Die marode gewordene Holzbodenversion konnte durch eine stabile Blechboden und Stahlkonstruktion ersetzt werden. Bürgermeister Timo Ehrhardt (SPD) dankte dem Vorsitzenden des Naturparks Frankenwald, Landrat Oswald Marr (SPD) und Geschäftsführer Dietrich Förster, die sich seit einiger Zeit um Fördermittel und Restaurierung bemühten. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 16.500 Euro, wovon 50 Prozent über das Naturparkprogramm des Freistaats Bayern gefördert wurden. Nun konnte der geografisch attraktive, auf dem 678 Meter hohen Ratzenberg gelegene Aussichtsturm wieder freigegeben werden.

"Die Besucher stehen nun auf festem Boden und können den herrlichen Blick nach Franken oder Thüringen genießen", freute sich Landrat Oswald Marr. Der Turm hat nichts an Attraktivität verloren, auch wenn seine Errichtung im Jahr 1963 dazu gedacht war, vor allem einen Blick in das Thüringer Land auf DDR-Seite zu gewähren, denn Besuche in diesem Bereich waren zur Zeit des kalten Krieges so gut wie unmöglich. Es kamen Besucher aus ganz Deutschland, dem damals geteilten Berlin und nicht zuletzt auch viele DDR-Bürger, die die ehemalige Grenze (das heutige grüne Band) nie einsehen konnten und auch nicht einen Blick in die grenznahen Orte erhielten, die ja alle im so genannten Sperrgebiet waren. Heute wird der Turm von Touristen als Aussichtsplattform mit weitem und herrlichem Blick nach Franken und Thüringen gerne genutzt.

Die 1963 errichtete "Thüringer Warte" liegt im Landschaftsschutzgebiet Frankenwald und hat heute hauptsächlich die Funktion, über das Grüne Band zu blicken und zu informieren. Weiterhin dient der Turm der Besucherlenkung zur Vermeidung von Störungen im Grünen Band. Der Überblick über das Grüne Band ist in dem umgebenden Waldgebiet nur auf der Aussichtsplattform möglich.

Bei schönem Wetter bietet der Aussichtsturm jederzeit Zutritt gegen eine kleine freiwillige Spende. In der Aussichtskanzel sind Orientierungstafeln angebracht, die erklären, wohin der Blick gerade schweift.