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Steinwiesen
Geschichte

Flöße aus Holz und Flößer aus Stahl

Wo einst das "Ficknbabelahaus" in Steinwiesen stand, erinnert jetzt eine kleine, schmucke Parkanlage an der Rodach an die Tradition der Flößerei.
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Hier wird die Tradition des Flößens ein klein wenig lebendig. Bürgermeister Gerhard Wunder (re.) und Kunsthandwerker Martin Unglaub sind stolz auf das neue Areal am Ufer der Rodach. Foto: Susanne Deuerling
Hier wird die Tradition des Flößens ein klein wenig lebendig. Bürgermeister Gerhard Wunder (re.) und Kunsthandwerker Martin Unglaub sind stolz auf das neue Areal am Ufer der Rodach. Foto: Susanne Deuerling
Große Flösse stehen auf einer Wiese neben dem Bachbett der Rodach oberhalb des Beierswehrs. Überdimensionale Silhouetten von Menschen sind darauf befestigt. Es sind Abbilder von Flößern, die mit ihren sechs Meter langen Floßhaken das Bild dominieren. Früher stand hier das "Ficknbabelahaus", ein altes baufälliges Gebäude, das im Juli 2012 abgerissen wurde. Es entstand ein kleiner Park, der, idyllisch an der Rodach gelegen, dazu einlädt, das Areal mit Leben zu erfüllen. Die neuen Flöße und die Flößer bringen hier ein ganz besonderes Ambiente ins Spiel.

Neben der bekannten Floßfahrt auf der Wilden Rodach in Wallenfels hat auch in Steinwiesen die Flößerei eine lange Tradition. Lebendig wird die Flößerei beim Besuch in der Teichmühle, ein Kleinod am Ortsausgang von Steinwiesen Richtung Nordhalben.
Hier kann sich der Besucher nicht nur über die Schneidmühle mit ihrem über 140 Jahre alten königlich-bayerischen Vollgatter informieren, sondern auch über die Geschichte der Flößerei in der Rodachtalgemeinde.

Steinwiesen liegt am sogenannten Flößerweg, der von Rodacherbrunn im Norden bis zur Mündung der Rodach in den Main unterhalb von Marktzeuln führt, mit einem Seitenarm entlang der Wilden Rodach von Rauhenberg bis Erlabrück. Er führt direkt ins Herz der Frankenwälder Flößereigeschichte, denn viele Jahrhunderte lang war die Flößerei hier der wichtigste Erwerbszweig. Heute wird die Tradition des Flößens hauptsächlich als Touristenattraktion vermarktet, besonders in Wallenfels.


Zeugnis der Bodenständigkeit

Eine gute Zusammenarbeit gab es bei dem Bau der Flöße auf der neuen kleinen Parkanlage in Steinwiesen. Die Floßgemeinschaft Wallenfels hat diese großen Flöße gebaut, die dann vom Bauhof Steinwiesen an ihren Platz transportiert wurden. Doch was wäre ein Floß ohne einen Flößer. Und so entstand die Idee, auch jedes Floß mit einem Flößer zu besetzen. Der einheimische Kunsthandwerker Martin Unglaub wurde kreativ und so entstanden drei überdimensionale Silhouetten von Menschen, den Konturen im Flößereibuch von Willi Schreiber nachempfunden.

Aus großen Platten aus Cortenstahl, die etwa zwölf Millimeter stark waren, hat Martin Unglaub diese Konturen herausgeschnitten. Jede Figur wiegt zwischen 150 und 180 Kilogramm und wurde mit starken Verschraubungen auf den Baumstämmen des Floßes befestigt. Für manche ist dies ein Kunstobjekt, aber nicht für Martin Unglaub. "Ich sehe das Ganze als Dekoration. Denn es zeigt die Bodenständigkeit des Frankenwäldlers mit seiner Heimat", erklärt der Kunsthandwerker.

Die Platten, aus denen die Konturen herausgeschnitten wurden, werden ebenfalls an anderen Stellen des Ortes aufgestellt. "Wir werden sie an markanten Punkten platzieren, möglicherweise beim Heimatmuseum, dem Rathaus und am Beierswehr", erklärte Bürgermeister Gerhard Wunder. Und weist darauf hin, dass noch in diesem Herbst die offizielle Einweihung des neuen "Flößerplatzes" am Ufer der Rodach stattfinden wird.
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