Kronach
Landwirtschaft

Die Zahl der Milchviehhalter im Landkreis Kronach sinkt

In Bayern gehen täglich 17 Hektar landwirtschaftliche Fläche durch Bebauung verloren. In drei Jahren summiert sich dies auf die Größe des Landkreises Kronach.
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Erwin Schwarz
Erwin Schwarz
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Darauf verwiesen der Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands, Erwin Schwarz, Kreisbäuerin Rosa Zehnter, Leitender Landwirtschaftsdirektor Guido Winter und VlF-Vorsitzender Reiner Wittmann, bei einem Pressegespräch am Montag.

Es gibt zurzeit etwa 160 Milchviehhalter im Landkreis. Seit dem Jahr 2009 sank deren Zahl um 26 Prozent. Die Zahl der Milchkühe ging um 13 Prozent auf 4020 Kühe zurück. "Was an Stückzahl der Höfe weniger geworden ist, haben andere Ställe aufgebaut", sagte Erwin Schwarz. Generell gehe die Tendenz hin zu größeren Betrieben. Ein Viertel der Betriebe in Oberfranken habe über 50 Prozent der Milchkühe. Beim Neubau eines Kuhstalls müsse man mit 10.000 Euro Investition pro Kuhplatz rechnen. Schwarz hielt eine Stallgröße von 70 bis 80 Tieren für notwendig. Mit einem automatischen Melkplatz könne man 60 Kühe bedienen. Ein Stall mit 60 Tieren sei aber zu wenig, um davon leben zu können. Also müsse man zwei Melkboxen anschaffen und 100 bis 120 Tiere halten. Guido Winter unterstützte die Argumentation von Erwin Schwarz. Gute Betriebe erzielten pro Kuh 1000 Euro Gewinn pro Jahr, wovon die Lohnkosten noch abgezogen werden müssten. "Da braucht man mehr als 40 bis 50 Kühe." Es wäre auch betriebswirtschaftlich unsinnig, einen Stall nicht voll zu stellen.

Winter wies darauf hin, dass eine Projektstelle Agrotourismus des Landwirtschaftsamts in der Außenstelle Kronach angesiedelt werde. Diese Kraft sei für den Frankenwald zuständig. Man müsse bei "Urlaub auf dem Bauernhof" mehr bieten als nur Übernachtungen.

Reiner Wittmann bezeichnete die Computerunterstützung der Landwirte als unabdingbar. "Früher war die Kuh angehängt. Jetzt kann sie sich frei bewegen, zum Melken, Fressen und Liegen gehen, wann sie will." Auch die bedarfsgerechte Kraftfuttergabe müsse überwacht werden. Das sei ohne Computer nicht machbar.

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