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Wallenfels
Zusammenkunft

Flößerei-Hochburg Wallenfels ruft

In Wallenfels findet am kommenden Samstag das Kreisflößertreffen statt.
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Die Flößerei hat in Wallenfels eine lange Tradition. Unsere Aufnahme von 1986 zeigt Wallenfelser Flößer bei einer Schaufloßfahrt. Foto: G. Fleischmann
Die Flößerei hat in Wallenfels eine lange Tradition. Unsere Aufnahme von 1986 zeigt Wallenfelser Flößer bei einer Schaufloßfahrt. Foto: G. Fleischmann
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Das traditionelle Kreisflößertreffen 2015 findet am kommenden Samstag, 10. Oktober, ab 15 Uhr im Kulturzentrum Wallenfels statt. Für die musikalische Umrahmung sorgt der Musikverein Wallenfels. Grußworte sprechen unter anderem Bürgermeister Jens Korn, Landrat Oswald Marr, Vorsitzender Andreas Buckreus sowie Kreisheimatpfleger Hans Blinzler aus Nordhalben.
Neben Unterrodach, Friesen, Neuses und Zeyern war Wallenfels eine der Hochburgen der Flößerei. Die letzte gewerbsmäßige Floßfahrt fand 1958 von der Grümpel nach Friesen statt.
Als wirtschaftlicher und sozialer Faktor nahm die Flößerei in dem Frankenwaldstädtchen Wallenfels eine dominierende Rolle ein. Zeitweilig rekrutierten sich über 200 Flößer und Holzknechte aus der örtlichen Bevölkerung. Die Spuren dieser Beschäftigung sind auch heute noch überall feststellbar.
Mittlerweile ist das Flößen auf der Wilden Rodach eine beliebte Touristenattraktion geworden, die jährlich Tausende aus ganz Deutschland in den Frankenwald lockt.
Rund 800 Jahre lang war die Flößerei von einer Bedeutung, wie wir sie uns heute kaum mehr vorstellen können. Diese harte Beschäftigung war für die Bewohner dieser waldreichen Mittelgebirgslandschaft ein wichtiger Erwerbszweig, denn von der Landwirtschaft allein konnten die Menschen dieser durch Klima und Bodenstruktur doch sehr benachteiligten Region nicht leben. Wasser und Holz spiegeln sich auch in der Bedeutung der zahlreichen Mühlen wider, die in Wallenfels einst vorhanden waren. Lediglich die Hammermühle hat die Zeiten gut überdauert und erinnert mit seinem mächtigen Mühlrad an längst vergangene Zeiten.


"Heimatverbundenheit fördern"

Am 27. November 1982 wurde die Flößergemeinschaft Wallenfels e. V. gegründet mit dem Zweck, die Flößerei in der Stadt Wallenfels zu erhalten, zu fördern und zu unterstützten. In erster Linie dachte man daran, neben der Förderung der Heimatverbundenheit den Beruf, mit dem die Vorfahren ihr Brot verdienten, nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.
In den vergangenen drei Jahrzehnten hat die Flößergemeinschaft nicht nur für Wallenfels, sondern auch für den Landkreis enorm viel geleistet. In dieser Zeit hat vor allem Ehrenvorsitzender Heinz Ring den Verein geprägt. Seit April 2010 steht Andreas Bruckreus an der Spitze der fast 230 Mitglieder starken Flößergemeinschaft. Zweiter Vorsitzender ist Michael Müller, der auf Grund der Erkrankung von Heinz Ring die Flößergemeinschaft ein Jahr leitete.
Bereits 1968 wurde beim Kreisflößertreffen die Idee erneuter Floßfahrten auf der Wilden Rodach geboren. Der damalige Landrat Edgar Emmert war Feuer und Flamme und sagte seine Unterstützung zu. Ehemalige Flößer hatten sich mit dem früheren Floßherrn Josef Müller-Zeiner zusammengetan, das Floßholz geschlagen und die Floße gespannt.
Zur 50-Jahrfeier der Frankenlust im Jahre 1969 wurde eine Schaufloßfahrt durchgeführt. Rund 4000 Menschen verfolgten das Spektakel.
Durch diesen Erfolg ermutigt, wurden in der Folgezeit jeweils zu besonderen Tagen Schaufloßfahrten organisiert. Die Wallenfelser Sägewerke spendeten das erforderliche Floßholz. Die Altflößer bauten unter den neugierigen Augen der Jugend die Kuppeln zusammen. Josef Müller-Zeiner, Lorenz Köstner, Josef Köstner-Schmied, Andreas Buckreus, Josef Köhlmann-Spezi und Harry Müller hatten maßgeblichen Anteil beim Aufbau der Flößerei.


Alljährlich 15 Floßfahrten

1977 führten der damalige Landrat Heinz Köhler und Bürgermeister Müller-Zeh erste Gespräche über die Durchführung von Schaufloßfahrten auf der Wilden Rodach. In den folgenden Jahren ging es mit der Flößerei mächtig aufwärts. Die örtlichen Idealisten bauten unter großem Einsatz die etwa fünf Kilometer lange Floßstrecke zwischen Schnappenhammer und Wallenfels floßgerecht aus. Außerdem wurde von der Stadt mit finanzieller Unterstützung der Flößergemeinschaft das Willi-Schreiber-Flößerhaus gebaut, um den Gästen ausreichende Unkleidemöglichkeiten zu bieten. So finden alljährlich 15 Floßfahrten statt - falls genug Wasser vorhanden ist. Weitere Attraktionen sind im Jahresablauf "Rodach in Flammen" mit einer Fackelfloßfahrt sowie die Flößerkirchweih kurz vor Weihnachten. gf


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