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Wirtschaft

Ein Parfumflakon - drei Geschichten

Heinz-Glas setzt bei der Produktion von Parfumflakons nicht mehr nur auf Glas. Auch Rohstoffe wie Holz oder Schiefer gewinnen an Bedeutung.
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Für Stefan Bauer ist Glas etwas Faszinierendes. Er hat mit zur Entwicklung der Glasflakons aus Holz, Schiefer und Leder beigetragen. Foto: Veronika Schadeck
Für Stefan Bauer ist Glas etwas Faszinierendes. Er hat mit zur Entwicklung der Glasflakons aus Holz, Schiefer und Leder beigetragen. Foto: Veronika Schadeck
Der Flakonglashersteller Heinz-Glas hat Parfumflakons mit einer unverwechselbaren Optik entwickelt. Dabei spielt nicht nur Glas eine Rolle, vielmehr spielen drei weitere natürliche Materialien eine entscheidende Rolle: Holz, Leder und Schiefer.

Der Produktmanagementleiter Stefan Bauer hält einen der Flakons in den Händen. Die Oberfläche besteht aus Holzstruktur, die mit dem Glas eine Verbindung eingeht. "Flakons mit Holz, Schiefer- und Lederstrukturen zu entwickeln, hatte mehrere Gründe", erzählt Stefan Bauer. Zum einen ging es darum, Glas mit den natürlichen Rohstoffen der Region zu verbinden. "Hier", meint Stefan Bauer und zeigt dabei auf einen Schieferflakon, "verbirgt sich auch ein Stück Geschichte".

Viele Häuser in der Region sind beispielsweise mit Schiefer bedeckt, jahrhundertelang waren die Glasmacher für die Befeuerung ihrer Hütten und die Herstellung der ersten Glasformen auf Holz angewiesen. Das ist daher ein Ausdruck der Verbundenheit von Heinz-Glas mit dem Franken- und Thüringer-Wald. Hinzu kommt, dass das Unternehmen durch die Haltung Schottischer Hochlandrinder versucht, die ungenutzten Flächen vor Verödung zu schützen. Daher kam die Idee, Leder auch in einem Flakon zu verarbeiten.


Monate, bis Flakon etabliert ist

Zum anderen geht es auch darum, die "Nase vorne" zu haben auf dem Parfummarkt. Dabei spricht Bauer davon, dass es Monate dauern kann, bis sich ein Flakon etabliert. In diesem Zusammenhang erzählt der Produktmanager, dass die Parfumhersteller eigene Designer beauftragen, den Markt zu beobachten, zu analysieren und entsprechende Ideen daraus umzusetzen. Was ist für den Kunden interessant? Wohin gehen die Trends? Wie bilden Duft, Glas und Design eine Einheit? Dabei gibt es länderspezifisch große Unterschiede. Die Designer von Parfumherstellern in den USA haben beispielsweise andere Vorstellung als die der französischen Marken oder ganz und gar Araber, Asiaten, Südamerikaner. Die Kunden haben unterschiedliche Wünsche und lieben verschiedene Düfte. Deshalb müssen immer wieder neue Verfahren entwickelt werden, was zeitaufwendig und kostenintensiv ist.
Für Stefan Bauer ist sein Job aber sehr abwechslungsreich. Er kommt aus einer Familie, in der Glas immer ein Thema war. "Glas begleitet mich seit meiner Kindheit und fasziniert mich heute noch!"
Es macht ihn stolz, seinen Beitrag für die Entwicklung neuer Glasflakonformen und -strukturen zu leisten.
Über eine Milliarde Glasflakons pro Jahr werden in der Heinz-Gruppe produziert, die an tausende Kunden weltweit verkauft werden. Hauptabnehmer sind französische Parfumhersteller. Die Verantwortlichen bei Heinz-Glas hoffen nun, dass mit den neuen Glasflakons aus Holz, Leder und Schiefer ihr Marktanteil in der Branche stabil bleibt beziehungsweise noch ausgebaut werden kann.


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