Wallenfels
Wallfahrt

"Endlich sind wir kommen an"

Wallenfelser pilgerten zur Gnadenmutter von Marienweiher. Franz Behrschmidt wurde für 20 Jahre Wallfahrtsführer ausgezeichnet.
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Auf den Höhen des Frankenwaldes pilgern die Wallfahrer der Pfarrei St. Thomas Wallenfels zur Gnadenmutter in Marienweiher. Vorne Mitte der Kreuzträger Dominik Weiß mit dem Wallfahrtsbild Foto: Susanne Deuerling
Auf den Höhen des Frankenwaldes pilgern die Wallfahrer der Pfarrei St. Thomas Wallenfels zur Gnadenmutter in Marienweiher. Vorne Mitte der Kreuzträger Dominik Weiß mit dem Wallfahrtsbild Foto: Susanne Deuerling
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"Endlich sind wir kommen an" - so heißt es in einem alten Wallfahrtslied, das beim Ankommen im Wallfahrtsort Marienweiher oft gesungen wird. Und angekommen sind sie, die Wallfahrer aus Wallenfels, die den beschwerlichen Weg über Berg und Tal auf sich genommen haben, um zum Gnadenbild der Mutter Gottes von Weiher zu pilgern. "Kommt her zu mir" - die Barmherzigkeit Gottes feiern und erfahren, so hieß im Jahr der Barmherzigkeit 2016 das Motto der Wallfahrt.


24 Kilometer langer Weg

61 Männer und Frauen, Neulinge und Erfahrene, sie alle starteten von der Stadtpfarrkirche St. Thomas aus den 24 Kilometer langen Weg, der über Presseck, Haid und Reichenbach führt, den Grafengehaiger Berg überwindet und über Landstraßen, geschotterte Wege und durch Wald und Wiesen führt.
Beim zwischenzeitlichen Sammelpunkt in Grafengehaig gab es eine Stärkung in Form von Bratwürsten und Getränken, um dem Ziel Marienweiher immer näher zu kommen. Die Wasserwacht baute ein Zelt auf und Reinhard Kremer und Jan Regel sorgten für das leibliche Wohl. Wallfahrtsführer war Franz Behrschmidt und die Kreuzträger Dominik Weiß und Dieter Meier trugen das Wallfahrtsbild stolz voran, die musikalische Begleitung wurde vom Musikverein Wallenfels übernommen

Endlich sahen die Wallfahrer die Basilika von Marienweiher - sie waren bereits in Marktleugast angekommen. Nun war es nicht mehr weit, nur noch wenige Kilometer trennten sie von ihrem Ziel, der Gnadenmutter von Weiher. Alle Strapazen waren vergessen, die Füße taten nicht mehr weh und die sonnenverbrannten Gesichter leuchteten auf.
Wallfahrtsseelsorger Franziskanerpater Adrian OFM erwartete die Wallfahrer bereits am Ortseingang und gemeinsam ging man durch das "Tor der Barmherzigkeit" und jeder Wallfahrer erhielt einen Erinnerungsflyer. Beichtgelegenheit und ein stilles Verweilen, der traditionelle Kreuzweg und ein wenig Ausruhen, das war nun angesagt.


Für 20 Jahre ausgezeichnet

Am Sonntagmorgen fand das Wallfahreramt mit dem Guardian Pater Alard OFM statt, die Seniorenministranten machten den Altardienst. Für den Wallfahrtsführer Franz Behrschmidt gab es eine große Überraschung. 20 Jahre lang führt er "seine" Wallfahrt nun schon zur Gnadenmutter von Weiher, unterstützt von Werner Schramm, der leider schon verstorben ist und von Dieter Müller. Nun wurde er mit einer Urkunde in der Basilika ausgezeichnet. Den Heimweg traten dann immerhin noch 20 Personen, ab Presseck 23, an. An der "Göttlichen Hilf" bedankte sich Wallfahrtsführer Behrschmidt bei allen, die zum Gelingen der Wallfahrt beigetragen haben.
Leider musste Behrschmidt feststellen, dass die Beteiligung an der Wallfahrt immer weniger wird. Deshalb wird es ab 2017 nur noch eine eintägige Wallfahrt nach Marienweiher geben. Am Flößerhaus wurden sie von Pater Jan Poja empfangen und durch den Ort zur Pfarrkirche St. Thomas begleitet, wo mit einer kurzen Maiandacht die diesjährige Wallfahrt ausklang.


Lange Tradition

Die Wallenfelser Wallfahrt nach Marienweiher hat eine lange Tradition. Im Pfarrarchiv wird erstmals im Jahre 1755 eine Wallfahrt mit Pfarrer Johann Gahn erwähnt. Und so ziehen sie auch heute noch nach dem Wallfahrersegen in der Stadtpfarrkirche St. Thomas durch Pater Jan Poja hinaus zur Gnadenmutter von Weiher. Bei jedem Wetter sind sie unterwegs, sei es strahlender Sonnenschein oder Regen, nichts hält die Wallfahrer von Wallenfels davon ab, zur Basilika von Marienweiher zu pilgern, zur "Maria von Weiher", um sich die ganze Fülle der Gnaden abzuholen und ihre Sorgen und Beschwerden vor dem Altar abzulegen. "Man ist heimwärts viele Kilo leichter", sage einmal ein Wallfahrer und strahlte über das ganze Gesicht.
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