Stockheim
Tradition

Eindruckvolles Bekenntnis

Stockheim beging einmal mehr die Barbarafeier - und verabschiedete Nathalie Häfner.
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Die Gesangsgruppe des Volkstrachtenvereins "Zechgemeinschaft" Neukenroth ( Bild) sowie die Bergmannskapelle verschönerten die Barbarafeier. Foto: Gerd Fleischmann
Die Gesangsgruppe des Volkstrachtenvereins "Zechgemeinschaft" Neukenroth ( Bild) sowie die Bergmannskapelle verschönerten die Barbarafeier. Foto: Gerd Fleischmann
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Auch in diesem Jahr wurde die Barbarafeier, die zu Ehren der Schutzpatronin der Knappen - der heiligen Barbara - in allen Bergbaurevieren der Welt derzeit stattfindet, zu einem eindrucksvollen Traditionsbekenntnis. Nach neunjähriger Dienstzeit als heilige Barbara wurde die 22-jährige Nathalie Häfner durch Knappenvorsitzenden Heiko Eisenbeiß herzlich verabschiedet.
Auch in diesem Jahr marschierten in großer Zahl die Knappen in ihrem schmucken Bergmannskleid zu den Klängen der Bergmannskapelle mit den Ehrengästen, den örtlichen Vereinsabordnungen im Lichterschein von Lampen und Fackeln vom Gelände der Katharinazeche zu abendlicher Stunde in das Gotteshaus St. Wolfgang. Und es gab spontanen Beifall im Bereich der bergmännischen Weihnacht. Mit dabei waren auch Abordnungen von Knappen aus Lehesten, Reichenbach und Issigau.
Ebenfalls zeigte der Volkstrachtenverein Zechgemeinschaft Neukenroth seine Verbundenheit mit den Bergleuten.
Die Stockheimer Musikanten unter der Stabführung von Albrecht Renk sowie die Gesangsgruppe des Volkstrachtenvereins "Zechgemeinschaft" Neukenroth unter der Leitung von Gregor Lorsbach umrahmten eindrucksvoll den Gottesdienst, der wieder einmal mehr in der bis auf den letzten Platz besetzten Kirche für alle zu einem vorweihnachtlichen Erlebnis wurde.
Pfarrer Hans-Michael Dinkel erinnerte im Beisein von Diakon Wolfgang Fehn an die harte, gefahrvolle Arbeit der ehemaligen Bergleute. Die heilige Barbara habe ihr tapferes Bekenntnis zum Christentum in Kleinasien vor 1700 Jahren mit ihrem frühen Tod bezahlt.
Man könne stolz sein, so Vorsitzender Heiko Eisenbeiß im Saal der "Alten Zeche", dass auch 47 Jahre nach Schließung der Katharinagrube das bergmännische Brauchtum von der Bevölkerung noch sehr intensiv mitgetragen werde. Besonders hieß er den 93 Jahre alten Bergmann Otto Remmert willkommen. Mittlerweile sei der Ausbau des bergmännischen Magazins abgeschlossen und damit ein museales Kleinod geschaffen worden. Eisenbeiß, der insbesondere dem Förderverein "König Ludwig" aus Recklinghausen für die massive Unterstützung dankte, zeigte sich optimistisch für die Zukunft. "Wir müssen das Erbe unserer Vorfahren erhalten", so der Vorsitzende.
Bürgermeister Rainer Detsch würdigte die Bemühungen von Knappenverein und Bergmannskapelle sowie vom Förderverein Bergbaugeschichte, die bergmännische Tradition am Leben zu erhalten. Der Bergbau sei untrennbar mit der örtlichen Geschichte verbunden.
Bürgermeister Detsch bat darum, gemeinsam dafür einzutreten, dass "unsere große Geschichte des Bergbaues" nicht in Vergessenheit gerate. Mit bergmännischen Prologen, vorgetragen von Anton Schülner und Elias Renk, wurde der Kameradschaftsabend im Saal der "Alten Zeche" aufgelockert.
Unter Riesenbeifall verabschiedete Vorsitzender Heiko Eisenbeiß Nathalie Häfner, die neun Jahre sehr professionell die heiligen Barbara verkörpert hatte. "Es war eine schöne Zeit, dieses Erbe muss bewahrt werden", so Nathalie Häfner sehr emotional. Für Unterhaltung sorgten die Bergmannskapelle sowie Gesangsgruppe der Neukenrother Zecher.

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