Wilhelmsthal
Baumaßnahme

Fernleitung sichert Versorgung in Wilhelmsthal

Der Wasserversorger "Frankenwaldgruppe" baut für 17 Millionen Euro ein 15 Kilometer langes Leitungsnetz. Besonders die Wilhelmsthaler profitieren davon.
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Jürgen Baumgärtner informiert sich immer wieder vor Ort über den Baufortschritt verschiedener Maßnahmen. Foto: Veronika Schadeck
Jürgen Baumgärtner informiert sich immer wieder vor Ort über den Baufortschritt verschiedener Maßnahmen. Foto: Veronika Schadeck
Landtagsabgeordneter Jürgen Baumgärtner (CSU) führt erst seit acht Monaten den Wasserzweckverband Frankengruppe (FWG). Trotzdem ist es ihm in dieser vergleichsweise kurzen Zeit gelungen, dass nun eine Fernleitung gebaut werden kann. Am Montag findet dafür der Spatenstich statt.

Kein Wunder, dass Baumgärtner auch ein bisschen stolz auf diese Leistung ist. Immerhin hat er innerhalb von acht Monaten geschafft, was seine Vorgänger jahrelang versäumt haben.

Insgesamt 15 Kilometer lang wird das neue Fernwasserleitungssystem der FWG sein. Es führt von Effelter aus in Richtung Trebesberg/Wilhelmsthal und nach Birnbaum/Neufang. Das Projekt ist in insgesamt zehn Bauabschnitte aufgeteilt. Der erste 3,1 Kilometer lange Teil soll nach Möglichkeit noch in 2016 fertig gestellt werden.
Im Juli 2019 soll schließlich die Gesamtmaßnahme vollendet sein.


Kein Plan B

"Die neue Fernleitung hat vor allem eine große Bedeutung für die Kerngemeinde Wilhelmsthal", erklärt Baumgärtner. Bisher seien die Hausanlieger zum Teil von der bestehenden Hauptleitung mit Wasser versorgt worden. Es hätte aber passieren können, dass bei einem größeren Schaden die Wasserversorgung der gesamten Gemeinde nicht hätte sichergestellt werden können. Einen Plan B für solch einen Fall habe es nicht gegeben. Die Aussagen mancher Kommunalpolitikern, wonach durch den Einsatz eines Tanklöschfahrzeuges eine solche Situation überbrückt werden könnte, kann Baumgärtner nicht nachvollziehen. "So eine Geisteshaltung teile ich nicht, zudem ist das eine Frechheit gegenüber der Bevölkerung". Im Zuge der neuen Fernleitung werden nun mehrere Übergabeschächte mit gebaut, so dass das Risiko "ganz Wilhelmsthal ohne Wasser" ausgeschlossen werde.

973 000 Euro werden allein in den ersten Bauabschnitt investiert. Die Gesamtmaßnahme schlägt mit 17 Millionen Euro zu Buche. Finanziert wird dies durch Zuschüsse in Höhe von sieben Millionen Euro, die die FWG aus einem Sonderprogramm von der Staatsregierung erhält. Der Rest der Summe wird über Kredite finanziert.
Während Jürgen Baumgärtner spricht, spürt man, wie intensiv er sich mit dem Thema Wasser auseinander gesetzt hat. Er berichtet von Telefonaten, die er immer wieder mit Bürgern führt. Regelmäßig läuft er außerdem seine Baustellen innerhalb des FWG-Netzes ab, unterhält sich mit den Mitarbeitern der bauausführenden Firmen. Und er ist zufrieden, denn er hat ein Teilziel erreicht.

Durch das Modell der Finanzierung für die Fernleitung spare jeder Haushalt, der an die FWG angeschlossen ist, 2200 Euro, betont Baumgärtner. Der Vorsitzende hat aber weiterhin ehrgeizige Ziele. Denn neben der Fernleitung sollen auch die Ortsnetze sukzessive in Angriff genommen werden. Saniert werden soll vorrangig vor allem dort, wo Rohrbrüche verstärkt auftreten. In diesem Jahr waren es immerhin knapp 40. Zudem sollen im Zuge von Straßensanierungen die Wasserleitungen gleich mit saniert werden. Und Baumgärtner strebt die Anerkennung der FWG als "Härtefall" an, um in den Genuss weiterer Fördermittel zu kommen. Das wären dann immerhin noch einmal 50 Prozent der Investitionskosten. Diese wären zwingend erforderlich, denn Baumgärtner geht mittlerweile von Sanierungskosten in Höhe von insgesamt 90 Millionen Euro aus.

Damit diese nicht noch weiter steigen, will er zunächst die Zahl der Rohrbrüche innerhalb des FWG-Leitungsnetzes möglichst auf "null" reduzieren. Dann könne das Wassergeld für den eigentlichen Zweck, nämlich für die Sanierung der Leitungen beziehungsweise für Rückstellungen, verwendet werden.

Letztendlich geht es Baumgärtner darum, dass die einzelnen Haushalte in den nächsten 22 Jahren nicht mit mehr als insgesamt 5000 Euro zusätzlich zum Wasserpreis belastet werden. Und: "Ich will die FWG fit machen für die Zukunft!" Dass es Stimmen gibt, wonach die immensen Sanierungskosten allein von den Wasserabnehmern, also den Bürgern, aufgebracht werden sollten, kann er nicht nachvollziehen. "Die Bürger haben die Misere nicht zu verantworten."


Kein zweites Mal

Zieht er ein erstes Resümee, so räumt Baumgärtner ehrlich ein: "Den Job würde ich nicht mehr übernehmen." Der Vorsitz sei mit viel Ärger und Stress verbunden. Aber es habe auch seine positiven Seiten. Dennoch habe sich sein Einsatz gelohnt, denn als Politiker könne er sich bei Diskussionen am "grünen Tisch" in München wesentlich besser einbringen. Außerdem hat sich bestätigt: "Man soll mit Mut und Bereitschaft neue Wege gehen." Sein Dank gilt vor allem dem Kooperationspartner, der FWO ("Von denen habe ich viel gelernt") und den bauausführenden Firmen.

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