Früher bildeten die mächtigen Eisstaus in Kronach eine große Gefahr. Heute ist die von Eisbrüchen ausgehende Gefahr in der Stadt Kronach durch hochgezogene Ufermauern gebannt.
Über die große Gefahr, die von den Eismassen ausging, schreibt Kreisheimatpfleger Roland Graf: Die gewaltigen Eismassen in den Flüssen bildeten bei Tauwetter eine große Gefahr. Denn kilometerlange Eisbrüche trieben in der Strömung des Wassers und wehe, es kam zu einem Stau der Eisflut. Meterhoch türmten sich dann die Eisblöcke übereinander und zerstörten die Ufer. Das Eis überdeckte Wiesen und Felder und das austretende Wasser verursachte vor allem in der Stadt Kronach große Schäden. Kein Wunder, dass alljährlich in der Stadtkasse ein Haushaltsposten für die Beseitigung der Schäden aufgebracht werden musste. Hinzu kamen die Ausgaben für jene Bürger, vor allem für die Flößer, die mit Eisbeilen, Brechstangen, Schlegeln und Floßhaken die Eisstaus lösten, um Schaden von der Stadt abzuwenden. Anschließend schoben und zerrten die Helfer die Eisplatten von den Straßen und Fuhrwegen und machten die Wege wieder begehbar.
Die Rechnungen der Stadt Kronach belegen, dass sich dieses Winterproblem über viele Jahrhunderte bis ins 20. Jahrhundert hinzog. Eine neuralgische Stelle war stets die Klosterbrücke über die Haßlach. Allein im Winter 1742/43 findet man mehrmals diesbezügliche Einträge. "Den Flößern, so den Eisschutz bei der Closter Brücken geöffnet, für einen Trunk" oder "3 Gulden 2 Kreuzer Taglöhner und Brunnenmeister, jeden 6 Tag, so bey der Closterbrücken und bey der Biegen die Eisschutz geöffnet und das ausgeschwemmte Eyß von Fuhren abgeräumt."

Eismassen türmten sich auf


Im Winter 1744/45 türmten sich wieder die Eismassen an der Klosterbrücke derart auf, dass "31 Personen so bey großem Eyßbruch [...]" nötig waren, um eine Überschwemmung der Vorstadt abzuwenden. Katastrophal wurde es, wenn sich mehrere Eisstaus in einem Flussbett gebildet hatten, sich der obere Eisstau als erster auflöste und sich mit Gewalt auf den flussabwärts nächstgelegenen Eisstau schob. Vom 27. auf den 28. Februar 1901 hatte sich ein derart großer Eisstau gebildet, dass eine Überschwemmungsgefahr drohte. Dass es zu keinem Unglück kam, hatte man den nahezu 100 Flößern zu danken, die mit ihren Floßhaken in "beständiger Lebensgefahr" die Eissperre öffneten. In späterer Zeit ging man dazu über, die Eisstaus zu sprengen.