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Wilhelmsthal
Konzert

Duett von Orgel und Klarinette in Wilhelmsthal

Die neue Kirchenorgel ist bezahlt. Aus Freude und Dankbarkeit darüber fand am Sonntag ein außergewöhnliches Konzert statt. Katharina Pfretzschner (Orgel) und Anna Ringlstetter (Klarinette) begeisterten mit Musik auf zwei harmonisch miteinander verschmelzenden Instrumenten.
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Katharina Pfretzschner (links) und Anna Ringlstetter begeisterten mit Musik auf zwei harmonisch miteinander verschmelzenden Instrumenten.
Katharina Pfretzschner (links) und Anna Ringlstetter begeisterten mit Musik auf zwei harmonisch miteinander verschmelzenden Instrumenten.
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Es gibt sie immer mal wieder: jene Konzerte, nach denen sich die Frage stellt, warum sie angesichts der soeben gehörten traumhaften Musik zu den Raritäten im Konzertangebot zählen. Eine solche Rarität war auch das Duett von Orgel und Klarinette am Sonntagabend. Die nicht gerade typische Kombination war im Vorfeld als musikalisches Highlight angekündigt worden - und man hatte nicht zu viel versprochen. Leider sind für diese Instrumenten-Kombination nur ganz wenige Stücke vorhanden - erstaunlich: Dabei klingen sie doch so wunderbar zusammen. Voraussetzung dafür sind natürlich besondere musikalische Qualitäten, so wie es am Sonntag eindeutig der Fall war.

In der Pfarrkirche St.
Josef zeigten Katharina Pfretzschner aus Kronach und Anna Ringl stetter aus Küps, welch Erlebnismöglichkeiten es gibt, wenn sich die Klänge der beiden Instrumente in schönster Zweisamkeit verbinden.

Brillant in Szene gesetzt wurden Tonschöpfungen von Johann Sebastian Bach (1685-1750), Carl Loewe (1796-1869), Fanny Hensel-Mendelssohn (1805-1847), Camille Saint-Saens (1835-1921), Niels Wilhelm Gade (1817-1890) sowie Gaetano Donizetti (1797-1848). Und natürlich kam das Duo nicht um eine Zugabe herum - in Form von Halleluja von Leonard Cohen (geb. 1934), wobei vielen Gästen Tränen der Rührung in den Augen standen. In den Genuss der Musikstunde kam die Bevölkerung auf Initiative des Organisten Hans Pittroff, zugleich ein Motor des 1992 gegründeten und mittlerweile aufgelösten Orgelfördervereins St. Josef Wilhelmsthal.

Eine Premiere

"Hans Pittroff hat mich Anfang August gefragt, ob ich ein Orgelkonzert am Kirchweih-Fest geben würde", erzählt Katharina Pfretzschner, die an der neuen Wilhelmsthaler Orgel von 2004 bis 2006 Unterricht erteilte. Sie dachte, dass "nur" Orgelmusik bei einem Konzert für die Besucher "schwierig zu hören" und die Kombination mit einem anderen Instrument "publikumsfreudiger" sei. Deshalb habe sie Anna Ringlstetter, die sie von der Berufsfachschule für Musik in Kronach kennt, gefragt. "Das war heute unsere Premiere. Wir haben noch nie zusammen bei einem Konzert gespielt", verrät Pfretzschner. Seit Anfang August probten die beiden in der Pfarrkirche in Wilhelmsthal - zusammen oder auch allein. Die Stücke für Klarinette brachte Anna Ringlstetter mit. "Sie waren für Klarinette und Klavier geschrieben. Ich habe sie für Orgel arrangiert. Es gibt ja kaum Literatur für Klarinette und Orgel", bedauert Pfretzschner, Anna Ringlstetter pflichtet bei. Warum, können sich die beiden Musikerinnen selbst nicht erklären, zumal die Instrumente sehr gut miteinander harmonieren. "Für mich ist die Orgel in Wilhelmsthal die Schönste im gesamten Landkreis", schwärmt Pfretzschner. Sie werde sehr gut gepflegt und man merke deutlich, wie viel Herzblut in ihr stecke.

Dekan Michael Dotzauer lobte den Orgelförderverein Wilhelmsthal und würdigte das Engagement der Idealisten, die seit der Gründung des Fördervereins 1992 150 000 Euro an Mitgliedsbeiträgen, Spenden und mit Aktionen erwirtschaftet hatten.

Orgel und Solisten

Die Metzler Orgel Sie hat 1264 klingende Pfeifen und wurde in 6000 Arbeitsstunden angefertigt. Es handelt sich dabei um massives Eichenholz sowie Metallpfeifen aus einer Zinn-Blei-Legierung. Alle Teile wurden in der Werkstatt der Firma Metzler Dietikon (Schweiz) hergestellt. Sie hat den Klang einer mitteldeutschen Barockorgel und umfasst 22 Register, davon zwei Transmissionen, Kosten: 350 000 Euro. Die Anschaffung war 2004.

Katharina Pfretzschner Sie studierte an der Hochschule für evangelische Kirchenmusik Bayreuth und schloss ihre Ausbildung mit der A-Prüfung ab. An der Universität Würzburg absolvierte sie ein Magisterstudium in Musikpädagogik und Musikwissenschaft. Sie unterrichtet seit 2004 an der Berufsfachschule für Musik und an der Musikschule in Kronach.

Anna Ringlstetter Sie vollendete im Juli 2013 ihre Ausbildung an der Berufsfachschule für Musik in Kronach mit dem Hauptfach Klarinette. 2012 wurde ihr die staatliche Anerkennung als Dirigentin für Blasorchester verliehen. Seit 2010 gibt sie an der Musikschule in Küps Klarinetten- und Saxofon-Unterricht. Aktuell studiert sie an der Universität in Bamberg die Fächer Musik und Deutsch.

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