Kronach
Geburtstag

Die Jugend liegt Pater Hermann Schulz am Herzen

Salesianerpater Hermann Schulz engagiert sich in Ruanda und Litauen. Dabei unterstützen ihn finanziell auch viele menschen aus dem Landkreis Kronach.
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Salesianerpater Hermann Schulz feiert am 29. Oktober seinen 75. Geburtstag. Nach wie vor engagiert er sich für seine Jugendprojekte in Ruanda und Litauen und bringt Menschen über Kontinente und Konfessionen zusammen.  Foto: Rainer Glissnik
Salesianerpater Hermann Schulz feiert am 29. Oktober seinen 75. Geburtstag. Nach wie vor engagiert er sich für seine Jugendprojekte in Ruanda und Litauen und bringt Menschen über Kontinente und Konfessionen zusammen. Foto: Rainer Glissnik
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Salesianerpater Hermann Schulz wird heute 75 Jahre alt. Aus in der Region Kronach werden seine Projekte in Litauen und Ruanda unterstützt. Jeweils sind mehr als 100 000 Euro allein aus dem Landkreis Kronach an Spenden eingegangen.

Hermann Schulz wurde am 29. Oktober 1939 in Memel (Ostpreußen) geboren, dem heutigen Klaipeda. Sein evangelischer Vater Kurt war Deutscher, seine katholische Mutter Else Schulz Litauerin.

Nicht lange blieb seine Kindheit vom Zweiten Weltkrieg unbeeinträchtigt. Die Rote Armee nahte, die Menschen im Osten Deutschlands flüchteten. Kurt und Else Schulz machten sich mit ihren Söhnen Erich und Hermann auf den gefährlichen Weg. Hier erlebte Hermann, wie sein Vater - ihn an der Hand führend - tödlich getroffen wurde.

In Emlichheim im Emsland fand die Familie Schulz ein neues Zuhause. Dort besuchte Hermann Schulz die Grundschule.
Nach Gymnasialjahren in Diepholz und Hüttenfeld wechselte er nach Italien in eine Schule der Salesianer.

Dort waren alle so richtig gut behütet, erinnert er sich. Hier erfuhr er, wie wichtig es ist, einem jungen Menschen Orientierung zu geben. Er erfuhr Menschen, denen er vertrauen konnte. "Ihnen konnte ich mein Herz öffnen." Nie wäre er Priester geworden, wenn er nicht in diese Schule gekommen wäre. "Diese Erzieher waren ganz für uns da!"

1968 zum Priester geweiht

Im vorletzten Schuljahr am Pro-Gymnasium fehlte Pater Hermann noch ein Jahr bis zur Mittleren Reife. Da rief ihn der Hausobere. "Du bist in einem dreiviertel Jahr fertig, überlegst du, was du später weitermachen wirst?", fragte dieser ihn. "Vielleicht willst Du Priester werden?", lautete die überraschende Frage.

"Ja warum nicht, aber ich glaube, ich bin dazu gar nicht fähig", habe er geantwortet. "Wir werden dir helfen, wenn du den echten Willen dazu hast", wurde ihm gesagt. Seitdem war die Orientierung klar. "Ich wollte so ein Priester werden wie meine Vorbilder, die immer für uns da waren."

In Rom studierte er Theologie und wurde 1968 zum Priester geweiht. Nach seiner Priesterweihe arbeitete Pater Hermann Schulz zwei Jahre lang - von Herbst 1969 bis Herbst 1971 am litauischen Gymnasium Lampertheim, wo er einst als Schüler war.

1972 kam er nach Sao Paulo in Brasilien. Sofort baute er in Brasilien eine Jugendgruppe auf. Mit diesen jungen Menschen besuchte er einen Missionar im Amazonasgebiet. Brasilien, das seien dreieinhalb Jahre interessanter Erfahrungen gewesen.

Fasziniert von Afrika

Schließlich fand er seine Berufung in Ruanda. Von den ersten Eindrücken in Ruanda im Jahr 1979 war Pater Schulz fasziniert, denn es war das pure "afrikanische" Lebensgefühl und das Gemüt der Menschen, was ihm sofort zusagte.

Bereits nach kurzer Zeit hatte er immer eine ganze Schar Kinder um sich. Er spielte mit den Kindern und sprach mit den Hirten, was die besten Sprachübungen waren. Die Menschen waren trotz ihrer Armut sehr freundlich.

Bei seinen ersten Messen sah er immer wieder kranke Leute. Als er anfing, sie zu versorgen und beispielsweise Medizin brachte, waren auch seine Jugendlichen dabei, die seinem Beispiel folgten. Die Medizin bekommt er vom Deutschen Medikamentenhilfswerk ,,Medeor".

In Litauen erlebte Pater Schulz in Vilnius bei einem Priester, der die Stadtpfarrei leitete, wie dieser sich gerade in den Sommerferien viel Zeit für die Kinder und Jugendlichen nahm. Für nur 60 der insgesamt 6000 zu seiner Pfarrei gehörenden Kinder und Jugendlichen konnte der dortige Geistliche ein Ferienlager durchführen. Für die anderen machte er mit einer intelligenten, liebevollen Idee alle kirchlichen Räume für vier Wochen auf, um ein Ferienlager für alle Daheimgebliebenen der Pfarrei zu organisieren.

Zum Geburtstag wünscht sich Pater Hermann Schulz, dass die vielen Menschen, die er in seinem Leben kennen lernte, weiterhin mithelfen, die Welt ein Stück gerechter zu gestalten. Anstelle von persönlichen Geschenken würde es ihn freuen, wenn zur Unterstützung der Jugendprojekte gespendet würde. Spenden können auf folgendes Konto eingezahlt werden:
Gute Nachricht e.V.
Sparkasse Nürnberg
BLZ: 760 501 01
Kontonummer: 111 58 789
Stichwort "Pater Schulz"

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