Lauenstein
Aktion

Auf der Suche nach den singenden Pilzen

Das Jugendwaldheim Lauenstein hatte zu einer Exkursion der etwas anderen Art eingeladen.
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Viel Spaß und Spannung bereitete das Wettrennen Pilze gegen Schnecken.  Foto: Karl-Heinz Hofmann
Viel Spaß und Spannung bereitete das Wettrennen Pilze gegen Schnecken. Foto: Karl-Heinz Hofmann
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Pilzsammeln mit Kunst, Grillspaß und Gesang. Diese außergewöhnliche Pilzsammlung veranstaltete das Jugendwaldheim Lauenstein. Die Pilzsammler stellen bei der lehrreichen Veranstaltung unter Leitung eines Experten fest, es gibt sehr viele genießbare Pilzarten in der Region.


Auch viele Familie dabei


Hierzu hatte man den Pilzexperten Frank Putzmann eingeladen der nicht nur die essbaren heimischen Pilze gut kennt, sondern auch über Pilze viel Fachwissen hat. Erfreulicherweise beteiligten sich circa 40 Personen (unter ihnen auch Familien mit Kindern im Alter von drei bis 14 Jahren) an dieser Waldexkursion, die von Försterin Melanie Schwarzmeier vom Jugendwaldheim-Team (das auch für die Organisation verantwortlich war) begrüßt wurden.

Mit Körbchen oder Sammeleimerchen ging man frohen Mutes auf die Pilzsuche in den nahe gelegenen Wald und nahm Kurs in Richtung Pulswinkelhütte. Eifrig gingen dabei die Blicke immer wieder zum Boden und ins Dickicht, denn der Auftrag war klar und lautete, alle Pilzarten, die gesehen werden, einzusammeln.


Viele Arten gefunden


An der Pulswinkelhütte angekommen, waren alle Pilzsammler sehr überrascht, wie viele verschiedene Arten, trotz der warmen, trockenen Witterung der vergangenen Tage, zusammengekommen sind. Pilzexperte Frank Putzmann, der das Jugendwaldheim Lauenstein für diese Veranstaltung tatkräftig unterstützte, kannte sie alle, auch die ganz verschrumpelten Exemplare. Gemeinsam wurde nach Baumpilzen, Röhrlingen und Lamellenpilzen sortiert, und nicht genießbare Pilz wurden beiseite geräumt.

Pilzexperte Frank Putzmann wusste zu vielen Pilzen nicht nur die Erkennungsmerkmale und den Namen, sondern auch noch viele zusätzliche interessante Informationen. Beispielsweise wird der Flache Lackporling in englischer Sprache auch Designer- oder Artist- Pilz genannt, weil man auf seiner weißen Unterseite zeichnen oder schreiben kann.


Der Gesang der Pilze


Melanie Schwarzmeier rückte nach der Pilzbestimmung mit Frank Putzmann die verschiedenen Ernährungsweisen der Pilze mit einer musikalischen Aktion in den Mittelpunkt. So sangen die Teilnehmer der Gruppe Räuberpilze lautstark: "Hände hoch und keine Faxen! Lass den Zucker rüberwachsen!" (zur Melodie von "Froh zu sein bedarf es wenig"), während die Zersetzerpilze dagegen hielten mit dem Text: "Ja, wir sind die Abfallfresser! Ey, wir schwören, nichts schmeckt besser!" Auch die Pilze, die in Symbiose mit den Bäumen leben, die Mykorhizzapilze (sie liefern Nährsalze und Wasser), sangen über ihre Ernährung.

Nun kamen, angelockt vom wunderschönen Gesang, auch die Kinder, die bei der Pilzbestimmung in den Wald verschwunden waren, neugierig wieder zurück. Marcus Hollederer vom Jugendwaldheim bot ein Spiel, bei dem die Teilnehmer pantomimisch Pilznamen beschreiben und erraten konnten. Als Ehrengast hatte er dazu extra die "Schwammerlhex" eingeladen. Sie musste sich aber fürchterlich aufregen, da sich die Teilnehmer wesentlich besser anstellten, als sie gehofft hatte, und sie deshalb niemanden verhexen konnte.


Pilz gegen Schnecke


Viel Spaß und Spannung gab es beim Wettrennen Pilz gegen Schnecke, das unter Leitung von Peter Schwarzmeier stattfand. Am Lagerfeuer gab es schließlich für alle, die Hunger nach all dem Sammeln und Spielen hatten, Stockbrot oder Champignon. Uwe Döring grillte auch gefüllte Champignons. Bundesfreiwilligendienstleistender Urs Scheffler aus Tübingen schnitzte mit der Motorsäge Pilze aus Holz, die die Teilnehmer gegen eine Spende für den Förderverein Jugendwaldheim Lauenstein als Erinnerung mit nach Hause nehmen durften.


Qualitätssiegel

Das Jugendwaldheim Lauenstein gehört zur Bayerischen Forstverwaltung und somit zum Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Kulmbach. Diese in Bayern wohl einzigartige Einrichtung ist mit dem Qualitätssiegel Umweltbildung.Bayern ausgezeichnet. Dieses Siegel gibt es heuer zehn Jahre. Das Jugendwaldheim Lauenstein ist von Anfang an dabei.

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