Wallenfels
Nationalpark

Freie Wähler im Kreis Kronach fordern ein Ausstiegsszenario

Die Freien Wähler im Kreis Kronach besprachen mit ihrem Landesvorsitzenden Hubert Aiwanger, wie sie die Debatte um einen Nationalpark einschätzen.
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Hubert Aiwanger (2. v. r.) und Thorsten Glauber (2. v. l.) schauten sich im Rodachtal den Frankenwald an. Begleitet wurden sie von den Freien Wählern (v. l.) Rainer Detsch, Peter Hänel, Ludwig Pötzinger, Hermann Feuerpfeil und Stefan Wicklein. Foto: Marco Meißner
Hubert Aiwanger (2. v. r.) und Thorsten Glauber (2. v. l.) schauten sich im Rodachtal den Frankenwald an. Begleitet wurden sie von den Freien Wählern (v. l.) Rainer Detsch, Peter Hänel, Ludwig Pötzinger, Hermann Feuerpfeil und Stefan Wicklein. Foto: Marco Meißner
Die Freien Wähler haben ein klares Bild, wie die Diskussion um den möglichen Nationalpark Frankenwald weitergehen muss. Die Landespolitik soll demnach unwiderruflich klarstellen, dass der Gang in eine Konzeptphase kein heimliches Ja zu dem Projekt ist. "Vor dieser Phase muss festgelegt werden, wie ein Ausstiegsszenario aussehen würde", forderte Stefan Wicklein, der Vorsitzende der FW-Kreistagsfraktion, bei einem Treffen mit Hubert Aiwanger, dem Landes- und Bundesvorsitzenden der FW, sowie MdL Thorsten Glauber in Neuengrün.
Es geht ihm vor allem darum, dass es am Ende eine basisdemokratische Entscheidung über das Projekt geben müsse. Und zwar in den betroffenen Gemeinden. "Es kann ja nicht sein, dass Kronach oder Küps über Wallenfels entscheidet", so Wicklein.

Außerdem müssten die Menschen besser mitgenommen werden; ihre Verunsicherung und ihre Ängste müssten sich im Dialog stärker widerspiegeln. Nur wenn das erfüllt werde, würden die Freien Wähler einer Konzeptphase zustimmen.


Region passt eigentlich nicht zum Vorhaben

Geht es nach den gesetzlichen Vorgaben, dürfte ein Nationalpark im "nachhaltig gut bewirtschafteten Wirtschaftswald" Frankenwald keine Chance haben, stellte der Kreisvorsitzende fest. Dennoch steht Wicklein der laufenden Debatte nicht negativ gegenüber. "Die Diskussion - egal wie sie ausgeht - und das Beschäftigen mit den Werten hat uns schon etwas gebracht." Er ging auf die Energie ein, die im Frankenwald freigesetzt worden sei. Auch sei die Region dadurch landespolitisch in den Blickpunkt gerückt. Daran müsse nun weitergearbeitet werden; ergebnisoffen müssten Alternativen zu einem Nationalpark ausgelotet werden. "Wir dürfen nicht alles gleich abwürgen, sondern müssen diese unheimliche Energie nutzen", bat er um eine konstruktive, sachliche Diskussion.

Für Hubert Aiwanger war klar, dass der Frankenwald in München eigentlich vergessen gewesen sei. "Jetzt entdeckt man euch wieder, weil man einen dritten Nationalpark will." Den Entscheidungsträgern brenne angesichts der bevorstehenden Wahlen der Kittel, weshalb nun Druck gemacht werde. Doch alleine schon die vielen "privaten Inseln" innerhalb des Staatswaldes machen den Frankenwald aus Aiwangers Sicht nicht gerade zu einem guten Kandidaten für dieses Vorhaben. Er betonte: "Fachlich sehe ich jetzt noch keinen Weg zu diesem Nationalpark."

Allerdings forderte er seine Parteikollegen dazu auf, den Fuß in der Münchner Tür zu behalten und anderweitige Unterstützung einzufordern. Er sprach von Tourismuskonzepten und -werbung, aber auch von Vorhaben in der Natur, die eventuell nur wenige Hundert Hektar Land verbrauchen.


"Zustand der alten Arroganz"

Thorsten Glauber zeigte sich enttäuscht über das Vorgehen der Landesregierung. "Fachlich wäre der Frankenwald fünfte oder sechste Wahl", lautete seine Einschätzung. Das Gebiet werde nur diskutiert, weil alle besser geeigneten Regionen aus politischen Gründen ausgeschlossen würden. Das könne nicht der Sinn einer Suche nach einem Nationalpark sein. Hier zeige sich "der Zustand der alten Arroganz", wenn die Politik nicht auf fachkundigen Rat höre.

Auch der Stockheimer Bürgermeister Rainer Detsch zeigte sich grundsätzlich offen für die weitere Diskussion und für eine Konzeptphase - wenn diese nicht auf einen Nationalpark als Ergebnis beschränkt wird. Den Park lehnte er deutlich ab: "Ich glaube nicht, dass er für uns eine Chance ist - so ein unkontrollierter Freilandversuch."

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