Tettau
Gesundheit

Diagnose Leukämie: Hoffen auf geeigneten Spender

Katrin Kurtz ist an Leukämie erkrankt. Um ihr zu helfen, findet in Tettau eine Typisierungsaktion statt.
Artikel drucken Artikel einbetten
Ihren Lebensmut hat Katrin Kurtz nicht verloren.
Ihren Lebensmut hat Katrin Kurtz nicht verloren.
+1 Bild
Es fällt Jennifer Kurtz schwer, über den 1. April 2014 zu sprechen. Der Tag, an dem sich das Leben für sie, ihren Bruder und vor allem für ihre Mutter Katrin ändern sollte. "Es war einfach nur unbegreiflich, was uns da Mediziner der Klinik in Jena offenbarten", erinnert sich Jennifer Kurtz zurück. Die Steinacherin schluckt und fügt an: "Wir wussten wirklich nicht mehr, wie es weiter gehen soll." Ihre Mama hatte sich schlapp und müde gefühlt, schob diese Anzeichen auf eine verschleppte Grippe - bis die niederschmetternde Diagnose kam: Leukämie. "Da kam wirklich eine große Depression auf." Zunächst machten die Ärzte der früheren Post-Mitarbeiterin noch Hoffnung. Sie leide an einer milderen Form des Blutkrebses, versicherten sie - und Katrin Kurtz glaubte da noch an den Sieg über den Krebs in ihrem Körper. Sie hielt die Hoffnung fest, die sie in den kommenden Monaten so bitter brauchte. "Von Mai bis Dezember 2014 bekam meine Mama dann eine Chemotherapie, die sie zwar sehr schwächte, aber die anschlug. Zudem hatte sie nach langem Kampf auch endlich die Zusage, dass sie ihre Rente erhält. Wir haben damals wirklich Licht gesehen und Hoffnung keimte auf." Vor allem, als die Mediziner bemerkten, den Krebs besiegt zu haben.

Doch im Januar 2016 kehrte die tückische Krankheit zurück. Werte im Knochenmark zeigten auffällige Werte. Das Immunsystem von Katrin Lutz sei zu schwach gewesen, um sich wehren zu können. Seitdem bekommt sie wieder eine milde Form einer Chemotherapie. "Im Moment geht es ihr den Umständen entsprechend. Aber sie ist schwach und kann nur kurze Spaziergänge machen", sagt ihre Tochter. "Meine Mama ist eine Kämpfernatur und wir Kinder tun alles dafür, dass sie den Mut nicht verliert."


Steigende Heilungschancen

Und auch die Menschen in Steinach und Tettau stehen Katrin Kurtz bei und versuchen, ihr zu helfen. Denn nur mit Hilfe einer Knochenmarkspende kann ihre Krankheit besiegt werden. Wird ein passender Spender gefunden, dann steigt die Chance auf eine Heilung auf 80 Prozent. Manuela Kraus, die Leiterin des Stephanus-Dienstes und Chefin von Jennifer Kurtz, packte kurz entschlossen mit an und nahm Kontakt mit der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) auf. Das Ziel von Manuela Kraus: eine Typisierungsaktion für Katrin Kurtz durchzuführen. Das größte Problem: Die Auswertung der Blutproben kostet Geld, 40 Euro pro Teilnehmer. Kraus und ihre Helfer sprachen in den vergangenen Wochen viele Menschen und Firmen in der Region an. Der Erfolg: Viele sagten ihre Unterstützung zu.


Teilnahme ist kostenlos

Am 27. Februar ist es soweit: Unter dem Motto "Wer ein einziges Leben rettet, rettet die ganze Welt!" findet gemeinsam mit der DKMS eine Registrierungsaktion in der Station des Stephanus-Dienstes, Christian-Müller-Straße 44 in Tettau, statt. Im Anschluss an die Registrierung wird es für jeden potenziellen Spender einen kleinen Imbiss geben. Pfarrerin Sigrid Ullmann erhofft sich viel von dieser Aktion: "Das Team Tettau hält zusammen! Wir wollen alle zusammen der Familie und vor allem Frau Kurtz helfen. Es ist wichtig, dass viele Menschen kommen und mitmachen. Die Teilnahme ist kostenlos, wir finanzieren das alles aus Spenden." Nur fünf Milliliter Blut werden benötigt, um festzustellen, ob man ein geeigneter Spender sein kann. Auf jeden Fall wandern alle Ergebnisse auch in eine weltweite Datenbank und können so helfen, irgendwo auf der Welt ein Leben zu retten.


Viele Menschen erforderlich

Je mehr Menschen sich testen lassen, desto höher ist die Chance, einen passenden Spender zu finden. Es kommt jedoch nur sehr selten vor, dass zwei Menschen nahezu identische Gewebemerkmale haben.
Im günstigen Fall liegt die Wahrscheinlichkeit bei 1:20 000. Jeder, der sich als potenzieller Stammzellenspender in die DKMS aufnehmen lässt, ist eine weitere Chance und kann vielleicht schon bald zum Lebensspender werden. Nach dem Ausfüllen einer Einverständniserklärung werden dem Spender fünf Milliliter Blut abgenommen, damit seine Gewebemerkmale bestimmt werden können.

Das Echo auf die Typisierungsaktion ist schon jetzt sehr groß. Die Feuerwehr hilft mit, der Sportverein macht kräftig Werbung genauso wie die große islamische Gemeinde in Tettau. Dort sind auch Plakate in der Moschee ausgehängt, und eine Rund-Email über die Aktion wurde ins türkische übersetzt und in der Umgebung verbreitet. Manuela Kraus hofft, dass 500 Menschen am 27. Februar kommen und sich typisieren lassen.
Katrin Kurtz und ihre Tochter Jennifer sind schon jetzt überwältigt von so viel Zuspruch und Unterstützung. "Das freut uns sehr und hält uns vom Grübeln ab. Meine Mama ist fasziniert davon, wie groß die Hilfsbereitschaft bei den Menschen hier ist."

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren