Tüschnitz
Festtage

Der Ort Tüschnitz hat sich herausgeputzt

Die Tüschnitzer feiern den Abschluss der Dorferneuerung und die Ersterwähnung vor 725 Jahren. Eine Häuserchronik wird vorgestellt. Das frühere Gutshaus Pachtershaus ist das älteste Gebäude des Ortes.
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Das Pachtershaus ist das älteste Haus in Tüschnitz und diente früher als Gemeindekanzlei. Seit 1951 ziert es eine Glocke. Foto: Ronald Rinklef
Das Pachtershaus ist das älteste Haus in Tüschnitz und diente früher als Gemeindekanzlei. Seit 1951 ziert es eine Glocke. Foto: Ronald Rinklef
Mit der Dorferneuerung hat sich der Ortskern von Tüschnitz in den vergangenen Jahren mächtig herausgeputzt. Sowohl bei der Sanierung des Mehrzweckhauses als auch bei zahlreichen anderen Anlässen haben die Tüschnitzer selbst kräftig mit angepackt und wollen die Erfolge deshalb auch feiern.

Zeitgleich kann der Küpser Gemeindeteil 2013 seine Ersterwähnung vor 725 Jahren begehen. Bei der Erstellung der Ortschronik, die im Rahmen der Dorferneuerung 1998 von Rudolf Pfadenhauer federführend geschaffen wurde, tauchte erstmals die Jahreszahl 1288 auf. Demnach soll Tüschnitz zunächst im Besitz eines sich nach dem Ort nennenden Adelsgeschlechts gewesen sein, das 1288 mit einen "Boppo von Tuchenze" bezeugt ist. Dank der umfassenden Grabungsarbeiten, die in den Jahren 1992 bis 1994 im Bereich der ehemaligen Niederungsburg durchgeführt wurden, ist das ehemalige Tüschnitzer Wasserschloss bis zum Beginn des 14. Jahrhunderts nachweisbar. Die Untersuchungen der Holzbefunde haben ergeben, dass 1319 ein Fundament für ein Fachwerkgebäude erbaut wurde.

100 Seiten stark

Die Geschichte der 40 Hausnummern, die es 1945 in Tüschnitz gab, wurde in einer Häuserchronik zusammengefasst, die beim Fest erstmals vorgestellt wird. Im Rahmen eines Empfangs werden die ersten Exemplare des 100-seitigen Druckwerks an Schirmherr Oswald Marr (SPD), Staatsminister Helmut Brunner (CSU) und Bürgermeister Herbert Schneider (parteilos) überreicht. Am längsten lässt sich in Tüschnitz das Pachtershaus, der frühere Ökonomiehof der Familien von Redwitz und Künsberg, nachweisen. Obwohl es bereits 1531 erstmals namentlich erwähnt wurde, dürfte es wesentlich älter sein. Mit einem Aufwand von 5000 DM erwarb die Gemeinde Tüschnitz am 25. Mai 1950 das frühere Gutshaus Pachtershaus von der Bayerischen Landessiedlung. Nachdem die Pläne, darin eigens eine Schule für Tüschnitz einzurichten, gescheitert waren, konnte es zu einem Wohnhaus mit sieben Wohnungen umfunktioniert werden. Schließlich wurde das unter Denkmalschutz stehende Gebäude in den Jahren 1993/94 komplett entkernt.

Festzelt aufgebaut

Bereits am Montag wurde dazu das Festzelt aufgebaut. Die offiziellen Feierlichkeiten zum Abschluss der Dorferneuerung bilden am Sonntag, 16. Juni, den Höhepunkt der Festwoche. Nach dem Weckruf und dem Totengedenken beginnt um 9.30 Uhr ein ökumenischer Gottesdienst im Festzelt, der vom Gesangverein Harmonie Oberlangenstadt und dem Posaunenchor umrahmt wird. Um 10.30 Uhr findet der Festakt zum Abschluss der Dorferneuerung statt. Am Nachmittag zieht sich ein Festzug unter dem Motto "Unser Tüschnitz" durch den neu gestalteten Ortskern von Tüschnitz. Feuerwehr, Obst- und Gartenbauverein, Tischtennisclub, Siedlergemeinschaft, Stammtisch Läwaafn und Tüschnitz aktiv haben dazu die befreundeten Vereine aus der Marktgemeinde Küps eingeladen. Vom Dorfplatz über den Schloßring, die Sandstraße und wieder zurück über die Hauptstraße führt der Zug. Die Kronacher Ausschusscompagnie wird auf dem Schlossplatz ihr Lager beziehen und wie die Schlepperfreunde Schmölz und der Oldtimerclub Kronach am Festzug teilnehmen. Das Korbmacherhandwerk, das früher in Tüschnitz eine große Rolle spielte, wird auf dem Festgelände dargestellt. Die musikalische Umrahmung übernimmt das Symphonische Blasorchester Küps.

Bauerntag mit dem Minister

Mit dem Bieranstich durch Schirmherrn Landrat Oswald Marr wird am Donnerstag, 13. Juni, der Auftakt zum Ortsjubiläum gemacht. Der Musikverein Johannisthal spielt dazu ab 19 Uhr im Festzelt auf. Um 20 Uhr findet eine öffentliche Veranstaltung des BBV-Kreisverbands Kronach mit Staatsminister Helmut Brunner (CSU) statt. Der wird zum Thema "Agrarpolitische Perspektiven für die Region" sprechen. Der Kreisobmann des BBV, Erwin Schwarz, und der BBV-Kreisvorstand werden den Minister mit konkreten Anfragen konfrontieren. Erwin Schwarz, erwartet von Minister Brunner klare Aussagen über die Zukunft des Landwirtschaftsamtes in Kronach und die zukünftige Ausgestaltung der Forstpolitik im Freistaat. Brunner soll auch auf die verheerenden Schäden durch Schwarzwild angesprochen werden.

Eine "Welcome summer party" mit Discjockey wird am Freitag, 14. Juni, in Zusammenarbeit mit der "partigmbh" veranstaltet.

Am Festsamstag, 15. Juni, steht zunächst der Kinder- und Familiennachmittag an. Bei lustigen Spielen können attraktive Preise gewonnen werden. Abends tritt "Convoy" im Festzelt auf und wird mit handgemachter Musik die Gäste begeistern.




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