strahlte er und bedankte sich für das entgegengebrachte Vertrauen.

Junior" Tobias Püls verlas die Urkunde zur Grundsteinlegung. Diese wurde mit einer aktuellen Tageszeitung, einem Euro-Münzsatz und einem Plansatz des Bauvorhabens in eine Grundstein-Urne gelegt. Die "Zeitkapsel" fand ihren Platz in einem aus Jura-Sandstein gefertigten Grundstein, der im Eingangsbereich aufgestellt wird.

Die Ehrengäste wie auch technischer Leiter Matthias Langheinrich sowie kaufmännischer Leiter Peter Linhardt wünschten - verbunden mit einem symbolischen Hammerschlag - viel Erfolg.

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