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Tettau
Partnerschaft

Die Chemie mit der Acevedo-Delegation passt

In diesen Tagen weilt in Kleintettau eine Delegation aus Acevedo in Kolumbien. Mit dieser 35 000 Einwohner zählenden Stadt pflegt der Markt seit März 2015 eine kommunale Partnerschaft. Es geht dabei um Kooperation beim Klima- und Umweltschutz.
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Von links: der Tettauer Bürgermeister Peter Ebertsch, Dolmetscher Klaus Hecht, Geschäftsführer des Tropenhauses "Klein Eden", Ralf Schmitt, Bürgermeisterin von Acevedo, Lucy Paiva Soto, sowie der Kaffeebeauftragte aus Acevedo, Gentil Rojas Diaz Foto: Veronika Schadeck
Von links: der Tettauer Bürgermeister Peter Ebertsch, Dolmetscher Klaus Hecht, Geschäftsführer des Tropenhauses "Klein Eden", Ralf Schmitt, Bürgermeisterin von Acevedo, Lucy Paiva Soto, sowie der Kaffeebeauftragte aus Acevedo, Gentil Rojas Diaz Foto: Veronika Schadeck
Derzeit weilt eine Delegation aus Acevedo/Kolumbien in Kleintettau. Mit dieser 35 000 Einwohner zählenden Stadt pflegt der Markt seit März 2015 eine kommunale Partnerschaft. Es geht dabei um Zusammenarbeit beim Klima- und Umweltschutz auf Augenhöhe. Die Tettauer Seite hofft, dass für die Stadt Impulse für den nachhaltigen Anbau von Früchten wie etwa Kakao oder der Anbau von Kaffee gesetzt werden. Wichtig sei weiterhin der kulturelle Austausch sowie eine Bio- und Fair-Trade-Zertifizierung. Zudem erhoffen sich die Tettauer, hier vor allem der Geschäftsführer des Tropenhauses Ralf Schmitt und sein Team, einen Austausch, was die Aufzucht von tropischen Pflanzen und Früchten betrifft.

Es war eine heitere Stimmung am Mittwochabend im Tropenhaus. Die Gäste hatten Geschenke mitgebracht, wie etwa Kaffee oder Sombreros. Schnell merkte man: "Die Chemie passt!". Bürgermeister Peter Ebertsch meinte: "Wir sind eine kleine Familie, sie fühlen sich wohl und das ist uns sehr wichtig!" Er und sein Team geben sich viel Mühe, um ihren Klimapartnern vieles zu zeigen und zu erklären.

Neben dem Tropenhaus standen und stehen die Besichtigungen der Abwasserkläranlage, die Confiserie Burg Lauenstein, die Trinkwassertalsperre Mauthaus, der Besuch der Bäckerei Löffler sowie der Energiepark Münch in Rugendorf auf dem Programm. Zudem sollen u. a. Relikte an der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze besichtigt werden. Der Bürgermeister wies darauf hin, dass in Acevedo mit seinen 86 Ortsteilen die Abwässer in die Flüsse geleitet werden. Teile von Acevedo seien nicht an das örtliche Stromnetz angebunden. Er hoffe, dass die Delegation bei den Besichtigungen wertvolle Impulse mitnehmen könne.

Etwa so groß wie die Schweiz

Bürgermeisterin Lucy Paiva Soto stellte ihre Gemeinde vor. Acevedo umfasse in etwa die gleiche Fläche wie die Schweiz. Es sei viel landwirtschaftliches Potenzial vorhanden. Kaffee sei das wichtigste wirtschaftliche Standbein. Sie erhoffe sich durch die Klimapartnerschaft mit Tettau den Anbau von Kaffee verbessern zu können, um somit eine Wertsteigerung zu erhalten. Dabei liege ihr Augenmerk insbesondere beim Gewässerschutz und bei der Biozertifizierung. Ein Ziel sei auch, Straßenbeleuchtungen mit LED-Technik auszurüsten.

Ein weiteres lokales Standbein und eine typische Frauenarbeit sei die Herstellung von "Sombrero". Das ist ein Hut, der aus besonderen Palmenfasern geflochten wird, erklärte sie. Etwa 25 Tage, à zehn Stunden, benötige eine Frau bis zur Vollendung eines Sombrero.

Die Arbeitslosenquote schlage mit etwa 25 Prozent zu Buche. Während der Kaffeeerntezeit ab September bis Dezember würden viele Saisonkräfte benötigt. Die Geburtenrate sei sehr hoch, die Mädchen bei ihren Erstgeburten in der Regel mit 13 und 14 Jahren sehr jung. Sie sprach von 80 Bauprojekten, die in ihrer Kommune umgesetzt werden beziehungsweise in nächster Zeit anstünden. Ihre Stadt habe fast keine Gewerbesteuereinnahmen, daher würden die Projekte über die Mehrwertssteuer (16 Prozent) und über verschiedene Fonds finanziert.

Und welchen Eindruck hatte Lucy Paiva Soto nun von Tettau? "Nun", meinte sie mit einem Lächeln, "ich hätte mehr Leute auf der Straße erwartet und mehr Kinder". Sie bewundere die Innovationen und Investitionen, die im Markt getätigt worden sind. "Dass wir wenig Leute auf der Straße haben, liegt daran, dass fast alle arbeiten", konterte Ebertsch.

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