Kronach
Theater

Festspiele in Kronach zeigen schon ihr neues Gesicht

Die Rosenberg-Festspiele werden vorbereitet. Viele Weichen für den Neubeginn auf der Festung sind bereits gestellt. Dennoch sieht Tourismus-Chefin Kerstin Löw mittelfristig Potenzial, das neue Konzept weiter zu verfeinern.
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Der Internetauftritt der Festspiele wurde überarbeitet und ist nun unter www.rosenbergfestspiele.de zu finden.  Foto: Marco Meißner
Der Internetauftritt der Festspiele wurde überarbeitet und ist nun unter www.rosenbergfestspiele.de zu finden. Foto: Marco Meißner
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Mit den Rosenberg-Festspielen kommt nicht nur ein neuer Name für die früheren Faust-Festspiele, sondern auch ein neues Konzept. An vielen Stellschrauben wird derzeit gedreht, um die Planungen in die Realität umzusetzen. Über den Stand der Dinge informiert die Leiterin des Tourismus- und Veranstaltungsbetriebs der Stadt Kronach, Kerstin Löw.

Das Herzstück der Kronacher Festspiele sind seit jeher die Menschen. Nicht nur die Profidarsteller, sondern vor allem auch die Komparsen. Die Kronacher kennen die Gesichter, identifizieren sich mit den Leuten von nebenan. Und daran soll sich möglichst nichts ändern. "Die künstlerische Leiterin Heidemarie Wellmann steht mit vielen Ehrenamtlichen in Kontakt", berichtet Löw. "Sie bekommt viel positives Feedback."


Auftakt am 29.
Juni

Daher hofft die Tourismus-Chefin, dass die Komparsen möglichst wieder alle mit am Start sein werden, wenn am 29. Juni "Der Widerspenstigen Zähmung" mit der ersten Galapremiere die Saison eröffnen wird. Aber auch theaterfreudige Neuzugänge werden gerne ins Team integriert. "Wir haben mit ,Der Widerspenstigen Zähmung‘, ,Der Besuch der alten Dame‘ und ,Die kleine Hexe‘ drei starke Stücke im Programm", macht Löw Interessierten das Mitmachen schmackhaft.

Beim Engagement der Profidarsteller sind die Organisatoren schon sehr weit. Hier hat sich die Zusammenarbeit zwischen der neuen künstlerischen Leiterin und dem heimischen Musical-Star Uli Scherbel bezahlt gemacht. "Er kann heuer auf Grund anderer Verpflichtungen leider nicht in Kronach sein, aber er hat sein Netzwerk eingebracht", erklärt Löw. Daraufhin hätten diverse Schauspieler ihr Interesse signalisiert. Fünf sind engagiert, erst einer davon wurde bisher namentlich bekannt gegeben: Ulrich Allroggen. Er wird nicht nur auf der Bühne stehen, sondern auch als Gastregisseur für "Die kleine Hexe" fungieren.


Gruppen stärker ansprechen

Doch nicht nur vor den Tribünen ergeben sich Veränderungen, sondern auch hinter den Kulissen. Die Ausrichtung der Festspiele soll Familien stärker ansprechen, Gruppen sollen vermehrt auf die Festung gelotst werden, und auch bei der Ausstattung soll mittelfristig nachgebessert werden.

Derzeit geht jedes elfte Ticket an Gruppen. Hier sieht die Betriebsleiterin noch Steigerungsmöglichkeiten. Der geplante Einstieg in das Netzwerk "Zehn deutsche Festspielorte" soll dafür sorgen, die Rosenberg-Festspiele in der Szene weiter zu verankern und von den Erfahrungen anderer Freilichttheater zu profitieren.

Bei der Werbung werden ebenfalls neue Wege beschritten. So soll die neue Wort-Bild-Marke weiter etabliert und unter anderem bei Promo-Veranstaltungen auf die Kronacher Festspiele hingewiesen werden. Durch eine Lichtskulptur wird das Theater bei "Kronach leuchtet" den gedanklichen Brückenschlag vom Licht-Event zur Festung anstreben. Überregional mehr Aufmerksamkeit erregen, dabei aber im Herzen ein regionales Theater bleiben - so stellt sich Kerstin Löw die Zukunft der Festspiele vor.


Budget immer im Blick

Trotz der Veränderungen soll das gewohnte Budget nicht gesprengt werden. Ungefähr 300 000 Euro sind im Topf. Löw hofft, dass über den Freistaat noch etwas mehr Spielraum geschaffen wird. Dieser hatte in den vergangenen Jahren seine Zuwendungen von 20 000 auf 40 000 Euro angehoben. Nun soll eine zusätzliche Anschubfinanzierung für den "Neubeginn" beantragt werden.


Insgesamt sollen die zeitlich verkürzten Festspiele durch eine bessere Auslastung der einzelnen Vorstellungen aber selbst zu einer besseren Bilanz beitragen. Ob das schon im ersten Jahr erreicht werden kann, bleibt laut Kerstin Löw allerdings abzuwarten.

Die Gedanken der Tourismus-Chefin reichen derweil schon weiter. Auf Sicht wird man den Investitionsstau angehen müssen. Auch wenn es um die Ausstattung der Festspiele geht, werden daher neue Wege gesucht. Beispielsweise sollen Hochschulen mit ins Boot geholt werden. "Einen jungen Blick auf das Theater" verspricht sich die Betriebsleiterin von einer solchen Kooperation.

Dass die gesamten Festspiele auf den Kopf gestellt werden, brauchen die Zuschauer allerdings nicht zu befürchten. "Wir werfen nicht alles über den Haufen", versichert Löw, "das würde ja bedeuten, wir hätten bisher alles falsch gemacht". Seinen ganz besonderen Charme soll sich das Theater auf der Festung auf jeden Fall bewahren.


Informationen zu den Rosenberg-Festspielen

Termine: Die Rosenberg-Festspiele beginnen am 29. Juni mit dem Stück "Der Widerspenstigen Zähmung". Das Stück "Der Besuch der alten Dame" steht am 13. Juli erstmals auf dem Programm. Das Kinderstück "Die kleine Hexe" feiert am 17. Juli seine Premiere. Die letzte Vorstellung der Festspielsaison ist für den 7. August vorgesehen.

Künstlerische Leitung: Heidemarie Wellmann hat die Nachfolge von Daniel Leistner angetreten. Sie ist seit 20 Jahren als Schauspielerin und seit mehreren Jahren als Regisseurin wesentlicher Bestandteil der Festspiele. Momentan arbeitet sie an den Texten für die Stücke.

Preise: Die Preise für die Einzeltickets bei den Rosenberg-Festspielen bleiben stabil. Lediglich bei den Gruppenpreisen wird nachgezogen, da diese bei der letzten Erhöhung nicht berücksichtigt wurden.

Vorverkauf: Der Kartenvorverkauf läuft sehr gut. Er ist, wie schon vergangenes Jahr, online über das Portal "Reservix" verfügbar. Im Dezember wurden 20 Prozent mehr Tickets verkauft als zur gleichen Zeit des Vorjahres. "Das zeigt, dass die Auswahl der Stücke richtig war", stellt Kerstin Löw fest.
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