Er gehört nicht zu den Kroniche Fousanaochtern, die im Rampenlicht stehen, - und doch ist er aus der Faschingsgesellschaft nicht mehr wegzudenken. Die Rede ist vom Art-Design-Director Siggi Marose, der auch in diesem Jahr die Kroniche Fousanaocht tatkräftig unterstützt.
Nahezu jeden Abend war er in dieser Woche im Schützenhaus, um die passende Kulisse für die Büttenabende mit zu schaffen. Ein Bühnenbild, das seinen Stempel trägt. Die drei Meter hohe und 7,7 Meter lange Dekoration fällt jedem ins Auge. Vor allem, wenn während der Aufführungen verschiedene Lichteffekte zur Geltung kommen. Zufrieden begutachtet Siggi Marose daher "sein" Bühnenbild und lässt seine Gedanken zurückschweifen.
Es war im Jahr 2008, als sein Bekannter, der "Kanzler" Georg Löffler, auf ihn zukam. Die Faschingsgesellschaft brauche jemanden, der künstlerisch begabt sei, hieß es. "Ich konnte ihm die Bitte, ein Bühnenbild zu schaffen, nicht abschlagen", sagt Marose.

Farbig und lebhaft


Von Juni 2008 bis zum Fasching 2009 ließ ihn diese Aufgabe nicht mehr los. Zuerst habe er sich Gedanken gemacht. "Es musste etwas Farbiges, Lebhaftes sein. Ein Bild, das Freude und Heiterkeit ausströmt", erklärt Marose.
Mit seiner Frau Maria besuchte er Fernsehstudios, um sich Inspirationen zu verschaffen. Danach begann er, maßstabgerecht seine ersten Entwürfe auf Papier auf Schablonen zu zeichnen. Als Werbetechniker sei es für ihn keine Schwierigkeit gewesen, das entsprechende Material zu besorgen.
Mit Spannung hat er den Moment erwartet, als er seine Vorstellungen im Herbst 2008 schließlich der Faschingsgesellschaft präsentiert hat. "Und siehe da, die Mitglieder hatten nichts einzuwenden."

An die Arbeit!


Anschließend ging es an die Realisierung seines Projektes. Es wurden auf Latten Sperrholzplatten angebracht, lackiert und ausgesägt. Danach begann er, die verschiedenen Motive mit Dispersionsfarben zu bemalen. Mit seinem sicheren Blick für Farben, Licht und Schatten oder auch Übergänge schuf er eine neue, eigene Kroniche Faschingskulisse. Er setzte bewusste Akzente, indem er Farben und Schattierungen optimal im Einklang verschmelzen ließ. "Warme Farben mussten es sein, wie Rot und Orange."
In der Mitte des Meisterwerkes wurden zwei Kronen auf höherer Ebene angebracht, damit niemand seine Tollität und ihre Lieblichkeit - in diesem Jahr sind das Prinz Steffen I. und Prinzessin Madeleine I. - übersehen kann. Die Rechen im unteren Bereich sollen den Bezug zur Heimat, nämlich zu Franken, herstellen. Allerdings in bunten Farben.

Licht und Farbe


Um das ganze in ein einzigartiges Licht zu bringen, wurden 320 Lämpchen in das Bild integriert, denn der gelernte Porzellanmaler weiß: "Auf die Farben und die Beleuchtung kommt es mit an!" Hunderte Stunden - die genaue Anzahl weiß er nicht - benötigte Marose, bis sein Werk vollendet war. "Das Bühnenbild zu schaffen, ist für mich eine besondere Herausforderung gewesen", sagt er.
Mittlerweile hat er eine weitere Aufgabe dazubekommen. Jedes Jahr malt er das Bild für den "Kroniche Faschingswagen", mit dem die Narren unterwegs zu den Faschingsumzügen sind. Auch das Bild am Rednerpult, das einen Kerl mit einem frechen Grinsen zeigt, trägt seinen Stempel. Für Marose ist es eine gute Sache, bei der "Kroniche Fousanaocht" hinter den Kulissen mitzuwirken. "Ich bringe mich gerne ein, zumal ich hier auch mein fast schönstes Hobby ausführen kann", stellt er fest. "Aber Faschingsnarr werde ich nie!"